- 17.06.1999, 11:28:23
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Neue Initiativen im österreichischen Alt-Pkw-Recycling
Bericht zur freiwilligen Vereinbarung "Alt-Pkw-Recycling 98" bringt positive Ergebnisse
Wien (PWK) - Mit 96.200 Stück konnte die Zahl der in
österreichischen Shredderbetrieben endgültig verwerteten Alt-Pkw im
Jahre 1998 gegenüber dem Jahr zuvor um 5 Prozent gesteigert werden.
Dies geht aus dem Bericht zur "Alt-Pkw-Recyclingvereinbarung 1998"
hervor, der jährlich von der Wirtschaftskammer Österreich und der
Fahrzeugbranche herausgegeben wird und am Donnerstag der
Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Insgesamt rund 5.800 Betriebe der
Kfz-Wirtschaft und des Sekundärrohstoffhandels stehen in Österreich
als Annahmestellen für Alt-Pkw zur Verfügung. ****
Zusätzlich positiv sind, so Doz. Stephan Schwarzer, Leiter der
Umweltpolitischen Abteilung, die individuellen Neubeitritte zur
Vereinbarung: "Mit 163 Neubeitritten sind es insgesamt 1.283
Betriebe, die einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Alt-Pkw-
Recycling setzen. Damit ist uns gegenüber dem Vorjahr eine
erfreuliche Steigerung der Teilnehmerzahl um 14,5 Prozent gelungen".
Das bedeute, daß zumindest in jeder zweiten Gemeinde durchschnittlich
eine ausgewiesene Annahmestelle für Alt-Pkw zur Verfügung steht.
Besonders wichtig ist die Klarstellung, daß die immer wieder
genannte Zahl von rund 200.000 Pkw sämtliche aus der
Zulassungsstatistik ausgeschiedenen Fahrzeuge umfaßt. Diese Gruppe
besteht zu einem wesentlichen Teil aus Gebrauchtfahrzeugen von der
Qualitätsklasse fast neu bis alt, die legal exportiert werden. 96.200
Alt-Pkw wurden 1998 bei den österreichischen Shreddern verwertet. Die
Zahl jener Alt-Pkw, die über die 96.200 verwerteten Pkw hinausgeht,
ist aufgrund der geltenden Rahmenbedingen nicht feststellbar. "Bei
offenen Grenzen können Gebrauchtfahrzeuge jederzeit bei
entsprechender Nachfrage exportiert werden", meint Dipl.Ing. Franz
Neubacher, Verfasser des von der WKÖ herausgegebenen Berichts.
Kritisch äußern sich die im Rahmen einer neu gestarteten
Beratungsoffensive befragten Betriebe zur EU-Richtlinie. Die
vorgesehene kostenlose Rücknahme von Alt-Pkw steht im Zentrum dieser
Kritik. Derzeit werden im Rahmen der freiwilligen Vereinbarung Alt-
Pkw bei Zug-um-Zug-Geschäften, also beim Kauf eines Neu- oder
Gebrauchtwagens, kostenlos zurückgenommen. Andernfalls kann die
Annahmestelle je nach Zustand des Fahrzeuges Marktpreise verrechnen,
die in der Regel zwischen 1.000,- und 2.000,- öS liegen.
Die Bereitschaft der Konsumenten zur Bezahlung einer bestimmten
Summe zeigt sich auch in der mittlerweile zum zweiten Mal
durchgeführten Erhebung über den Verbleib von Alt-Pkw: gegenüber dem
Jahr zuvor gab es 1998 um 7 Prozentpunkte mehr kostenpflichtige
Rücknahmen. Dies bestätigt auch Komm.Rat Heinz Havelka aus der Praxis
seines Kfz-Betriebes: "Die Rücknahme zu Marktbedingungen funktioniert
einwandfrei und unbürokratisch und ist letztendlich für den
Konsumenten die preisgünstigste Variante", so Havelka.
Die Wirtschaftskammer Österreich sieht in dem EU-
Richtlinienvorschlag über Altfahrzeuge eine Gefahr für die
Konsumenten wie auch für die Wirtschaft, insbesondere weil auch der
Bestand von derzeit 150 Millionen Pkw in Europa unter die kostenlose
Rücknahmepflicht fallen soll. Die Wirtschaftskammer tritt dafür ein,
daß die Entsorgungskosten für alte Pkw nicht auf den Preis für neue
aufgeschlagen werden. Die umstrittene kostenlose Rücknahmepflicht für
Fahrzeuge könnte dann also doch für Pkw, die z.B. ab dem Jahr 2001
typgenehmigt sind, umgesetzt werden. Dieser Kompromiß wurde auch von
der ACEA, der europäischen Automobilindustrieorganisation, angeboten.
Der EU-Richtlinienvorschlag wird voraussichtlich schon im nächsten
Jahr beschlossen werden und in der Folge in Österreich eine intensive
Diskussion über die zweckmäßige Umsetzung auslösen.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Abteilung für Umweltpolitik
Mag. Axel Steinsberg
Tel: 50105/DW 4750
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