Peymann: Pläne für Salzburg - harte Attacken gegen Holender, Heltau, Muliar, Josefstadt und Volkstheater

Wien (OTS) - Claus Peymann, scheidender Direktor des Wiener Burgtheaters, deutet in einem Abschiedsinterview für die neue Ausgabe des Wochenmagazins NEWS Pläne für die Salzburger Festspiele an, und bis 2001. Peymann zu NEWS: "Wenn es einen Ort gibt, an dem ich in Österreich noch inszenieren könnte, wäre das Salzburg, solange Mortier noch dort ist. Aber nur als Koproduktion mit dem Berliner Ensemble. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihr Haus lang allein lassen wie Flimm oder Castorf, bei denen man das Gefühl hat, daß sie vor ihrem Theater nur noch davonlaufen."

Peymann übt in NEWS auch scharfe Kritik an Personen und Institutionen des Kulturlebens.

Peymann über Operndirektor Holender, der die aktuelle Handke-Uraufführung kritisierte: "Dieser Mann tritt im Fernsehen auf und macht sich auf skandalösem Niveau über Handke her. Ein solcher Bademeister und Tennistrainer ist in Wien absolut anerkannt! Obwohl die Staatsoper heute ein internationales Nichts, ein totgeprügeltes Repräsentationsgebilde ist, aus dem kein Funken Kunst mehr springt."

Peymann über Heltau und Muliar: "Das Paradoxe ist die Reaktion der krachledernen Heimatspieler und Folkloristen: Ausgerechnet mir haben Muliar oder der Volksopernbuffo Heltau mein Piefkonentum vorgehalten! Wenn aber Herr Heltau sein "Gigi" an der Volksoper trällert, herrscht generelles Wohlwollen."

Peymann über die Konkurrenz in Wien.- "Ich weiß nicht, ob der Zuzug von Bondy und Stein - den sich das Burgtheater nicht leisten konnte - zu Lohner unsere Dynanik ersetzen kann. Für mich ist die 'Josefstadt' immer noch zu untertourig. Es gibt in dieser Stadt sogar einen Konsens darüber, daß das Volksstheater eine bahnbrechende Bühne sei, während uns gegenüber der kalte Haß regierte. Das ist das Charakteristikum einer Stadt, in der die Epigonen immer gefeiert und die Originale immer verdroschen werden."

Peymann über die Konkurrenz in Berlin. "Wir können etwas entzünden. Vergleichen sie nur mit Berlin, so trostlos, so nahe bei Null, wie dort die vergangene Saison verlaufen ist. Berlin ist ja noch keine Metropole, sondern eine Städtewüste mit einer zum Teil höchst provinziellen Politik. Düsseldorf ist heute metropolenhafter."

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