Keine Geheimsprache mehr in Gebrauchsanweisungen

Krems (OTS) - Wie Produktbeschreibungen und Bedienungsanleitungen zur Wettbewerbsfähigkeit entscheidend beitragen können ist im Lehrgang "Technische Dokumentation" an der Donau-Universität Krems erlernbar.

Verständliche und funktionierende Gebrauchsanleitungen und Produktbeschreibungen sind ein enormer Wettbewerbsvorteil und tragen wesentlich zum Erfolg eines Produkts bei. Gleichzeitig fordern Konsumenten intuitiv verständliche Bedienungsoberflächen statt Stirnrunzeln und die Aussicht auf ein 1000-seitiges Traktat in Geheimsprache als Gebrauchsanweisung. Im Lehrgang wird deshalb auf Informationsdesign, Usability Testing und verständliche Text- und Graphikgestaltung im Detail eingegangen.

Um Multimediaprojekte zu planen, Präsentationen zu gestalten oder auch innerbetriebliche Verfahrensabläufe nach ISO 9000 beschreiben zu können, muß man außerdem den Weg zu den aktuellsten Informationen in weltweiten Infonetzen kennen, Informationstechnologien effizient nutzen und Normen und Gesetze kennen. Eines dieser Gesetze lautet, daß im EU-Binnenmarkt alle Bedienungsanleitungen von Konsumgütern in der jeweiligen Landessprache vorliegen müssen - mehrsprachige Dokumentation ist also gefragt. Die Qualität der Technischen Dokumentation wird damit zum Kostenfaktor: Optimal gestaltete Information ist leicht zu übersetzen, verursacht keine Rückfragen, trägt positiv zum Unternehmensimage bei und zieht weitere Kunden an.

Umfragen belegen, daß gerade Übersetzer mit abgeschlossenem Studium fast ausschließlich im Bereich Fachübersetzen und dabei vor allem als Technische Übersetzer mit dem Gestalten von Bedienungsanleitungen beschäftigt sind. Da reicht es nicht, nur die Sprache auszutauschen:
Das gesamte Produkt, inklusive seiner graphischen Oberfläche und seiner Dokumentation, muß den Gepflogenheiten der Zielkultur angepasst werden. Letztlich sind aber fast alle Kommunikatoren "Übersetzer" im weitesten Sinn: Als Schnittstelle zwischen Marketing und Kundenservice vermitteln sie zwischen Experten und Laien, Technikern und Konsumenten. An der Donau-Universität Krems wird dazu das praktische und theoretische Rüstzeug vermittelt:

Unter dem Motto "Die Verbindung von Mensch und Technik" startet im Oktober 1999 der Lehrgang für Technische Dokumentation. Dieser berufsbegleitende Lehrgang vermittelt eine aktuelle Ausbildung zum Produkt-, Unternehmens- und Fachkommunikator. In drei Semestern mit Workshops, Praktika und Vorträgen von internationalen Managern und Professoren wird der europaweit anerkannte akademische Grad Master of Advanced Studies, MAS, erworben. Alle Lehrgangsinhalte sind auf internationale Erfordernisse ausgerichtet und werden in Seminaren und Übungen vermittelt, in teilnehmer/innenspezifischen Firmenpraktika vertieft und direkt in die persönliche Berufspraxis integriert. Als Zentrumsleiterin holte sich die Kremser Uni die zuletzt in Schweden tätige Übersetzungs- und Kognitionswissenschaftlerin, Dr. Hanna Risku.

WWW: http://www.tim.donau-uni.ac.at/ E-Mail: tim@donau-uni.ac.at

Donau-Universität Krems Abteilung für Telekommunikation, Information und Medien Tel. +43-(2732) 893-2301 oder 2302 Fax: +43-(2732) 893-4300

Anhang zur Pressemeldung:

Technischer Redakteur: Beruf mit Zukunft
von Ing. Curt Schmidt

Sie sind gesuchte Fachleute, über deren Qualifikation und Einsatz jedoch noch vielfach Unwissenheit herrscht. Etwa 25.000 dieser Kräfte, so schätzt die in Stuttgart ansässige "Gesellschaft für Technische Kommunikation und Dokumentation" (tekom e.V.) existieren derzeit in Deutschland und Österreich. In den nächsten Jahren wird man aber bis zu 350.000 Leute in Deutschland benötigen. Für Österreich gibt es keine verfügbaren Daten, aber sicherlich wird der Bedarf, wie auch in anderen Bereichen, bei rund 10% des deutschen Wertes liegen. Die wachsende Bedeutung Technischer Dokumentationen hat sehr verschiedene Ursachen: · Aufgrund der Produkthaftung (PHG1988) und den diversen EG-Richtlinien (z.B. Maschinen, EMV, Aufzüge usw.) steigen die Anforderungen. · Die Kunden fordern lauter als früher gute, zielgruppengerechte und verständliche Beschreibungen. · Es gibt immer mehr Produkte, für die Technische Dokumentationen verfaßt werden müssen. · Die zu beschreibenden Produkte werden immer komplizierter und erfordern daher eine umfangreiche Dokumentation. Beispielsweise erreicht die gesamte Technische Dokumentation eines Airbus mitsamt Bedienungs- und Wartungsanleitungen über 360.000 Seiten. Sie füllt nicht nur fast das gesamte Innere eines Flugzeuges aus, sondern kostet auch so viel wie die ganze Maschine. Die Wirtschaft hat sich auf diese Situation jedoch noch nicht eingestellt. Die allgemeine Unzufriedenheit mit technischen Dokumentationen ist zum überwiegenden Teil durch mangelhafte Qualität begründet. Benutzerhandbücher, Trainingsunterlagen, Wartungshandbücher und Montageanleitungen müssen auf die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen zugeschnitten werden. Die Zeiten, da der Entwickler eines Produktes "nebenbei" auch die Benutzerdokumentation verfaßt, gehen angesichts steigender Kundenanforderungen zu Ende. Spezialisten, die im Fachjargon für Spezialisten schreiben, sind immer weniger gefragt. Besonders in der EDV, wo oft Laien mit vielfältig verflochtenen Anwendungen in Berührung kommen, müssen Handbücher dem Anwender entgegenkommen. Keineswegs strapazieren mißverständliche Gebrauchshinweise nur die Nervenkraft der Kunden. Mißlungene technische Anleitungen verursachen Schäden und Kosten. Viele Arbeitsstunden in Reklamations- und Serviceabteilungen könnten eingespart werden, wenn die Anleitungen hilfreicher wären. Dabei haben die Hersteller in Österreich seit 21. Jänner 1988 eine gesetzliche Instruktionspflicht. Das Produkthaftungsgesetz (PHG) nach den EG-Richtlinien faßt die Sorgfaltspflichten der Hersteller technischer Geräte zusammen und präzisiert sie. Das Arbeitsfeld Technischer Redakteure ist einer größeren Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannt geblieben. So verbinden die meisten Menschen mit dem Begriff "Redakteur" das Berufsbild des Journalisten, der bei einer Zeitung oder Zeitschrift, beim Rundfunk oder Fernsehen arbeitet. Technische Redakteure haben mit dem Geschäft des Journalisten in der Regel jedoch nichts zu tun. Weitgespanntes Aufgabenfeld Technische Redakteure verfassen Technische Dokumentationen. Sie beschreiben technische Sachverhalte, gleichgültig ob es sich um einen Staubsauger oder das neueste Auto handelt. Es gibt ein weitgespanntes Aufgabenfeld, das sich nach Branchen und der Art der Dokumentation unterscheidet: · So gibt es Technische Redakteure in der Elektrotechnik, im Fahrzeugbau, im Anlagenbau, im Maschinenbau, in der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Datenverarbeitung (Geräte- und Programmiertechnik) und in vielen anderen Bereichen. · Die verschiedenen Arten der technischen Dokumentation lassen sich grob dadurch klassifizieren, wie stark bei ihnen der Aspekt der Fachinformation oder der Werbecharakter betont wird. Der Technische Redakteur muß wissen, wie sich die Zielgruppe seiner Dokumentation zusammensetzt, um Inhalt, Aufbau und Sprache entsprechend zu wählen. Er ist bei seiner Arbeit auf die Zusammenarbeit und den ständigen Kontakt mit Entwicklung, Vertrieb und Servicedienst angewiesen. Mit zu seinen Aufgaben zählt auch das Zeit- und Kostenmanagement. Der Technische Redakteur muß seine Arbeit so planen, daß termingerecht zur Lieferfreigabe des Produkts auch die Dokumentation fertig ist. Auch muß er sich Rechenschaft darüber ablegen, was eine Seite und die gesamte Dokumentation kostet und welcher Aufwand (Mehrfarbigkeit, Grafiken usw.) angesichts der Markt-und/oder Vertriebsbedeutung des Produkts angebracht ist. Ausbildung Technischer Redakteure Technische Redakteure haben die unterschiedlichsten Ausbildungen absolviert. In vielen Fällen sind sie Ingenieure, Techniker oder Meister, die das Fachwissen für ein bestimmtes Gebiet von Haus aus mitbringen. Durch "Learning by doing" und Fortbildungskurse eignen sie sich das notwendige Wissen im Verfassen und Gestalten von Handbüchern an. In den letzten Jahren dringen verstärkt Pädagogen und andere Geisteswissenschaftler, wie beispielsweise Germanisten in dieses Arbeitsfeld ein. Sie bringen Kenntnisse mit, die beim Verfassen von Dokumentationen wichtig sind:
Strukturieren, Gliedern, sprachlicher Ausdruck, didaktische Fähigkeiten. Dieser Personenkreis erwirbt die erforderlichen technischen Kenntnisse durch eine vorgeschaltete Umschulung oder firmeninterne Ausbildung. Beruf gezielt erlernen Seit 1991 werden an Fachhochschulen in Deutschland Studienlehrgänge "Technische Dokumentation" angeboten. In Österreich wird ab dem Studienjahr 1997/98 ein 2 bzw. 3semestriger Studienlehrgang "Technische Dokumentation" an der Donau-Universität Krems angeboten. Der nächste Lehrgang startet bereits im Oktober 1999. Der Autor: Ing. Curt Schmidt, Geschäftsführer der Fa. itl-Institut für technische Literatur GmbH, Niederlassung Österreich, Babogasse 6, 2020 Hollbrunn, Telefon 02952/30680-0, Telefax 02952/30680-20, Mobiltelefon 0664/1320061, e-mail: itl_aut@compuserve.com

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