Wiener ÖVP stellt Diskussionsentwurf für eine neues Objektivierungsverfahren vor

Wien (ÖVP-Klub) "Die absolute Objektivität bei Personalentscheidungsverfahren gibt es nicht. Wer das behauptet, ist ein politischer Scharlatan und will damit an den betroffenen Schulen nur Unruhe und Manipulationsverdächtigungen schüren", erklärte heute ÖVP-Blidungssprecher GR Walter STROBL.

Viele aktuelle Probleme bei den Direktorenbestellungen würden auf mangelnder Information der Schulpartner beruhen, so daß oft der Eindruck enstünde, als könnten Schulen allein bestimmen, wer Direktor wird. "Dies wurde von einzelnen Parteien dazu genutzt, um Unruhe und das Gefühl der Manipulation bzw. parteipolitischen Beeinflussung zu schüren. Hier hat eindeutig der Stadtschulrat in seiner vorbereitenden Informationspflicht versagt", kritisiert STROBL

Das Wiener Objektivierungsverfahren sei schon bisher durch starke professionelle Komponenten geprägt. Bereits 1993 hat die ÖVP, damals noch als Oppositionspartei, durchgesetzt, daß es zu einer Modernisierung und Professionalisierung des Direktorenbestellungsverfahrens gekommen ist.
Wichtig ist, daß es neben neuen ergänzenden Verfahrensschritten nun auch rasch zu einer Ausweitung des Verfahrens auf alle Schulbereiche kommt.
Dazu gehören alle Direktorenbestellungen sowie Abteilungsvorstände und Fachvorstände sowie Schulaufsichtsbeamte, die Fachinspektoren und die leitenden Verwaltungsfunktionen im Wiener Stadtschulrat.

Gesamtpaket für alle Personalentscheidungen vom Wiener Stadtschulrat gefordert

Neben der Objektivierung der Lehrerfunktionen, sollen auch klar und eindeutig die
Neulehrereinstellungen,
die Vertragsverbesserungen und
die schulfesten Lehrerstellen
nachvollziehbar als Verfahren aufgezeigt werden. Dazu will STROBL zuerst mit dem Koalitionspartner (der Wiener SPÖ) in konkrete Gespräche treten und dann das Kollegium des Wiener Stadtschulrates damit befassen.

Das 5 Säulen-Modell der Wiener ÖVP zur Personalobjektivierung

Dieses Modell sieht eine neue Säule speziell für die Schulpartner vor und gibt jeder einzelnen Säulen eine genaue Gewichtung (Prozentanteil am gesamten Verfahren). Das bisherige "strukturierte Interview" wird weiterentwickelt zu einem "Assessment Center". Dieses professionelle Verfahren wird gemeinsam mit der CPA ausgelagert und findet bei einer Managementberatungsfirma statt.

Einbeziehung der Schulpartner (20 %).
Schon bisher waren die Schulpartner in das Verfahren eingebunden. In Zukunft soll eindeutig klargestellt werden, in welchem Ausmaß die Wünsche und Vorschläge der Schulpartner im gesamten Verfahren Berücksichtigung finden sollen. Der Stadtschulrat soll als Empfehlung eine Strukturmodell für Interviews oder Hearings ausarbeiten. Damit sollen für alle Kandidaten gleichartige Bedingungen geschaffen werden.

Bewerbungsunterlagen (25 %)
Nach einem einheitlichen Bewerbungsbogen haben alle Kandidaten bestimmte festgelegte Kriterien zu erfüllen. Die Auswertung des Bewerbungsbogens und die Auswahl zur Zulassung zum weiteren Verfahren wird durch die zuständigen Abteilungen vorgenommen.
Die von der Abteilung vorgeschlagenen Kandidaten werden der vom Kollegium des Stadtschulrates bestellten Personalkommission zur Kontrolle vorgelegt.

Gutachten (15 %)
Alle zugelassenen Kandidaten/innen werden durch ihre Direktion und den zuständigen Schulaufsichtsbeamten für ihre angestrebte Funktion bewertet. Eine Kontrolle der Bewertung erfolgt durch die zuständige Abteilung des Stadtschulrates.

Assessment Center (30 %)
Das Assessment Center findet unter Mitwirkung eines Vertreters des Stadtschulrates, eines Landesschulinspektors, eines Bezirks- bzw. Berufsschulinspektors, eines Direktorenvertreters und je einem Vertreter der politischen Parteien , die im Kollegium (der jeweiligen Sektion) des Stadtschulrates stimmberechtigt sind, unter der professionellen Leitung eines Vertreters einer Managementberatungsfirma außerhalb des Stadtschulrates statt.
Alle Assessoren werden für ihren Einsatz geschult. Die einzelnen Fraktionen haben mehrere Personen für diese Schulung zu nominieren. Der Einsatz erfolgt nach einer festgelegten Reihenfolge.

Computerunterstützte Potentialanalyse (10 %)
So wie bisher, sollen in einem Multiplechoiceverfahren rund 300 Fragen beantwortet werden. Die Auswertung erfolgt mittels internem Computerprogramm. Das Ergebnis wird unmittelbar nach dem Test ausgedruckt.

Alle Ergebnisse sollen dann addiert und als Grundlage für die Erstellung eines Dreiervorschlages im Kollegium des Stadtschulrates zur Abstimmung gebracht werden.***

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