ots Ad hoc-Service: Glunz AG <DE0005887202> GLUNZ Hauptversammlung der GLUNZ AG folgt den Vorschlägen der Verwaltung

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Kapitalerhöhung und Veräußerung von GLUNZ France

Schwierige Marktlage im ersten Quartal

Nach der Übernahme der Mehrheit der Aktien im vergangenen Oktober durch die spanische Tableros de Fibras S.A. (Tafisa), die Teil der portugiesischen Sonae-Gruppe ist, hat der Holzwerkstoffhersteller GLUNZ mit der heutigen Hauptversammlung weitere wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Bei einer Präsenz von 90,95 % beschlossen die Aktionäre eine Kapitalerhöhung und die Veräußerung der Anteile an der GLUNZ France S.A. an den Mehrheitsaktionär. Vorstand und Aufsichtsrat wurde jeweils mit einer Mehrheit von 99,94 % die Entlastung erteilt.

Mit Blick auf die Einführung des Euros wird das Grundkapital zum Zwecke der Glättung aus Eigenmitteln um rund 1,5 Millionen Mark erhöht, so daß auf jede Stückaktie ein Kapitalbetrag von 26 Euro entfällt. Die Kapitalerhöhung um rund 116 Millionen Mark erfolgt durch Ausgabe von knapp 2,3 Millionen Stammaktien. Den Bezugspreis -mindestens 26 Euro - und den Beginn der Bezugsfrist - zwei Wochen -wird der Vorstand im Spätsommer bekanntgeben. Die neuen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 4:5 angeboten.

Verkauf der GLUNZ France

Den Verkauf der Anteile der GLUNZ France S.A., die die Aktien des französischen Isoroy Teilkonzerns hält, an den Mehrheitsaktionär Tafisa bezeichnete der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Albrecht Ehlers als "unverzichtbaren Schritt zur Gesundung des Unternehmens". Der französische Teilkonzern erzielte 1998 einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Francs und schloß mit einem Verlust von 311,4 Millionen Francs. Ehlers betonte, es komme jetzt darauf an, die wesentlichen finanziellen und sachlichen Ressourcen auf das angestammte deutsche Geschäft zu konzentrieren. Die GLUNZ AG sei nicht in der Lage, beides zusammen zu realisieren: den Ausbau in Deutschland und die notwendigen Investitionen in Frankreich, die er mit rund 300 Millionen Mark zur Stärkung des Eigenkapitals der französischen Gruppe und weiteren "mindestens 100 Millionen Mark" für Rationalisierung, Restrukturierung und Erweiterung bezifferte. Den symbolischen Verkaufspreis von 1 Euro bezeichnete Ehlers angesichts der wirtschaftlichen Verfassung der GLUNZ France-Gruppe als "plausibel". Der Preis werde durch entsprechende eingeholte Wertgutachten bestätigt.

Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal zurückgegangen

Die aktuelle Marktsituation bezeichnete der Stellvertretende Vorstands- vorsitzende als "für die gesamte Branche und die Gruppe schwierig". Die Bauwirtschaft beklage Stagnation, der Möbelhandel berichte von deutlichen Umsatzrückgängen. Das spiegelten auch die Kennzahlen des ersten Quartals wider. Der GLUNZ Konzern einschließlich der französischen Beteiligung verzeichnete einen Umsatzrückgang um fast 9 Prozent auf 497 Millionen Mark. Der Umsatz der GLUNZ AG verringerte sich im Vergleich zum ersten Quartal 1998 um 17 Prozent auf 151 Millionen Mark, der Umsatz des britischen Teilkonzerns um etwa 6 Prozent auf 148 Millionen Mark, und der des französischen Teilkonzerns um 4,5 Prozent auf 202 Millionen Mark. Der Konzern erzielte in den ersten drei Monaten einen Verlust von fast 19 Millionen Mark, was erheblich unter Plan und Vorjahr liege.

Investitionsprogramm von 500 Millionen Mark

Für die nächsten Jahre kündigte Ehlers für Deutschland ein Investitionsprogramm von rund 500 Millionen Mark an. Ein neuer Produktionsstandort werde gebaut, an dem zunächst Spanplatten und OSB (Oriented Strand Board) produziert würden. Nach dessen Fertigstellung werde eine weitere MDF-Linie gebaut (Mitteldichte Faserplatten), die vierte des Unternehmens in Deutschland. Parallel zu diesen Vorhaben würden die anderen Produktionswerke modernisiert und vorhandene strukturelle Unzulänglichkeiten beseitigt.

Das Engagement der spanischen und portugiesischen Partner nannte Ehlers "von existentieller Wichtigkeit". Es eröffne eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Die Hauptversammlung bestätigte mit klarer Mehrheit die bereits benannten Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat.

Ende der Mitteilung

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