Wiener Spitäler setzen auf "Bio"

Künftig 30 Prozent Bio-Produkte

Wien, (OTS) Täglich werden in den 28 Wiener Städtischen Spitälern und Pflegheimen von rund 16.000 Patienten Lebensmittel
im Wert von mehr als 800.000 Schilling (rund 60.000 Euro) konsumiert. Damit ist der Wiener Krankenanstaltenverbund nicht nur der größte Lebensmittel-Abnehmer der Bundeshauptstadt, sondern auf Konsumentenseite auch ein wichtiger Impulsgeber für Produzenten
und Handel. Vor diesem Hintergrund luden am Donnerstag Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder und Umweltstadtrat Fritz Svihalek zu einem "Biotag am Rosenhügel" ins Neurologische Krankenhaus Rosenhügel. Den ganzen Tag über fand hier für Expertinnen und Experten ein Erfahrungsaustausch zum Einsatz von Bio-Lebensmitteln statt, gleichzeitig kochte die Küche des Neurologischen Krankenhauses am Biotag ausschließlich mit biologischen Produkten.****

Der Biotag am Rosenhügel ist die Startveranstaltung für ein Großpilotprojekt, in dessen Rahmen innerhalb von zwei bis drei Jahren der Anteil von Nahrungsmitteln mit biologischem Ursprung im Wiener Krankenanstaltenverbund von derzeit zwei auf 33 Prozent gesteigert werden soll. Das bedeutet nicht nur mehr Qualität für das Spitalsessen, sondern für die Produzenten biologischer Nahrungsmittel in Wien und in der Umgebung der Bundeshauptstadt
ein zusätzliches Absatzpotential von 100 Millionen Schilling (7,3 Millionen Euro) jährlich.

"Uns ist klar, daß durch biologisches Essen während eines Spitalsaufenthaltes keine meßbare Verbesserung des Gesundheitszustandes erfolgen wird", erklärte dazu Gesundheitsstadtrat Rieder. "Aber auch wenn nur ein kleiner Teil unserer Patienten auf den ´biologischen´ Geschmack kommt und seine Ernährungsgewohnheiten überdenkt, ist das in einer Stadt mit einem durchschnittlich eher ungesunden Eßverhalten und einer hohen Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits als großer Erfolg zu werten." Zudem öffne das Engagement von Großabnehmern nicht nur den Produzenten neue Absatzmärkte, sondern führe mittelfristig auch zu einer Verbilligung und damit Popularisierung biologischer Lebensmittel.

Umweltstadtrat Fritz Sivhalek begrüßte die Initiative des Wiener Krankenanstaltenverbundes und verwies auf die positiven Nebenaspekte biologischer Lebensmittel. "Nicht nur, daß die Erzeugung solcher Lebensmittel in einem gesünderen Umfeld stattfindet, steht beim Vertrieb der Produkte auch ein regionales Versorgungskonzept im Vordergrund. Biologische Lebensmittel sollen möglichst in der Umgebung des Erzeugungsortes konsumiert werden, wodurch kürzere Transportwege notwendig sind, was wiederum ein Beitrag zur Reduktion von Schadstoffemissionen ist."

Veranstaltet wird der "Biotag am Rosenhügel" von der Arbeitsgruppe "Lebensmittel" des Projektes "Ökokauf Wien", in dessen Rahmen die Stadt Wien die Ökologiesierung ihres Einkaufs vorantreibt. Denn die Gemeinde Wien ist ein Großabnehmer für eine Unzahl von Produkten, vom Bleistift angefangen, über Lebensmittel, Reinigungsmittel, elektrische Büro- und Haushaltsgeräte bis zu technischen Geräten für verschiedenste Zwecke.

Grundlage für diese Aktivitäten ist das Klimaschutzprogramm Wien (KliP), an dem derzeit gearbeitet wird, mit dem Ziel, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Basis dafür sind die Vereinbarungen aus dem Klimabündnis, dem die Stadt Wien bereits 1991 beigetreten ist. Derzeit sind rund 800 Gemeinden in elf Ländern Partner des Klimabündnisbekenntnisses. Im KliP-Wien werden derzeit mehr als dreißig Maßnahmenpakete entwickelt, um die CO2-Emissionen auf den Gebieten der Energie, der Mobilität und der Beschaffung zu reduzieren. Im Rahmen der Analysen auf dem Gebiet Beschaffung
wurde auch das Thema Lebensmittel als ergiebiges Feld für CO2-Reduktionen erkannt. Die Arbeitsgruppe "Lebensmittel" wurde zu
einer von zwölf Arbeitsgruppen des Projektes "Ökokauf Wien". (Schluß) nk/ma

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Norbert Kettner
Tel.: 4000/81 845
e-mail: norbert.kettner@ggs.magwien.gv.at
Renate Marschalek
Tel.: 4000/81 070
e-mail: mar@guv.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK