EuGH vertritt Rechte der Reisenden!

Prammer: Reisende sind heute bei Konkurs eines Reiseveranstalters geschützt.

Wien (OTS) - "Der Europäische Gerichtshof erweist sich als Verbündeter der Konsumentlnnen", so Konsumentenschutzministerin Prammer zu dem nunmehr vorliegenden Urteil des Gerichts im Fall 'Arena Club Reisen'. Der Fall betrifft die Absicherung von Zahlungen von Pauschalreisenden bei Konkurs des Reiseveranstalters. Dem Urteil gemäß wird vermutlich die Republik Österreich zur Zahlung herangezogen werden, da die gesetzliche Absicherung im Jahre 1995 unzureichend war.

"Heute können KonsumentInnen beim Veranstalterregister im Wirtschaftsministerium anfragen, ob ein Reiseveranstalter korrekt gegen eine allfällige Insolvenzgefahr abgesichert ist. Eine solche Abfrage ist besonders bei aggressiven Werbemethoden von Reiseveranstaltern zu empfehlen", betont Prammer. Die Konsumentenschutzministerin hat wesentlich zur Verbesserung der Insolvenzabsicherung für ReisekundInnen beigetragen.

Zum Fall

im Rahmen der Werbeaktion wurden um die Jahreswende 1994/1995 Reisen für eine Person 'verschenkt' : Flughafengebühren und der Einzelzimmerzuschlag waren allerdings selbst zu begleichen, und viele nahmen eine Begleitperson mit auf die Reise, für die ein üblicher Reisepreis zu bezahlen war.

Die Aktion fand bei den KundInnen so großen Anklang, daß Tausende von ihr Gebrauch machten: ca 80.000 Personen buchten. Den mit dem Zeitungsverlag zusammenarbeitenden Reiseveranstalter überforderte der Ansturm, die 'Arena Club Reisen GmbH' mußte im Juli 1995 Konkurs anmelden. Viele der Reisen, für die schon vorausbezahlt war, fanden nicht mehr statt.

Aufgrund der EU-Pauschalreiserichtlinie muß auch Österreich ReisekundInnen für Schäden im Fall der Insolvenz des Reiseveranstalters absichern. Trotz dringender Appelle der Konsumentenschützer kamen die entsprechenden Bestimmungen in der Reisebürosicherungsverordnung des Wirtschaftsministers im Jahr 1995 für einige Arena-Reisekunden zu spät. Andere erhielten bloß 25% ihrer Zahlungen rückerstattet. Bezüglich beider Punkte hat der Europäische Gerichtshof in seinem Urteil deutlich ausgesprochen, daß hier eindeutig gegen die Richtlinie verstoßen wurde. Mittlerweile wurde die österreichische Verordnung dementsprechend angepaßt, sadaß ein solcher Fall nicht nochmals eintreten kann.

Das Urteil spricht also eine deutliche Sprache zum Schutz der Reisenden im Falle der Insolvenz des Reiseveranstalters. Nun muß das österreichische Gericht dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gemäß entscheiden, was bedeuten könnte, daß die Arena-Geschädigten ihre Ausfälle doch noch ersetzt bekommen werden. Gerade zu Sommerbeginn kommt aus Luxemburg ein kräftiges Signal, daß europäische Verbraucherschutzbestimmungen, im konkreten Fall zum Schutz von Reisenden, rasch und effizient umzusetzen sind.

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