Neue Initiativen im österreichischen Alt-Pkw-Recycling

Bericht zur freiwilligen Vereinbarung "Alt-Pkw-Recycling 98" bringt positive Ergebnisse

Wien (PWK) - Mit 96.200 Stück konnte die Zahl der in österreichischen Shredderbetrieben endgültig verwerteten Alt-Pkw im Jahre 1998 gegenüber dem Jahr zuvor um 5 Prozent gesteigert werden. Dies geht aus dem Bericht zur "Alt-Pkw-Recyclingvereinbarung 1998" hervor, der jährlich von der Wirtschaftskammer Österreich und der Fahrzeugbranche herausgegeben wird und am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Insgesamt rund 5.800 Betriebe der Kfz-Wirtschaft und des Sekundärrohstoffhandels stehen in Österreich als Annahmestellen für Alt-Pkw zur Verfügung. ****

Zusätzlich positiv sind, so Doz. Stephan Schwarzer, Leiter der Umweltpolitischen Abteilung, die individuellen Neubeitritte zur Vereinbarung: "Mit 163 Neubeitritten sind es insgesamt 1.283 Betriebe, die einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Alt-Pkw-Recycling setzen. Damit ist uns gegenüber dem Vorjahr eine erfreuliche Steigerung der Teilnehmerzahl um 14,5 Prozent gelungen". Das bedeute, daß zumindest in jeder zweiten Gemeinde durchschnittlich eine ausgewiesene Annahmestelle für Alt-Pkw zur Verfügung steht.

Besonders wichtig ist die Klarstellung, daß die immer wieder genannte Zahl von rund 200.000 Pkw sämtliche aus der Zulassungsstatistik ausgeschiedenen Fahrzeuge umfaßt. Diese Gruppe besteht zu einem wesentlichen Teil aus Gebrauchtfahrzeugen von der Qualitätsklasse fast neu bis alt, die legal exportiert werden. 96.200 Alt-Pkw wurden 1998 bei den österreichischen Shreddern verwertet. Die Zahl jener Alt-Pkw, die über die 96.200 verwerteten Pkw hinausgeht, ist aufgrund der geltenden Rahmenbedingen nicht feststellbar. "Bei offenen Grenzen können Gebrauchtfahrzeuge jederzeit bei entsprechender Nachfrage exportiert werden", meint Dipl.Ing. Franz Neubacher, Verfasser des von der WKÖ herausgegebenen Berichts.

Kritisch äußern sich die im Rahmen einer neu gestarteten Beratungsoffensive befragten Betriebe zur EU-Richtlinie. Die vorgesehene kostenlose Rücknahme von Alt-Pkw steht im Zentrum dieser Kritik. Derzeit werden im Rahmen der freiwilligen Vereinbarung Alt-Pkw bei Zug-um-Zug-Geschäften, also beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens, kostenlos zurückgenommen. Andernfalls kann die Annahmestelle je nach Zustand des Fahrzeuges Marktpreise verrechnen, die in der Regel zwischen 1.000,- und 2.000,- öS liegen.

Die Bereitschaft der Konsumenten zur Bezahlung einer bestimmten Summe zeigt sich auch in der mittlerweile zum zweiten Mal durchgeführten Erhebung über den Verbleib von Alt-Pkw: gegenüber dem Jahr zuvor gab es 1998 um 7 Prozentpunkte mehr kostenpflichtige Rücknahmen. Dies bestätigt auch Komm.Rat Heinz Havelka aus der Praxis seines Kfz-Betriebes: "Die Rücknahme zu Marktbedingungen funktioniert einwandfrei und unbürokratisch und ist letztendlich für den Konsumenten die preisgünstigste Variante", so Havelka.

Die Wirtschaftskammer Österreich sieht in dem EU-Richtlinienvorschlag über Altfahrzeuge eine Gefahr für die Konsumenten wie auch für die Wirtschaft, insbesondere weil auch der Bestand von derzeit 150 Millionen Pkw in Europa unter die kostenlose Rücknahmepflicht fallen soll. Die Wirtschaftskammer tritt dafür ein, daß die Entsorgungskosten für alte Pkw nicht auf den Preis für neue aufgeschlagen werden. Die umstrittene kostenlose Rücknahmepflicht für Fahrzeuge könnte dann also doch für Pkw, die z.B. ab dem Jahr 2001 typgenehmigt sind, umgesetzt werden. Dieser Kompromiß wurde auch von der ACEA, der europäischen Automobilindustrieorganisation, angeboten.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Axel Steinsberg
Tel: 50105/DW 4750

Abteilung für Umweltpolitik

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK