Dörfler: Manager sollen endlich kreativ sein

Gewerkschaftstag der Postgewerkschaft eröffnet

Wien (GPF/ÖGB). Mehr Kreativität von den Managern in Sachen Produktivität- und Dienstleistungsinovation forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) anlässlich der Eröffnung des 14. Gewerkschaftstages der Postgewerkschaft. Der Gewerkschaftstag steht unter dem Motto "Wandel braucht Gewerkschaft -Gewerkschaft hat Zukunft". ++++

Dörfler forderte von der Politik, dass gleiche Rahmenbedingungen für alle Anbieter geschaffen werden, damit gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen. Statt Eröffnungsreden gab es zwei Diskussionsrunden unter der Leitung von Josef Broukal. Verteidigungsminister Werner Fasslabend forderte, dass der Post die Universaldienste auch finanziell abgegolten werden müssen und bezweifelte, dass die vorgesehenen 100 Millionen Schiling dafür reichen. Fasslabend: "Die Universaldienste sind eine gesellschaftspolitische Aufgabe vor allem für die kleineren Gemeinden."

Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer meinte, dass vor allem im Bereich der gelben Post verstärkte Investionen zu tätigen seien. Ruttenstorfer weiter: "Sollte im Zuge der Umstrukturierung ein Personalabbau notwendig sein, muss dieser sozialverträglich durchgeführt werden. Besser wäre es allerdings, wenn der Vorstand alle Wachstumschancen nütze, um einen Personalabbau zu verhindern." GPF-Vorsitzender Dörfler forderte eine Offensive des Vorstandes hin zu einer Erweiterung des Dienstleistungsangebotes. Dörfler: "Ein Postzusteller kann durchaus auch Sozialleistungen erbringen." Weiters kündigte er an, dass sich auch die Postgewerkschaft wandeln werde. So gibt es derzeit Gespräche mit anderen Gewerkschaften über einen neuen Verbundvertrag um auch die Beschäftigten bei den Alternativanbietern einbinden zu können.
Rudolf Hundstorfer in seiner Funktion als Vorsitzender des Wiener Gemeinderates betonte, dass die Stadt Wien durch ihre Ansiedlungspolitik viele internationale Telekommunikationskonzerne nach Wien geholt habe. Dadurch seien viele Arbeitsplätze geschaffen worden.

Sozialministerin Lore Hostasch forderte die Erweiterung der Rechte der Europäischen Betriebsräte. So sei die derzeitige Form des Euro-Betriebsrates erst ein erster Schritt. Sie bedauerte, dass Spanien noch immer die Europäische Aktiengesellschaft verhindere. Hostasch: "Seit 28 Jahren wird in der EU darüber verhandelt. Die Frage der Mitbestimmung der Arbeitnehmer hat bisher eine Einigung verhindert." Den Grund für die Weigerung Spaniens sieht die Sozialministerin darin, dass sich die spanische Regierung durch die Einschränkung der Mitbestimmungsmöglichkeiten einen Wettbewerbsvorteil erwarte.

ÖGB-Vizepräsident und Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Hans Sallmutter, kritisierte, dass den Unternehmern in den vergangenen zehn Jahren die Bereitschaft zur Arbeitnehmermitbestimmung abhanden gekommen sei. Sallmutter:
"Partnerschaft war früher spürbar. Die Partnerschaft ist die Grundlage für die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese lässt sich weder durch schöne Reden bei Weihnachtsfeiern herbeizaubern, noch wie ein Lichtschalter einschalten." Weiters kritisierte er, dass Privatisierungen immer mehr zum Selbstzweck werden. Sallmutter weiter: "Die Aktionäre der meisten Privatkonzerne bekommen zweistellige Dividenden. Wenn aber die Gewerkschaften kommen und zwei Prozent Gehaltserhöhung fordern, wird gleich vom Untergang der Unternehmen gesprochen."

Der Präsident der Bundesarbeitskammer, Herbert Tumpel, zeigte sich überzeugt, dass Europa gegen den Willen der USA die Möglichkeit hätte, gegen Kinderarbeit und fehlende arbeitsrechtliche Bestimmungen in vielen Ländern vorzugehen. Tumpel: "Es fehlt nur der Wille sich zur Wehr zu setzen." Als positiv findet er, dass es in sozialpolitischen Fragen viele Übereinstimmungen quer durch alle Parteien gibt.

ÖGB-Vizepräsident und Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, warnte davor, dass weitere Privatisierungen "wie bei der Eisenbahn durchgeführt werden." Dort sind die Beschäftigten nicht eingebunden worden. Die Folge ist daher, Frust unter den Beschäftigten. Neugebauer sieht auch keinen Sinn darin, staatliche Monopole einfach in private Monopole umzuwandeln. (ff)

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