Luitpold-Stern Preis 1999 an Sepp Wille

Wien (ÖGB). Der Luitpold-Stern Preis für besondere Verdienste im Bereich der Arbeiter-, Volks- und Erwachsenenbildung wurde heuer
an Prof. Sepp Wille verliehen. Die Preisverleihung nahm Metaller-Chef Rudolf Nürnberger gestern abend vor. ++++

Metaller-Chef Rudolf Nürnberger in seiner Laudatio über Sepp Wille: "Er ging nie den bequemen Weg, weder politisch noch bei seinem kulturellen Engagement. Charakteristisch für ihn war auch sein wirtschaftlicher und politischer Weitblick." Schon 1951, als junger Betriebsratsobmann war sein erster Konflikt mit seiner Geschäftsführung, die unterschiedliche Behandlung von Arbeitern und Angestellten abzuschaffen. Damit war er ein Vorläufer der "Aktion Fairness". 1982 forderte er angesichts der Stahlkrise die 30-Stunden-Woche für Stahlarbeiter.

Wille war ab 1957 hauptamtlich in der Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter tätig. Zuerst als Leitender Redakteur, dann als Zentralsekretär, später als Vorsitzender Stellvertreter und schließlich als Vorsitzender der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie. In seinen politischen Funktionen war Wille von 1971 bis 1986 Abgeordneter zum Nationalrat.

"Seit 1988 schreibt das ÖGB-Bildungsreferat auch einen Literaturpreis aus, um das vorhandene Kreativpotential zu
fördern", so Franz Josef Lackinger, Leiter der ÖGB-Bildung. Diesmal wurden 25 Preise zum Thema "Gemeinschaft statt Egoismus -Gewerkschaften im 21. Jahrhundert" vergeben.

Josef Luitpold Stern, der "Dichter der österreichischen Arbeiterbewegung", wurde am 16. April 1886 in Wien geboren. Er
baute u.a. Arbeiterbibliotheken zu modernen, leistungsfähigen Bildungszentren aus. 1968 wurde im ÖGB-Bundesvorstand ein Antrag für einen Luitpold-Stern-Preis eingebracht. (bfm)

ÖGB, 16. Juni 1999 Nr. 292

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