Metaller-Riepl: Feurstein treibt falsches Spiel mit 1,2 Millionen Arbeiter

Ungerechte Unterschiede stammen aus 19. Jahrhundert!

Wien. (Gewerkschaft Metall – Bergbau – Energie/ÖGB). "Die Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten stammen aus dem vorigen Jahrhundert. Es ist mir unverständlich, dass die ÖVP im ausgehenden 20. Jahrhundert diese ungerechten und längst überholten Zustände ins 21. Jahrhundert mitnehmen will", sagt Franz Riepl, Zentralsekretär der Metallergewerkschaft. Mit ihrer Ablehnung der "Aktion Fairness" zeige die ÖVP, dass sie weiterhin an einer Zwei-Klassen-Gesellschaft festhalten wolle.++++

Die "Aktion Fairness" zur rechtlichen Gleichstellung der Arbeiter mit den Angestellten sei von den Metallern und dem gesamten ÖGB gestartet worden. "Auch die Gewerkschafter der christlichen
Fraktion stehen von Anfang an voll hinter der Aktion", meint
Riepl.
Die Unfairness liege jetzt auf dem Tisch, es sei nun eindeutig,
dass der ÖVP Gerechtigkeit kein Anliegen sei. "Die ÖVP will die Arbeiterinnen und Arbeiter Österreichs weiterhin in der zweiten Klasse stehen lassen. Sie ist gegen gleiche Kündigungsfristen, sie ist gegen gleiche Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, sie ist gegen gleiche Rechte für Arbeiterinnen und Arbeiter bei persönlicher Dienstverhinderung", empört sich Riepl. Der ÖVP gehe es eindeutig nur ums Geld. "Gerechtigkeit kann man aber nicht mit Geld messen."

Es sei nun eindeutig, dass der Sozialsprecher der ÖVP, Herr Feurstein, ein falsches Spiel mit 1,2 Millionen Arbeiterinnen und Arbeitern treibe. Die Gleichstellung sei nämlich auch der ÖVP seit acht Jahren ein Anliegen, "denn seine Partei hat das in zwei Koalitionsübereinkommen mit unterschrieben", so Riepl. Feurstein habe sich entlarvt, er wolle unsoziale und unfaire Zustände beibehalten. "Im Übrigen gibt es seit Monaten Gespräche und Verhandlungsrunden. Herr Feurstein soll sich bei seinen Parteikollegen in der Wirtschaftskammer erkundigen", sagt Riepl
zur Aussage Feursteins, zu diesem Thema hätte es überhaupt keine Verhandlungen gegeben.

Die Metallergewerkschaft hat die rechtliche Gleichstellung der Arbeiter in ihrem Metallindustrie-Kollektivvertrag mit den Arbeitgebern der Metallindustrie vereinbart, "sie ist also offensichtlich sehr wohl finanziell verkraftbar," meint Riepl. Metaller und ÖGB werden weiterhin alles daran setzen,
Gerechtigkeit für alle österreichischen Arbeiterinnen und Arbeiter noch in dieser Legislaturperiode zu erreichen.

ÖGB, 11. Juni 1999 Nr. 284

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Nani Kauer
Tel. (01) 501 46/242 Dw.

Metaller-Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB