AK: Gesetzliche Pensionsvorsorge bleibt wichtigste Säule der Alterssicherung

Langfristige Finanzierung des derzeitigen System ist möglich

Wien (OTS) – Die gesetzliche Pensionsvorsorge ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung, betonte der Leiter der Abteilung Sozialversicherung der AK Wien, Dr. Helmut Ivansits, im Rahmen der versicherungswissenschaftlichen Tagung in der AK Wien. Auch die Finanzierung sei langfristig gesichert und machbar. Eine betriebliche oder private Pensionsvorsorge seien lediglich ergänzende Maßnahmen. Ablehnend steht der AK-Experte auch Bestrebungen gegenüber, das derzeitige Umlageverfahren durch ein Kapitaldeckungsverfahren zu ersetzen: Zu groß wäre die Belastung einer Gruppe und die Abhängigkeit von Kapitalmarkt, Inflation und demographischen Veränderungen.****

Die gesetzliche Pensionsversicherung soll die Grundsicherung und
die Lebenstandardsicherung im Alter bieten. Eine betriebliche und private Vorsorge könne diese wichtigste Säule der Alterssicherung nur ergänzen, so Ivansits. Aus Sicht der AK dürfe auch nicht vom Umlageverfahren auf ein Kapitaldeckungsverfahren umgestiegen
werden. Eine solche Umstellung würde die Übergangsgeneration in einem erheblichen Ausmaß finanziell belasten und ist auch punkto Sicherheit der Pensionen sehr umstritten. Da sie zu sehr von der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt, der Inflation und der demographischen Entwicklung abhängig ist. Darüberhinaus würden die Leistungen nur mehr nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet werden. Dadurch "würde aber der soziale Ausgleich entfallen", kritisierte Ivansits. Das wäre der Fall, wenn der
Staat nur mehr eine Mindestsicherung bereitstellt oder im Rahmen einer Versicherungspflicht von privaten Versicherungen
durchgeführt wird. Ebenfalls, so der AK-Experte, werde übersehen, daß aus dem Wettbewerb vor allem die Verwaltungs- und Werbungskosten steigen. "Das sind Kosten, die die Leistung schmälern.", so Ivansits. Privatisierung heißt aber auch Aufgabe der Aufteilung der Beiträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Im Ergebnis laufe so eine Strategie also lediglich auf eine Entlastung der Wirtschaft und des Bundes hinaus. "Zum Handkuß kommen die Versicherten", betonte Ivansits.

Gesetzliches Pensionssystem ist finanzierbar
Die gesetzliche Pensionsvorsorge sei auch kein "unfinanzierbares Auslaufmodell". Durch die Einführung der Wertschöpfungsabgabe, geringfügige Beitragserhöhungen, einen Bundesbeitrag, der sich an der Bevölkerungsentwicklung orientiert und die Anhebung des faktischen Pensionsalters bleibe sie auch langfristig
finanzierbar. Auch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt würde das ihre dazu beitragen, so Ivansits abschließend.

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