"Made in Vienna" - Qualitätsmarke mit Chancen

1. Wiener Stadtgespräch: Stadt muß ihr Wissenschaftspotential besser nutzen und Qualitäten klarer vermarkten

Wien, (OTS) Faktoren für den Erfolg Wiens und seiner Wirtschaft im Wettbewerb der europäischen Metropolen standen im Mittelpunkt des 1. Wiener Stadtgespräches im Millennium Tower am Mittwoch abend. Die Steuersituation für Unternehmer, gut ausgebildete Arbeitskräfte und Lebensqualität seien Grund für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt. "Als Wirtschaftsstandort wird es für Wien in Zukunft entscheidend sein, daß wir unsere unbestrittenen Stärken bündeln. Wir müssen die harten und weichen Standortfaktoren strategisch gezielter einsetzen", erklärte Vizebürgermeister Ddr. Bernhard Görg. Der Strategieplan der Stadtregierung, der im Rahmen des Wiener Stadtdialogs öffentlich diskutiert wird, sei dazu ein "ideales Instrument". Gesprächspartner, ÖIAG-Privatisierungsleiterin Wilhelmine Goldmann, Ericsson-Generaldirektor Rolf Nordström, der Moderator des Berliner Stadtforum, Rudolf Schäfer, und der in Wien und
Aachen lehrende Städtebauer Kunibert Wachten sahen in der Förderung von Forschung und Innovationstransfer von Universitäten zu Unternehmen, der Integration Wiens in leistungsfähige Verkehrsnetze und einer Regionalentwicklung mit hohem Qualitätsanspruch ausschlaggebende Faktoren für zukünftige weitere Erfolge der "Marke Wien". "Made in Vienna" verkörpere Qualität, der sich die Stadt stärker bewußt werden müsse und sei Auftrag, vorhandene Potentiale offensiv zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Die Stadt müsse das an den großen Universitäten der Stadt konzentrierte wissenschaftliches Potential verstärkt für die Gründung innovativer Firmen nützen, so Wilhelmine Goldmann. Am Beispiel des Münchener Booms, der der Stadtregion allein 10.000 High-Tech Arbeitsplätze eingebracht zeige sich, wie Engagement der öffentlichen Hand auf Regional- und Stadtebene "blühende Regionen" hervorbringen könne. Dazu sei nicht nur privates Kapital, sondern auch ein massives Engagement mit öffentlichen Geldmitteln notwendig. Bayern habe allein in den Biotechnologie-Sektor 2,8
Mrd. Schilling investiert, finanziert durch Gewinne aus der Privatisierung der E-Wirtschaft. Anknüpfen an Traditionen sei das Geheimnis der Cluster-Bildung. Wien habe hier im Bereich Design
und Architektur die Chance, Tradition mit neuen High-Tech-Ansätzen zu verbinden.

Wien sei nicht nur anders, sondern müsse auch anders bleiben, unterstrich Rolf Nordström die Notwendigkeit, die Besonderheiten eines Standortes als einzigartig zu vermarkten. Für Ericsson sei
es wichtig, am Standort Wien durch seine Kooperation mit der Technischen Universität Zugang zu wissenschaftlicher Kompetenz zu haben. Die Lohnkosten seien zwar hoch, würden aber durch die gute Produktivität aufgewogen. Wien brauche jedoch mehr "Differenzierungskraft im Wettbewerb", "klare
Marketingaktivitäten" und eine gute Verkehrsinfrastruktur als Verkaufsargument für Investoren.

Ähnliche Probleme und strategische Lösungsansätze verbinden aus der Sicht von Rudolf Schäfer die beiden Metropolen Berlin und Wien. Besonderheiten der jungen deutschen Hauptstadt könnten Wien als "Checklist" für strategische Überlegungen dienen, so etwa die "haarigen" strukturellen Konsequenzen aus der gescheiterten Fusionierung zwischen Berlin und Brandenburg für die Regionalentwicklung oder die "mentale Problematik" Berlins, leider nur bedingt "Unternehmerstadt" gewesen zu sein. Nach der Modernisierung der wirtschaftlichen "Hardware" müsse jetzt die "mentale Software", spricht Unternehmensgeist, angegangen werden. Die Markendebatte umfasse in Berlin auch das Umland. Berlin
versuche sich als "Global City in einem Park von Städten" zu positionieren, die mit den Universitäten der Region einen attraktiven "globalen Campus" bilde.

Gute Architektur, Landschaftskunst und Kultur bieten Stadtregionen die Chance, Strukturwandel "ein Gesicht zu geben"
und seien dadurch ein wichtiger weicher Standortfaktor, so
Kunibert Wachten in Anlehnung an die Beispiele Bilbao, Frankfurt
und Ruhrgebiet. Wien verfüge hier über hohe Qualität und stehe vor der Herausforderung, in der Stadtgestaltung die Waage zu halten zwischen alten Spezialitäten, neuen Impulsen und "Störfeuern".

In einem Spannungsbogen zwischen Technologie und Architektur sah auch Bernhard Görg die Herausforderung für die Strategien der Stadtregierung. "Wien muß Dynamik aufbauen und Ästhetik erhalten und verstärken. Dann wird die Stadt ein Paradies für Wettbewerbsfähigkeit." Mit den Projekten des Strategieplanes verpflichte sich die Stadtregierung auch zur Umsetzung ihrer Absichten. Für Projekte, die im Kompetenzbereich der
Stadtregierung liegen, sei das dafür notwendige Geld auch bereits vorhanden. Eine der "Schlüsselqualifikationen" Wiens für die Zukunft sei dabei, "mit suboptimalen Bedingungen optimal fertig zu werden". (Schluß) red

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