ÖFB-Präsident fordert Ende der Ankündigungspolitik Stronachs: "Der Ligapräsident soll endlich die Zusammenarbeit aufnehmen!"

Wien (OTS) - ÖFB-Präsident Mauhart richtete heute einen persönlichen Brief an Frank Stronach, indem er auf die Aussagen, die der Präsident der Bundesliga im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz getätigt hat. Stronach präsentierte ein Programm zur Förderung der österreichischen Nachwuchsspieler. Mauhart: "Ich habe mit Erstaunen und teilweisem Befremden die Aussagen des Bundesliga-Präsidenten zur Kenntnis genommen. Eingangs sei gesagt, daß der ÖFB entgegen der Aussagen der Bundesliga weder zu dieser Veranstaltung eingeladen, noch ein Konzept vorgelegt wurde. Die von Herrn Stronach geforderte Zusammenarbeit konnte mit Herrn Stronach bisher leider nicht stattfinden, der Liga-Präsident hat an keinen Sitzungen teilgenommen, zu keinen Themen sachlich Stellung ge-nommen und sich offensichtlich auch nicht über die seit der ÖFB-Haupt-versammlung stattgefundenen Sitzungen und Arbeiten informiert. Die Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt, daß dieser unbefriedigende Zustand einer unsachlichen Ankün-di-gungs-politk beseitigt wird", so ÖFB-Präsident Beppo Mauhart.

Ein weiterer deutlicher Beweis der mangelnden Kooperation sei Stronachs Vorgangsweise in Salzburg, wo ein von der UEFA, der Bundes-und Landesregierung sowie der Stadt Salzburg abgestimmtes Stadionprojekt durch eine nebulose Märchenwelt neu zur Diskussion gestellt und die zugesagte Finanzierung gefährdet wurde. Die beteiligten Parteien warten heute noch auf detaillierte, sachliche Unterlagen über das Vorhaben Stronachs.

DER ÖFB IST FÜR TIEFGREIFENDE REFORMEN DES FUSSBALLS

Schon nach der Hauptversammlung im April 1999 wurde in gemeinsamen Gesprächen und Sitzungen mit der Bundesliga versucht, die vertraglichen Verflechtungen der Firmen Stro-nachs mit den Vereinen und der Liga zu diskutieren und sachlich zu erörtern. "Bisher fehlt von der Liga jede erforderliche Information. Es wurden trotz zweier schriftlicher Aufforderungen des ÖFB (5. März 1999 und 11. Mai 1999) keine gültigen Verträge vorgelegt, das an den Liga-Präsidenten Stronach gerichtete Schreiben vom 11. Mai wurde noch nicht einmal beantwortet.

NACHWUCHSKLAUSUR DES SPORTREFERATES

Dem ÖFB ist auch bewußt, daß - unabhängig von Resultaten der Nationalmannschaft - eine sachliche Diskussion über die Zukunft des österreichischen Fußballs geschehen muß. Das am 11. April 1999 von der Ordentlichen Hauptversammlung des ÖFB eingesetzte Sportreferat nahm am 17./18. Mai mit einer Klausurtagung seine offizielle Tätigkeit auf, und zwar die Koordination und die damit in Zusammenhang stehenden Aufgaben aller "technischen" Gre-mien des ÖFB. Unter Mitwirkung von Vertretern der Bundesliga, Liga-Vorstand Reinhard Nachbagauer, Hans-Werner Weiss und Peter Svetits, wurde vorerst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation des Nachwuchsfußballs in Österreich gemacht. Die notwendigen Maßnahmen zu einer verbesserten Überführung der Nachwuchs-spieler in die Kampfmannschaften der max.Bundesliga und 1. Division mit ent-sprechenden Begleitmaßnahmen bilde-ten ebenfalls einen Themen-schwerpunkt der intensiven Beratungen. Alle Ergebnisse wurden an die zu-ständigen Gremien des ÖFB zur detaillierten Ausarbeitung weitergeleitet. So soll auch nach Wünschen der Bundesliga der ÖFB an der Ausarbeitung eines Modells für eine Nachwuchsakademie mitwirken und das entsprechende Know-how einbringen. Am 28. Mai tagte die BNZ-Kommission mit Vertretern der Liga, Hans Werner-Weiss, Peter Svetits, Liga-Vorstand Reinhard Nachbagauer und Peter Ertl und die Jugendkommission wird sich erstmals am 11. und 12. Juni mit diesen Themen beschäftigen. Auch in diesem Gremium ist die Liga repräsentativ vertreten (siehe beiliegende Aufstellung einiger Kommissionen und Referate des ÖFB).

STRONACHS FINANZIELLE LEISTUNG NICHT ABGESICHERT

Mauhart fehlen in Frank Stronachs "Programm zur Förderung der österreichischen Nach-wuchs-spieler" die entsprechenden Sicherheiten. "Die Schlagworte Frank Stronachs scheinen wiederum nebulos, da die 150 Millionen in fünf Jahren durch keinerlei Garantien abgesichert sind und nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn für Herrn Stronach die (nicht definierten) Rahmenbedingungen stimmen. Es ist -wie in der Vergan-genheit - leider nicht möglich, den Ligavorsitzenden zu einem realisierbaren Modell zu verpflichten, zur Vorlage von endgültigen Verträgen zu bewegen oder in einem sachlichen Gespräch Projekte zu erörtern. Von plakativen Aussagen wurde noch kein Nachwuchsfußballer zum Teamspieler. Wer ist nicht überzeugt, daß Sport für eine Nation sehr wichtig ist, daß eine sachliche Diskussion über den Fußball immer stattfinden muß, daß die Jugend Idole braucht, daß ein Nach-wuchsspieler einen fairen Vertrag erhalten und zu fairen Bedingungen wechseln können soll?"

VERWALTUNG DES FONDS WÄRE AUFGABE DES ARBEITSAUSSCHUSSES

Zum Themenpunkt der Finanzierung ist der ÖFB auch gerne bereit, weitere Finanzierungs-gespräche über einen Nachwuchsfonds zu führen, soferne der Ligavorsitzende den Beschluß über zusätzlich aufzu-bringende Mittel (10% der Jahres-Summe für jeden Nicht-Österreicher) bei den Vereinen durchgesetzt hat. Die Verwaltung eines zu schaffenden Fonds wäre sehr gut beim vor geraumer Zeit gegründeten Arbeitsausschuss ÖFB/Bundesliga untergebracht, da dieser paritätisch aus Vertretern der Liga und des ÖFB zusammengesetzt ist. Positiv beurteilt Mauhart die Unterstützung Stronachs betreffend der Aussage des Teamchefs Otto Baric, wonach vermehrt junge Spieler in den Kampfmannschaften eingesetzt und eine Reduktion der Legionäre in der heimischen Liga anzustrebt werden muß. "Ich hoffe, daß der Bundesliga-Präsident sein Anliegen intern durchsetzen und dem Teamchef bei der Findung zusätzlicher Termine für Teamlehrgänge unterstützen kann", argumentiert der ÖFB-Präsident. Befremdend sei jedoch die Aussage, wonach die Nationalmannschaft erst ein Anliegen der Vereine werden müsse. "Die Nationalmannschaft ist ein Anliegen der Vereine", so Beppo Mauhart. "Sturm-Präsident Hannes Kartnig bestätigte erst kürzlich in der TV-Sendung ZIB 2, daß Mario Haas durch die Teameinsätze seinen Marktwert deutlich gesteigert hat. In ge-mein-samen Sitzungen des WM- und EM-Komitees, zu denen der Liga-Präsident immer eingeladen wird, werden alle aktuellen Themen das Team betreffend angesprochen und diskutiert. Mauhart: "Der österreichische Fußball könne nicht von medienträchtigen Äußerungen und vagen Projekten leben, die ohne jegliche juristische und legistische Hintergründe postuliert werden. Der Ligavorsitzende soll nach Monaten populistischer Ankündigungen endlich die Führung der Liga übernehmen, an Sitzungen teilnehmen und - so wie vereinbart -konkrete, nachvollziehbare, mittelfristig abgesicherte Daten folgen lassen, um zu dokumentieren, daß ein Interesse am österreichischen Fußball nicht nur in Form von regelmäßigen Me-dien-auf-tritten Niederschlag findet. Herr Stronach muß auch zur Kenntnis nehmen, daß der ÖFB als Dachverband alle seine Mitglieder immer wieder auf Ungereimtheiten und Statuten-widrig-keiten aufmerksam machen und mahnen wird. Es gehört offensichtlich zum Stil des Liga-Präsidenten, einer Einhaltung einer statutarisch verankerten Sorgfaltspflicht mit Rücktritts-äußerungen zu begegnen."

Einge gemeinsame Gremien ÖFB/Bundesliga:

BNZ-KOMMISSION (BNZK)

VORSITZENDER:Peter Ertl
VERTRETER DES BV: Abg. z. NR Karlheinz Kopf
Manfred Möller
GD Dr. Leo Windtner

VERTRETER DER BL: Hans Werner Weiss

Peter Svetits
Reinhard Nachbagauer

MITGLIEDER:Herbert HaasStFV
Robert Hilberger Vorsitzender BNZ- Spielausschuß
Mag. Reinhard Horvath Lotterien
Mag. Gerhard Scherbaum BKA/ Gruppe Sport
Dipl.-Ing. Friedrich Stickler Lotterien

JUGENDKOMMISSION (JK)

VORSITZENDER:GD Dr. Leo Windtner
STELLVERTRETER:Dir. Erwin Lentner
MITGLIEDER:Peter Ertl (Vorsitzender der BNZ-Kommission)

Johann Gartner
Wolfgang Hepberger
Dir. Walter Lugmayr
Ing. Josef Orovits
Peter Svetits
Dr. Gernot Wainig

Die Zusammensetzung ist in den Satzungen fixiert. Die JUGENDREFERENTEN müssen mindestens zweimal jährlich ohne Stimmrecht beigezogen werden:

FUNKTION NAME

BFV: Helmut Piplits
KFV: Robert Kuess
NÖFV: Werner Würzler
OÖFV: Johann Oberndorfer
SFV: Stefan Pucelik
STFV: Anton Eder
TFV: Karl-Heinz Geisler
VFV: Mag. Konrad Berchthold
WFV: Alfred Hammer
BUNDESLIGA: Thomas Kornhoff

ARBEITSAUSSCHUSS ÖFB/BL (AA)

VORSITZ UNDREGION OST:HR Mag. Rudolf Talos
STELLVERTRETER: Rudolf Quehenberger
MITGLIEDER: REGION MITTE:GD Dr. Leo Windtner

REGION WEST: Abg. z. NR Karlheinz Kopf
VERTRETER DES SATZUNGSKOMITEES:HR Dr. Wilhelm Reichebner RECHTSEXPERTE: Dr. Thomas Partl

BUNDESLIGA: Günter Kaltenbrunner
Peter Svetits
Hans-Werner Weiss

BERATENDES MITGLIED:Reinhard Nachbagauer
BNZ:Peter Ertl

SPORTREFERAT (SPORT)

SPORTREFERENT: Karlheinz Kopf
VORSITZENDER TRUK:Karlheinz Kopf
VORSITZENDER JUGENDKOMMISSION:Dr. Leo Windtner
VORSITZENDER ARBEITSAUSSCHUSS ÖFB/BL:HR Mag. Rudolf Talos VORSITZENDER BNZ-KOMMISSION:Peter Ertl
SCHULSPORTREFERENT:Dir. Erwin Lentner
FRAUENFUSSBALLREFERENT:Sepp Pösinger
SCHIEDSRICHTERREFERENT:Franz Wöhrer
KOOPTIERTE MITGLIEDER:Hans-Werner Weiss

Peter Svetits
Josef Reitbauer
sowie die ÖFB-Sportlehrer, der ÖFB- Jugendsekretär und dem TRUK-Sekretär
ohne Stimmrecht

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