Österreichisches Rotes Kreuz plant Entsendung eines Erkundungsteams - Gemeinsam mit den Flüchtlingen sollen Rückkehrmöglichkeiten in den Kosovo evaluiert werden

Wien (OTS) - "Mit der Aussicht auf Frieden steht die humanitäre Arbeit vor der neuen Herausforderung, die Kosovo-Albaner bei ihrer Rückkehr in die Heimat zu unterstützen", sagt Bernhard Jany, Sprecher des Österreichischen Roten Kreuzes. "Gemeinsam mit den Flüchtlingen freuen wir uns über das Ende des Krieges. Unser humanitärer Auftrag ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen." Sobald die notwendigen Sicherheitsgarantien gegeben sind, soll ein Erkundungsteam, gemeinsam mit Vertretern der Camp-Flüchtlinge, die Möglichkeit einer Rückkehr in den Kosovo evaluieren. "Die Lage vor Ort wird darüber entscheiden, inwieweit den Flüchtlingen eine Rückkehr überhaupt zumutbar ist", erklärt Jany.

Schwerpunkt der österreichischen Rotkreuz-Hilfe wird auch weiterhin die Leitung des Flüchtlingslagers im Österreich-Camp sein, das derzeit 3000 Kosovo-Albanern Schutz bietet. "Unsere Hilfe endet aber nicht innerhalb der Camp-Grenzen", so Jany. "Das Erkundungsteam wird feststellen, was notwendig ist, um Minimalerfordernisse für eine Rückkehr zu schaffen. Wir werden dann entweder die Reparatur von teilweise zerstörten Häusern unterstützen, oder für provisorische Unterkünfte sorgen". Die Flüchtlinge können erst zurückkehren, wenn ihre Sicherheit, ihre Unterbringung, die medizinische Betreuung und Lebensmittelversorgung garantiert sind. Die Tatsache, daß rund 70 Prozent der Camp-Flüchtlinge aus einer Gemeinde im Kosovo stammen, dürfte eine geordnete Rückkehr und die Koordination der weiteren Rotkreuz-Hilfe wesentlich erleichtern.

Erst wenn die Erkundung abgeschlossen ist, werden Rückkehrpläne mit einer genauen Bedarfsanalyse erstellt werden. "Rückkehrern werden wir Zelte, Decken, Feldbetten und Nahrungsmittel zur Verfügung stellen. Jene, die die Möglichkeit einer baldigen Rückkehr nicht sehen, werden im Österreich-Camp solange wie nötig versorgt werden", erklärt Jany. Zu diesem Zweck wird bereits über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht, das Camp winterfest zu machen. "Der Rückkehrwille ist bei allen Flüchtlingen da. Viele haben aber Angst: nicht nur vor weiteren Greueltaten, sondern vor allem vor einer sehr unsicheren Zukunft", so Jany.

Das Österreichische Rote Kreuz ersucht weiterhin um Spenden auf das Konto von "Nachbar in Not - Kosovo: Österreicher helfen" PSK-Konto:
76 00 111.

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