10 Jahre Östereichische Gesellschaft für Onkologie

Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie am 12./13.6.1999 im Naturhistorischen Museum in Wien

Wien (OTS) - Zahl der Krebserkrankungen steigt weltweit, effektive therapeutische Maßnahmen von Patienten eingefordert. Die Zahl der an Krebs erkrankten Menschen steigt weltweit von Jahr zu Jahr. Der Druck von Seiten der Krebspatienten auf die Medizin mit der Forderung nach besseren Diagnose- und Therapiemöglichkeiten wird von Jahr zu Jahr größer. In diese Situation hinein wurde vor 10 Jahren von zwei österreichischen Ärzten, Dr. Köstler und Dr. Steinkellner die "Österreichische Gesellschaft für Onkologie" mit der Zielsetzung gegründet, durch die Arbeit dieser Gruppe von Ärzten eine längere tumorfreie Überlebenszeit bei verbesserter Lebensqualität für Krebspatienten zu erreichen.

Größte Chance in der Krebstherapie heute - Vermeidung von Metastasen

Bei einer intensiven Suche nach effektiven Maßnahmen um dieses Ziel zu erreichen, gelangten sie zu der Überzeugung, daß die größte Chance, das Leben eines Tumorpatienten zu verlängern, darin gelegen ist, das gefürchtete Wiederauftreten eines Tumors (Rezidiv) nach den durchgeführten tumorzerstörenden Schritten zu verhindern. Es ist bekannt, daß der Tumorpatient in den seltensten Fällen an seinem Ersttumor (Primärtumor) Probleme bekommt, viel bedrohlicher sind die Rezidive oder Tochtergeschwülste (Metastasen). Es ging als im nächsten Schritt darum, anstatt einer "wait and see policy" ("Abwarte- und Beobachtungspolitik", ob wieder ein Tumor wieder kommt oder nicht) eine aktive Rezidiv- und Metastasenprophylaxe-Therapie einzuführen, um zu besseren therapeutischen Ergebnissen zu kommen.

Langzeitmanagement der Tumorkrankheit nötig.

In aufwendigen Untersuchungen und Analysen ging es den beiden Ärzte auch darum, herauszufinden, wie man diese Therapie am besten gestalten und durch diagnostische Maßnahmen absichern könnte. Dabei zeigte sich, daß am ehesten nur durch ein Langzeitmanagement aller diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei Tumorpatienten dieses Ziel erreicht werden könnte. Die im Rahmen einer bösartigen Erkrankungen notwendigen Maßnahmen sind einerseits auf den klinischen und als auch auf den außerklinischen Bereich verteilt, wobei zu bedenken ist, daß aus ökonomischen Gründen die Klinikaufenthalte für invasive therapeutische Maßnahmen immer kürzer gehalten werden und damit automatisch die Langzeittherapie in den niedergelassenen Bereich verlegt wird. Die Überzeugung der beiden Mediziner war, daß der Tumorpatient nicht nur eine kurzfristige klinische Betreuung, sondern auch eine Langzeitbetreuung braucht, die am optimalsten beim onkologisch geschulten und erfahrenen niedergelassenen Arzt (Facharzt oder Arzt für Allgemeinmedizin) stattfinden sollte. Der Vorteil einer solchen Langzeitbetreuung liegt für den Patienten auf der Hand, hat er doch über den ganzen Verlauf seiner Krankheit immer ein und denselben ihm vertrauten Ansprechpartner zur Verfügung, der mit allen Daten und Fakten seiner Krankengeschichte und allen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vertraut ist.

Onkologische Basistherapie ergänzt das Programm bisheriger Therapiekonzepte.

Das Management einer Tumorkrankheit, mit der Zielsetzung, Rezidive und Metastasen zu verhindern, erfordert ein schrittweises Vorgehen, wie es im Programm der "Onkologischen Basistherapie" von der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie festgeschrieben wurde. Bei der Umsetzung der einzelnen Schritte dieses Programmes geht es vor allem darum, einem Tumor den Boden für das Wachstum in einem Patienten zu entziehen. Aus diesem Grund sollte das Programm der Onkologischen Basistherapie bestmöglichst schon vor und während, vor allem aber nach notwendigen tumorzerstörenden Maßnahmen (Chirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie) eingesetzt werden. Viele der tumorzerstörenden Maßnahmen, wie Operation (Vollnarkose), Chemotherapie und Strahlentherapie belasten nämlich das immunologische und das antioxidative Abwehrsystem des Menschen zusätzlich, durch den Einsatz der Onkologischen Basistherapie aber soll die Schaden-Nutzen-Relation einer Therapie immer in Richtung des Nutzens gesteuert werden.

Ziel der Onkologischen Basistherapie: krebsfördernde Ursachen ausschalten - ein krebsfeindliches Milieu im Patienten schaffen.

Der erste Schritt im Rahmen der Onkologischen Basistherapie besteht darin, die Ursachen für die Bildung eines Tumors bei einem Krebspatienten möglichst genau herauszufinden, um sie der Folge auszuschalten. Würde man auf diesen Schritt verzichten und dadurch tumorfördernde Einflüsse oder ein tumorfreundliche Milieu im Patienten weiterbestehen lassen, so wäre nicht einzusehen, warum der Tumor nicht wieder auftreten sollte, und ein Rezidiv oder Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden sollte. Nach der Zerstörung oder Elimination des Tumors geht bei der aktiven Rezidiv- und Metastasenprophylaxetherapie darum, durch den Einsatz komplexer therapeutischer Maßnahmen, im Organismus des Menschen ein krebsfeindliches Milieu zu schaffen und aufrechtzuhalten, was durch regelmäßig durchgeführte Tests abgesichert werden muß, um bei Veränderungen, die auf einen Progress hinweisen durch eine Intensivierung der therapeutische Maßnahmen sofort gegensteuern zu können.

Reduktion des oxidativen Stresses bei Tumorpatienten wichtig.

Das Hauptziel der Onkologischen Basistherapie ist es, den oxidativen Stress beim Tumorpatienten zu reduzieren. Es ist eine relativ neue Erkenntnis aus dem Gebiet der Grundlagenforschung, daß alle schädlichen Einwirkungen auf den menschlichen Organismus, ob mechanische, chemische, thermisch, toxische, hypoxische oder hyperoxische Einflüsse, ihre Schädigung letztendlich in Form von Freien Radikalen tun. Freie Radikale wieder sind hochaggressive Moleküle oder Atome, die im Stande sind biologischen Strukturen ein Elektron rauben können und diese dadurch oxidativ schädigen können. Das Ausmaß der jeweiligen oxidativen Schädigung von Zellen und Zellstrukturen, sowie anderen Strukturen des Organismus (Bindegewebe etc.), kann bis zur Entwicklung eines Tumors führen. Die Ursache für oxidativen Stress können im seelischen und/oder körperlichen Bereich gelegen sein, wie z.B. durch chronische Entzündungsherde, Virusinfektionen, Schwermetallbelastungen, Zigarettenrauchen etc.. Dabei kommt es durch die oben genannten Freien Radikale zur Schädigung von Zellen und Bindegewebselementen des Körpers. In den Zellen sind es vor allem Membranstrukturen, aber auch Zellorganellen, wie die Kraftwerke der Zellen (Mitochondrien) und das genetische Material, was zur Tumorentwicklung führen kann.

Programm der Onkologischen Basistherapie im Detail

So versteht man aus diesen Erkenntnissen heraus auch die Überlegungen, die zur Gestaltung des Programmes der Onkologischen Basistherapie geführt haben: Folgende Punkte sind von Bedeutung:

1. Entgiftung (Detoxifikation),

2.Antioxidative Therapie (Zufuhr von Radikalfängern oder Bausteinen zur Bildung von Radikalfängern, wie z.B. Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitmaine etc.)

3.Immunmodulation (Aktivierung der immunologischen Abwehrmechanismen)

4.Hormontherapie (Hormonblockade oder antihormonelle Therapie)
5. Psychotherapie (Psychoonkologie, Mediation, Qigong, Yoga)
6. Physikalische Therapie (Hyperthermie etc.)
7. Ernährungstherapie.

Österreichische Gesellschaft für Onkologie heute zahlenstarke ärztliche Gesellschaft in Österreich.

Das Interesse von Seiten der Ärzte an einer Gesellschaft, wie der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie war groß, sodaß diese heute von den Mitgliedszahlen zu den größten ärztlichen Geselllschaften Österreichs zählt.

Ziel der ÖGO: Jeder Tumorpatient soll in Wohnortnähe einen onkologisch geschulten Arzt vorfinden.

Zielvorstellung der Gesellschaftsgründer Köstler und Steinkellner war es, Sorge dafür zu tragen, daß Tumorpatienten österreichweit, in etwa 50-100 km Entfernung von ihrem Wohnort einen Arzt vorfinden können, der auch auf die Methoden onkologische Diagnostik und Therapien spezialisiert ist und damit ein kompetenter Partner für eine Langzeitbetreuung des Tumorpatienten, auch von einem ganzheitlichen Gesichtpunkt her ist.

Dieser speziell geschulten Ärzte sollen Antwort und Hilfe auf die vielen Fragen eines Krebspatienten wissen, die sich für diesen nach der Diagnosestellung Krebs auftun und versuchen, durch eine professionelles Krankheitsmanagement das bestmögliche therapeutische Ergebnis zu erzielen. Dazu ist auch eine gute Kommunikation mit den klinischen Einrichtungen vor Ort erforderlich und deshalb sollten Konkurrenz-gedanken keine Rolle spielen, denn es geht doch in erster Linie um das Wohl des Patienten.

Seit Jahren intensive Aus- und Fortbildungstätigkeit der ÖGO im In-und Ausland.

Zur Verwirklichung dieses Zieles wurden von der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie von Anbeginn ihres Bestehens wissenschaftliche Tagungen in verschiedenen Städten in Österreich und dessen Nachbarländern ausgerichtet oder mitgestaltet. Auch nach Australien und Neuseeland wurde das Programm und die Erkenntnisse der ÖGO bei Kongressen und Symposien getragen.

ONKODATA 2000 zeigt Vorteil des Einsatzes der Onkologischen Basistherapie für die Patienten.

Untermauert wird die Arbeit der Gesellschaftsmitglieder durch eine seit Jahren laufende Dokumentation (Onkodata 2000 ) über die Effektivität der Maßnahmen der Onkologischen Basistherapie bezüglich der so wichtigen Vermeidung von Rezidiven und Metastasen bei Krebspatienten. Die statistischen Zwischenauswertungen der Daten über Patienten, die nicht nur mit tumordestruktien Maßnahmen, sondern zusätzlich mit dem Programm der Onkologischen Basistherapie behandelt wurden, zeigen einen Vorteil an rezidiv- und metastasenfreier Überlebenszeit bei gleichzeitig guter Lebensqualität für den Krebspatienten.

Kosteneinsparung an Diagnose- und Therapiekosten durch extramurale Langzeitbetreuung möglich.

Auch in Hinblick auf die von den Sozialversicherungen angestrebten Kosteneinsparungen kommt der Betreuung onkologischer Patienten im niedergelassenen Bereich ein signifikanter Vorteil zu, wie eine eben abgeschlossene Studie der Deutschen Gesellschaft für Onkologie (Düsseldorf) zeigt.

Journal "CURRICULUM ONCOLOGICUM"

Das regelmäßig erscheinendes Journal der Gesellschaft, "Curriculum Oncologicum", dient zur Publikation innovativer Ansätze in der Onkologie und wird in Europa, sowie in Australien gelesen. Seit kurzer Zeit gibt es außerdem gleichsam ein Handbuch für die Anwendung ganzheitlicher onkologischer Ansätze: "Krebstherapie in der Praxis" (Steinkellner) als Ergänzung zu den seit Jahren in Verwendung stehenden Skripten der Gesellschaft, gleichsam als Arbeitsbehelf für den onkologisch tätigen Arzt in der niedergelassenen Praxis.

Kooperation der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie mit der Deutschen Gesellschaft für Onkologie.

Eine intensive Zusammenarbeit mit der deutschen Schwestergesellschaft (DGO), der Deutschen Gesellschaft für Onkologie hat in den vergangenen Jahren befruchtend auf beide Gesellschaften gewirkt.

Der wissenschaftliche Beirat der Gesellschaft bestehend aus namhaften Wissenschaftern des In- und Ausland überwacht die Einhaltung wissenschaftlicher Normen der Arbeit der Gesellschaft.

Ziel der ÖGO: Neuerungen in der Onkologie rasch zum Patienten bringen.

Es vorrangiges Ziel der Gesellschaft war von Anfang an, Innovationen in der Diagnose und Therapie bösartige Erkrankungen aufzugreifen, entsprechende Fachleute zu den betreffenden Themen als Referenten einzuladen um so eine rasche Umsetzung neuer Ideen in der Onkologie zu erreichen.

Frühjahrstagung der ÖGO, 12./13.6.1999, Naturhistorisches Museum Wien Die kommende Frühjahrstagung der ÖGO (12./13.6.1999, im Naturhistorischen Museum) befaßt sich mit einigen solcher Innovationen in der Onkologie. Von Herrn Prof.Dr.Giesing, Recklinghausen, wird darüber vorgetragen, daß es heute bereits möglich ist, im Labor den Fingerabdruck (fingerprint) eines Tumors molekularbiologisch abzunehmen, um dadurch einerseits die verschiedenen Therapiemöglichkeiten, andererseits die Prognose des Patienten zu bestimmen.

Kein Tumor der Welt ist wie der andere!

Neue Erkenntnisse aus der Gentechnik und Molekularbiologie lehren uns, daß kein Tumor der Welt wie der andere ist und konsequenterweise in Zukunft ein Tumorkranker möglichst individuell optimiert behandelt werden sollte, wenn die Therapien den größtmöglichen Erfolg haben soll. Durch diese molekularbiologischen Tests kann u.a. erfaßt werden, ob ein Tumor chemosensitiv ist oder nicht und auf welche Chemotherapeutika er am besten anspricht. Weiters ist es mit diesen Methoden möglich Aussagen darüber zu treffen, ob ein Tumor zur Ausbildung von Metastasen neigt oder nicht. Sollte eine Chemotherapie nicht möglich sein, weil der Tumor von Haus aus chemoresistent ist oder durch die vorangegangene Therapie chemoresistent geworden ist, kann nachgesehen werden, ob der Tumor auf Hormontherapien oder Immuntherapien anspricht. Erstmalig in der Medizingeschichte ist es möglich aus dem Blut des Patienten, falls dort Tumorzellen zirkulieren, diese herauszuholen und ebenfalls molekularbiologisch auf ihre Eigenschaften zu überprüfen.

Redoxanalyse des Serums zur Erfassung des oxidativen Stresses im Patienten.

Ein weiterer innovativer Vorstoß, der ein Thema auf der Frühjahrstagung der ÖGO im Juni 1999 sein wird, ist die Messung des oxidativen Zustandes einen Menschen mit der Methode der Serumredoxanalyse (Dr. Heinrich, Rostock). Mit dieser Analysemethode kann aus dem Serum des Patienten eine Unzahl von Aussagen über das Ausmaß des oxidativen Stresses und der Redoxpotentiale getroffen werden, die in der Folge zu einem computerisierten Therapievorschlag mit dem das gestörten Milieu korrigiert werden kann, führen.

Die Frühjahrstagung der ÖGO wird sich auch mit reinen Themen der Grundlagenforschung befassen, wenn es um die Analyse bestimmter Eiweißstrukturen geht, die man bei Tumorpatienten im Blut findet und die auch mit bestimmten Mikroskopiertechniken sichtbar gemacht werden können (Gerner, Köstler).

Manual für praktisches therapeutisches Vorgehen - "Krebstherapie in der Praxis" (Steinkellner)

Auch das praktische Arbeiten für den Tumorpatienten anhand eines Manuals wird im Rahmen eines Workshops während dieser Tagung geübt. Ziel ist es, den am Workshop teilnehmenden Ärzten die Möglichkeit zu geben, am Ende der Tagung das Erlernte sofort in die praktische diagnostische und therapeutische Arbeit des nächsten Tages einzubinden.

Zusatzbezeichnung "ARZT FÜR ONKOLOGIE" wird angestrebt. Zielvorstellung der Gesellschaft ist es, über Absolvierung der in festgelegten Lehrgangs-Modulen zusammengefaßten, postgraduellen Ausbildungslehrgängen in Zukunft für die Absolventen die Anerkennung der Zusatzbezeichnung "Arzt für Onkologie" zu erreichen.

Es wird aber im Rahmen der Frühjahrstagung 1999 der ÖGO nicht nur gearbeitet, sondern auch das 10-jährige Bestehen der Gesellschaft mit einem festlichen Gesellschaftsabend auf der Gloriette in Schönbrunn gefeiert und mit Freude und Stolz auf das bisher Erreichte geblickt.

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