Ederer: Wiener Technologiemilliarde setzt Wirtschaftsimpulse

Bis 2000 1,5 Milliarden Schilling eingesetzt

Wien, (OTS "Wien stellt sich den Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs und des wirtschaftlichen Sturkturwandels", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer am Dienstag im Pressegespräch des Bürgermeisters. "Mit der ‘Wiener Technologiemilliarde’ setzt die Stadt deshalb entscheidende Impulse". Für einen modernen, hochentwickelten Wirtschaftsstandort ist der Bereich Technologie heute
unverzichtbar. Wien hat die besten Voraussetzungen hier auch in Zukunft erfolgreich zu sein: Wien ist das Forschungszentrum Österreichs und hat auch international einen hervorragenden Ruf. Bis 2000 gibt Wien daher im Rahmen seiner Technologieoffensive für High Tech-Projekte 1,5 Milliarden Schilling aus.****

Donauplatte

Auf der Donauplatte, wo ein neuer innovativer Stadtteil entsteht, werden zwei Projekte realisiert:

o Tech Gate

Bereits vor dem Spatenstich des Wiener Technologieparks am 5. Mai war die Ansiedelung von Unternehmungen und Forschungseinrichtungen im Tech Gate voll im Gange. Heute sind bereits 50 % der Fläche der ersten Ausbaustufe vermietet bzw. gibt es konkrete Verhandlungen. In keinem anderen österreichischen Technologiezentrum konnte schon zu Baubeginn ein derartiger Erfolg verzeichnet werden. Die Kosten für die erste Ausbaustufe belaufen sich für Wien dabei auf öS 110 Mio. Wobei die Gesamtkosten für die erste Ausbaustufe öS 700 Mio betragen. Für die zweite Ausbaustufe hat Wien bislang bereits öS 100 Mio zur Verfügung gestellt. Die Schwerpunkte des Tech Gate sind Telekommunikation und Softwareentwicklung. Tech Gate führt zudem bereits im Herbst eine international hochkarätige Informationstechnologie-Konferenz "Scope" durch, die nachfolgend in regelmäßigen Abständen stattfinden wird. Wien unterstützt die erste dieser Konferenzen
mit öS 10 Mio und erwartet sich davon auch international starke Aufmerksamkeit.

o Experimentarium

Die Hemmschwellen gegenüber neuen Technologien sind immer
noch umfangreiche. Daß die Beschäftigung mit diesen neuesten Entwicklungen aber jeden einzelnen und jede einzelne betrifft, ist heute bereits eine unbestrittene Tatsache. Deshalb wurde in den vergangenen Monaten ein Konzept für ein "Sciene Museum" erstellt -das nach dem Motto "Technik zum Angreifen", neueste technologische Errungenschaften spielerisch vermitteln soll. Dieses "Science Museum" soll neben dem TechGate auf der Platte entstehen und damit gewährleisten, daß die Entwicklungen im TechGate - die vor allem forschungsorientiert sind - auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Für dieses Projekt hat Wien derzeit öS 100 Mio veranschlagt.

Paukergründe

Das Twin-Konzept des Technologieparks Wien sieht die Ansiedelung von Forschungseinrichtungen im Tech Gate auf der
Platte vor, sowie die Ansiedelung von flächenintensiven Unternehmungen auf den Paukergründen. Die Errichtung eines neuen Klima-Wind-Kanals auf den Paukergründen ist ein erster
wesentlicher Meilenstein. Es soll dies der einzige in Europa sein. Die Stadt Wien stellt für dieses Projekt öS 120 Mio sowie das Grundstück im Wert von nahezu öS 60 Mio bereit.

Zwtl. Dr. Bohrgasse

Der bereits bestehende Biotechnologiestandort Bohrgasse wird weiter ausgebaut. Neben dem bestehenden Vienna Bio Center und dem IMP (Institut für molekulare Pathologie) hat die Stadt Wien um 24 Millionen Schilling ein Gebäude errichtet, in dem die Firma Intercell bereits die Unternehmenstätigkeit aufgenommen hat. Unter der Voraussetzung, daß von Seiten des Bundes die laufende Finanzierung übernommen wird, wird die Stadt Wien ein weiteres Forschungszentrum der Firma Boehringer Ingelheim und der österreichischen Akademie der Wissenschaften unterstützen. Dafür sind etwa 200 Millionen Schilling vorgesehen. Darüber hinaus wird bauliche Infrastruktur für die Ansiedlung weiterer Unternehmen bereitgestellt. Die Stadt Wien wird dafür zumindest 50 Millionen Schilling zur Verfügung stellen.

Kompetenzzentren

Neben diesen infrastrukturellen Leitprojekten ist es ein wesentliches Ziel, die Zusammenarbeit von Universitäten und Industrie weiter voranzutreiben. Deshalb unterstützt die Stadt
Wien das Kompetenzzentrenprogramm des Wissenschaftsministeriums,
das sich genau mit diesen Intentionen deckt.

o Forschungszentrum Telekommunikation

So stellt Wien für das FTW (Forschungszentrum Telekommunikation Wien) - das erste das von einer internationalen Expertenjury positiv bewertet wurde - bis Ende 2000 öS 30 Mio zur Verfügung. Das FTW wird natürlich nach Fertigstellung des Tech Gate dorthin übersiedeln.

Bis Ende des Jahres soll seitens des
Wissenschaftsministeriums über weitere Kompetenzzentren
entschieden werden. Von Wien liegen vier Anträge auf, von denen,
so Ederer. Wir hoffen, daß sie die Zustimmung der Jury finden werden. Die Gesamtkosten für die vier Kompetenzzentren belaufen sich bis zum Jahr 2000 im Falle ihrer Realisierung auf ca. öS 80 Mio.

o Virtual Reality

Im Bereich Virtual Realtiy, einem der entscheidenden Zukunftsthemen, soll ebenfalls ein Kompetenzzentrum entstehen. In Wien ist hier v.a. an der Technischen Universität ausgezeichnetes Forschungs-Know-how vorhanden. Zudem hat Wien ein enormes
Potential an kleinen und kleinsten Firmen, die sich auch international in der Virtual Reality einen Namen gemacht haben. Im Tech Gate wird daher ein Virtual Realitiy Center eingerichtet, für das die Stadt Wien bereits öS 15 Mio zur Verfügung gestellt hat. Das Kompetenzzentrum beschäftigt sich vor allem mit Virtual Prototyping. Durch die Entwicklung einer Methode, Prototypen virtuell herzustellen, werden Produktentwicklungszyklen verkürzt, was zu enormer Zeitersparnis führt, wodurch Marktvorteile lukriert werden können.

o Advanced Computer Vision

Hier geht es um die Entwicklung von Möglichkeiten zur digitalen Bildverarbeitung. Konkret sollen Kameras mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden können. Diese Methode kann revolutionäre Entwicklungen für die Sicherheitsüberwachung, die industrielle Qualitätskontrolle oder die räumliche Objektvermessung und -darstellung bieten.
Dieses Kompetenzzentrum soll gemeinsam mit dem Burgenland
realisiert werden.

o Bio Molecular Therapeutics

Dieses Kompetenzzentrum aus dem Bereich der Biotechnologie
hat die Suche nach Genen, die für die Bekämpfung von Krankheiten des Immunsystems, wie etwa Krebs, verantwortlich sind, zum Ziel.
Aus diesen wichtigen Genen sollen nachfolgend Arzneimittel hergestellt werden.

o Functional Genomics in Medicine and Agriculture

Hier geht es darum mit Hilfe der Biotechnologie Diagnosemöglichkeiten in Medizin und Landwirtschaft zu entwickeln, die es ermöglichen, Krankheiten von Menschen, Tieren und Pflanzen frühzeitig zu erkennen.

o Förderschiene Innovation und Technologie

Neben den beschriebenen Einzelprojekten trägt auch die allgemeine Wiener Wirtschaftsförderung entscheidend zur Standortmodernisierung und -förderung von Technologie bei. So werden im Rahmen der Förderungen des WWFF für Innovation und Technologie heuer und nächstes Jahr insgesamt öS 380 Mio aufgewendet werden.

o Ausbildung

Ein wesentliches Projekt ist die Vernetzung aller Schulen in Wien bis Ende 2000 für das die Stadt öS 250 Mio zur Verfügung stellt. Damit wird die Grundlage für eine hervorragende, zukunftsorientierte Ausbildung in Wien geschaffen. In diesem Zusammenhang sind auch die geplanten Initiativen Wiens im Bereich der Fachhochschulen zu sehen. Bis Ende des Jahres werden sowohl Untersuchungen bezüglich eines Finanzierungsmodells als auch der inhaltlichen Schwerpunktsetzung durchgeführt.

o Neue High Tech-Jobs - Trendwende am Arbeitsmarkt

Gerade die Initiativen in der Ausbildung sind ein
wesentlicher Baustein bei der nachhaltigen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Gut ausgebildete Arbeitskräfte tragen nicht nur ein geringeres Arbeitsplatzrisiko sondern sind bereits heute und
in Zukunft noch stärker ein ganz wesentlicher Vorteil des Wirtschaftsstandortes Wien. Die positiven Auswirkungen der Technologieoffensive Wiens auf den Arbeitsmarkt sind bereits jetzt klar erkennbar. Durch die Liberalisierung des Telekom Marktes existieren heute alternative Netzbetreiber, für die sich natürlich die Frage der Standortwahl stellt. Gab es im Falle von ONE noch
ein Standortrennen zwischen Wien und Burgenland, so stellte sich
die Frage für den vierten Mobilfunknetzbetreiber tele.ring nicht mehr. Der Standort Wien war für tele.ring selbstverständlich. Obwohl auch in Wien - wie in ganz Europa - ein
Qualifizierungsbedarf vor allem im Bereich Softwareentwicklung gegeben ist, zeigt dieses Beispiel sehr klar den bestehenden
Vorteil Wiens, den es gilt auszubauen. Daß hier ein großes Jobpotential liegt, zeigt beispielhaft die Entwicklung bei den Mobilfunkbetreibern: die Mobilkom hat als ehemaliger
Monopolanbieter 1200 Mitarbeiter in Wien. Durch die alternativen Anbieter ONE, max.mobil und tele.ring konnten seit 1996 ca. 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Tendenz des
Mitarbeiterbedarfs ist in diesem Bereich steigend.

Die durch die offensive Wirtschafts- und Technologiepolitik Wiens hervorgerufene positive Entwicklung im Technologiebereich
hat neben anderen strukturpolitischen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen auch großen Anteil an der Trendwende am Arbeitsmarkt. Seit Sommer vergangenen Jahres steigt in Wien die Beschäftigung -zuletzt gab es im April mit 770.000 Beschäftigten um viereinhalbtausend Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Außerdem hat sich der seit März zu verzeichnende Rückgang der Arbeitslosigkeit im letzten Monat nicht nur verfestigt sondern auch deutlich verstärkt. Im Mai ‘99 gab es um 6.500 Arbeitslose weniger als im Mai ‘98. "Klare Signale dafür, den Wiener Politikmix aus Technologieoffensive, aktiver Arbeitsmarktpolitik und strukturpolitischen Weichenstellungen fortzusetzen und forciert weiterzuentwickeln", schloß Ederer. (Schluß) sto

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