• 17.06.1999, 08:49:17
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  • OTS0037

Wirtschaftsaufschwung bei Preisstabilität: Prognose der österreichischen Wirtschaft 1999 bis 2001=

in der Publikationsreihe "Berichte und Studien", Heft 2/1999, erschienen.

Wien (OTS) - Die europäische Konjunkturlage hat sich in der
zweiten Jahreshälfte 1998 verschlechtert. Die Finanzkrisen in Asien
und Rußland führten zu einer Exportabschwächung, die durch die starke
Nachfrage seitens der USA nur teilweise ausgeglichen wurde. Die
schwache Exportentwicklung scheint sich auch im ersten Quartal 1999
fortgesetzt zu haben.

Die Entwicklung im Euroraum ist freilich recht uneinheitlich. Für
die österreichischen Wachstumsaussichten ist von spezieller
Bedeutung, daß in den Nachbarländern Deutschland und Italien die
Konjunkturlage für 1999 und 2000 als eher ungünstig eingeschätzt
wird. Allerdings weisen die jüngsten Daten darauf hin, daß die
Talsohle der Konjunktur durchschritten sein könnte.

Nach einer recht schwachen Entwicklung der österreichischen
Exportmärkte von 3 1/4% für 1999 dürften sich diese gegen Jahresmitte
1999 wieder erholen und ab dem Jahr 2000 wieder stärkere
Wachstumsimpulse setzen.

Gleichzeitig werden aber eine kräftige Zunahme der realen
disponiblen Einkommen und nach wie vor günstige kostenseitige
Investitionsbedingungen die heimische Nachfrage über den gesamten
Prognosehorizont stützen. Die Steuerreform 2000 und die Ausweitung
der Familientransfers werden die disponiblen Einkommen der privaten
Haushalte um etwa 1% erhöhen. Der private Konsum wird daher zwischen
1999 und 2001 die wesentliche Nachfragestütze darstellen.

In der Prognose der österreichischen Wirtschaft für den Zeitraum
1999 bis 2001ergeben sich unter diesen Voraussetzungen BIP-
Wachstumsraten von 1.9, 2.5 und 2.7%. Die Konstellation einer
schwächeren Export- und starker Konsumnachfrage wird dazu führen, daß
die Dienstleistungssektoren stärker wachsen werden als die Industrie.
Dies und eine weiterhin moderate Lohnpolitik sowie die vermehrte
Schaffung von Teilzeitarbeitsplätzen werden das Wirtschaftswachstum
beschäftigungsintensiver ausfallen lassen als in den Jahren zuvor.
Die Arbeitslosenrate (nationale Definition) wird daher bis 2001 auf
6.9% fallen.

Aufgrund der moderaten Entwicklung der Lohnstückkosten bleibt der
Inflationsdruck während des gesamten Prognosehorizonts gering. Die
Trendwende bei den Energiepreisen und der Anstieg des Dollarkurses
werden aber 1999 die Importpreise erhöhen und den Rückgang der
Inflationsrate stoppen. Gemessen am Konsumdeflator wird sich die
Preissteigerungsrate von 0.6% (1999) sukzessive auf 1.4% (2001)
erhöhen.

Eine ausführliche Fassung der Prognoseergebnisse wird in Berichte
und Studien, Heft 2/1999 sowie auf der Internet-Seite der OeNB
veröffentlicht.

Tabelle 1: Prognose der österreichischen Wirtschaft 1999 bis 2001

1998 1999 2000 2001
Veränderung zum Vorjahr in %
Endnachfrage (real)
Bruttoinlandsprodukt .......... 3.3 1.9 2.5 2.7
Privater Konsum ............... 1.7 1.9 2.5 2.1
Öffentlicher Konsum ........... 1.3 1.8 1.0 1.0
Anlageinvestitionen ........... 4.9 2.9 3.9 4.0
Exporte ....................... 8.2 4.1 6.1 6.7
Importe ....................... 6.9 4.2 6.2 6.4

Arbeitsmarkt
Lohnstückkosten (nominell) .... 0.1 0.7 0.8 1.1
Bruttolöhne je Beschäftigten .. 2.7 2.3 2.8 3.2
Arbeitsproduktivität .......... 2.6 1.7 2.0 2.1
Reallöhne ..................... 1.7 1.4 1.5 1.7

Unselbständig Beschäftigte .... 0.7 0.3 0.6 0.6
Arbeitslosenrate 1) ........... 7.2 7.2 7.1 6.9

Preise
BIP-Deflator .................. 1.0 0.9 1.3 1.5
Konsumdeflator ................ 0.9 0.6 1.2 1.4
Exportpreise (VGR) ............ 0.0 0.8 1.1 1.1
Importpreise (VGR) ............ -0.7 0.6 1.2 1.1

Disponible Einkommen (real) ...... 2.7 2.0 3.4 2.4
Haushaltssparquote 2) ............ 8.3 8.4 9.2 9.5
In Mrd ATS
Leistungsbilanz ...................-54,5 -54,2 -53,8 -49,4
(in % des BIP) .................... -2,1 -2.0 -1.9 -1.7

Quelle: OeNB.
1) Gemäß nationaler Definition.
2) In % des disponiblen Einkommens.

Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank

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Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: (1) 404 20 DW 6666
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