Faires Essen für Mensch und Umwelt

Symposium "Fair essen" als Teil der großen Gewerkschaftskampagne für Bioprodukte und fairen Handel

Wien (GPA/ÖGB). Auf dem Symposium "Fair essen... für eine bessere Welt" sprachen sich GewerkschaftsvertreterInnen und andere Organisationen gestern für sozial- und umweltverträgliches Essen in Österreichs Kantinen aus. Faires Essen fördert die Gesundheit, bewahrt die Umwelt und verhindert die Ausbeutung der Dritten Welt. Besondere Aktualität erlangte die Kampagne durch den belgischen Dioxin-Skandal.++++
Vor mehr als 200 TeilnehmerInnen fand gestern in den Räumen der BAWAG-Zentrale in Wien das Symposium "Fair essen" statt. Die Veranstaltung ist Auftakt einer Kampagne der Gewerkschaften der Privatangestellten (GPA), Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) und Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD). Mitgetragen wird die Kampagne von Ernteverband der Biobauern, dem Verein Transfair und der Agrarmarkt Austria. Am Abend wurde zu einem Buffet aus sozial-und umweltgerecht produzierten Speisen und Getränken geladen. GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter und GPA-Zentralsekretärin Dwora Stein betonten die Wichtigkeit nachhaltigen Wirtschaftens für den Arbeitsmarkt und den Schutz von Mensch und Natur für die kommenden Generationen. Im österreichischen Nahrungsmittelsektor arbeiten 300.000 Personen, das sind 15 Prozent aller Erwerbstätigen. 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden in diesem Sektor erwirtschaftet. Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft HGPD kritisierte die schlechte Einkommenssituation in der österreichischen Gastgewerbebranche, wonach Angestellte dort 20-30 Prozent weniger verdienen als der allgemeine Durchschnitt.
Pater Franz Helm, ehemaliger Missionar in Brasilien, wandte sich gegen die Ausbeutung der Dritten Welt durch internationale
Konzerne und neoliberale Wirtschaftskonzepte. Er kritisierte den Einsatz des Hungers als politische Waffe im Krieg. 40.000 Menschen sterben weltweit jedes Jahr an Hunger und 800 Millionen Menschen sind unterernährt.
Herbert Allerstorfer vom Ernteverband der Biobauern forderte eine verstärkte Bewusstseinsbildung für biologische Nahrungsmittel und kritisierte, dass pro Jahr in Österreich 10.000 Bauern aufgeben müssen. Den Konsumenten schlug er vor, das Motto "Gut leben statt viel haben" zu beherzigen.
Der Umweltmediziner Klaus Rhomberg erklärte den Zusammenhang zwischen dem Genuss chemischer und naturfremder Nahrungsmittel und den Zivilisationskrankheiten. Durch eine bewußte Ernährung können Herz-Kreislauferkrankungen, Allergien, Krebs und sogar psychische Krankheiten erfolgreich reduziert werden, meinte Rhomberg und erwähnte konkrete Beispiele aus seiner Praxis.
Der Küchenleiter des Hanusch-Krankenhauses, Leo Schwarz, präsentierte für die TeilnehmerInnen ein faires Menü, das er in der dortigen Kantine dem Krankenhauspersonal erprobte. Wenn Österreichs 3.000 Großküchen, in denen drei Millionen Menschen essen, auf faires Essen umstellen würden, wäre dies ein großer Beitrag für Gesundheit und Umwelt, sagte Schwarz.

ÖGB, 11. Juni 1999 Nr. 285

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