Laska: Heimreform geht in die Halbzeit

Schon 2 Heime in 21 Wohngemeinschaften übersiedelt

Wien, (OTS) Im Mai 1997 wurde die Strukturreform der Heimerziehung - also der außerfamiliären stationären Unterbringung nach dem Jugendwohlfahrtsgesetz, beschlossen. Ziel war es, Großinstitutionen zu schließen und in Wohngemeinschaften zu übersiedeln, aber auch vermehrt regionale Angebote zu schaffen.
Die Reform "Heim 2000" wurde für fünf Jahre anberaumt. Es wurden 21 neue Wohngemeinschaften geschaffen. Die Errichtung von 8 neuen Krisenzentren wurde abgeschlossen, 2 wurden provisorisch eingerichtet.

Sechs sozialpädagogische Regionen

Die Strukturreform "Heim 2000" arbeitet stadtteilorientiert. "Unser Grundsatz ist, daß soziale Probleme dort gelöst werden, wo sie entstehen. Das Wohl des Kindes steht immer im Mittelpunkt.
Jetzt wird es nicht mehr aus seinem Freundeskreis gerissen oder seiner gewohnten Schulumgebung beraubt. Oberstes Ziel ist immer zu versuchen, das Kind wieder in seine Familie zurückkehren zu lassen", erklärt Vizebürgermeisterin und Sozialstadträtin Grete Laska. Durch die Regionalisierung entstanden in Wien 6 sozialpädagogische Regionen.

10 neue Krisenzentren in den Regionen

Herzstück der Regionen sind die Krisenzentren. Sie sind erste Anlaufstelle für Kinder zwischen 2 und 15 und deren Eltern. Aber auch LehrerInnen und alle professionellen HelferInnen erhalten
dort Unterstützung. Krisenzentren sind Clearing-Stellen bei
Krisen, hier werden Lösungsstrategien entwickelt. Betreut werden sie von einem Team aus 6 SozialpädagogInnen und einem Koordinator. Standen 1996 rund 50 Krisen-Plätze in nur 3 Standorten zur Verfügung, sind es nun 10 regionale Standorte mit 80 Plätzen und 2 Standorte für Jugendliche mit 30 Plätzen. Das Platzangebot hat sich in nur 2 Jahren mehr als verdoppelt.

Julius Tandler - und Charlotte Bühler Heim bereits ausgesiedelt

Das Julius Tandler Heim hat bereits seine Tore geschlossen,
das Charlotte Bühler Heim ist zum größten Teil in Wohngemeinschaften übersiedelt. Im Herbst werden die letzten 3 Gruppen reformiert. Seit Mai 1997 sind 21 neue Wohngemeinschaften entstanden.

Schon vor der Reform wurde das Konzept WG erprobt - insgesamt bestehen in Wien daher bereits 31 Wohngemeinschaften.
Das Heim Hohe Warte soll Anfang nächsten Jahres vollständig umgesiedelt sein, die Schließung der Stadt des Kindes ist für 2001 projektiert.

Durch die Ausgliederung ist es gelungen, den Anteil von
Kindern und Jugendlichen, die in Heimen wohnen von 73% auf 54% zu senken.

Sozialpädagogische Beratungsstellen als ambulantes Netz

In Wien werden derzeit 470 Kinder in städtischen Heimen, 206 Kinder in städtischen Wg´s und rund 600 Kinder in privaten Einrichtungen, sowie 1.600 bei Pflegeeltern betreut. Die
Errichtung von ambulanten und niederschwelligen Einrichtungen hat die Zahlen in den letzten 25 Jahren um die Hälfte gesenkt. Sozialpädagogische Beratungsstellen als ambulantes Netz helfen sowohl im Vorfeld einer Fremdunterbringung als auch nachdem das
Kind wieder in die Familie zurückgekehrt ist. Schluß (us)

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