AK kritisiert Biodiesel-Pflicht: Hohe Kosten, wenig Nutzen

Wien (OTS) – Die Biodiesel-Pflicht verursacht Kosten für die Konsumenten und Steuerzahler, bringt aber wenig: Eine
verpflichtende Beimengung von Biodiesel würde die Konsumenten 220 Millionen Schilling im Jahr kosten, bedeutet einen Steuerausfall
von rund 300 Millionen Schilling, erhöht den Dieselpreis pro Liter um rund 6 Groschen, belastet die Umwelt, bringt kaum neue Arbeitsplätze und auch weniger positive Umwelteffekte als andere, kostengünstigere Maßnahmen: Das zeigen Untersuchungen der AK Expertinnen. ****

Die Biodiesel-Pflicht kostet viel und bringt wenig, kritisiert die AK den plötzlichen Verordnungserlaß des Umweltministeriums, wonach bereits ab 1.10.2000 die verpflichtende Beimischung von Rapsöl zum Dieselkraftstoff vorgesehen ist. Angesichts der vielen Argumente, die gegen den Verordnungsentwurf sprechen ist es sehr befremdlich, daß Minister Bartenstein eine so weitreichende Regelung ohne Begutachtungsverfahren durchziehen will. Für die AK stellt sich
die Frage, ob Minister Bartenstein selbst der Meinung ist, daß seine Regelung einer kritischen Diskussion nicht stand hält.

Das Ergebnis einer verpflichtenden Beimengung von 2 Prozent Biodiesel wäre:

+ ein Biodiesel-Bedarf von 66.000 Tonnen – also achtmal soviel wie die für heuer erwartete Ernte,
+ dafür große zusätzliche Anbauflächen für Biodiesel-Raps – also Monokulturen und Umweltbelastung aus Intensivdüngung,
+ eine Verteuerung von Dieselkraftstoff um 5,5 Groschen pro Liter – also Mehrkosten von 220 Millionen Schilling pro Jahr für die Konsumenten,
+ ein Steuerausfall von 300 Millionen Schilling für das Budget,
+ die CO2-Emissionen werden nicht reduziert,
+ die Landwirte wären auf die Agrarsubventionen angewiesen bzw wären von den Marktpreisen für Ölstaaten und Getreide abhängig, die entsprechend stark schwanken (wie bei Mineralöl)

Für diesen Aufwand sind weit weniger positive Beschäftigungs- und Umwelteffekte zu erwarten, als versprochen werden, zeigt die AK Untersuchung. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Untersuchungen im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums oder des deutschen Umweltbundesamtes.

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