FERRERO-WALDNER eröffnet Konferenz "Globalität und globale Ethik" in Wien;

. "Statt schlimmes voraussagen - Zukunft besser machen!"

(Wien-OTS) "Das Konzept, ja mehr noch, die Vision einer Verbindung von Politik und Ethik ist nicht ein Gedanke, der erst
in unserer Zeit entstanden wäre", so Staatssekretärin Benita FERRERO-WALDNER anläßlich der Eröffnung der von Außenministerium organisierten Internationalen Konferenz "Globalität und globale Ethik", am 11. Juni in Wien. "Dennoch, das Zeitalter der
Globalität hat dem Erreichen dieses Zieles neue Bedeutung, neue Dringlichkeit gegeben".

Globale Ethik, so FERRERO-WALDNER, bedeute das notwendige
Minimum gemeinsamer humaner Werte, Maßstäbe und Grundhaltungen. "Globale Ethik ist der Grundkonsens über verbindliche Werte, unwiderrufliche Maßstäbe und Grundhaltungen, die von allen Religionen trotz ihrer dogmatischen Differenzen bejaht und auch
von Menschen ohne religiöses Bekenntnis mitgetragen werden können", erklärte die Staatssekretärin, die sich zugleich für die Ausarbeitung eines Grundsatzpapiers über einen ethischen Grundkonsens aussprach.

Dem Dialog als eines der wichtigsten Mittel des gegenseitige Verständnisses könne sich heute kein Individuum und kein Staat widersetzen, so die Staatssekretärin weiter. Denn in der heutigen Ära der Globalisierung sei der Dialog für die Schaffung einer wahrhaft offenen globalen und pluralen Gesellschaft unerläßlich. Pluralität und kultureller Vielfalt, betonte FERRERO-WALDNER, müsse vor allem im Sinne einer verstärkten Interaktion zwischen einzelner Kulturen gefördert werden.

Auf die Dritte Welt eingehend, hob FERRERO-WALDNER die ethische Verpflichtung der Industriestaaten gegenüber den Ländern, in denen größtenteils Frauen und Kinder die Opfer politischer Entwicklungen sind, hervor. Darin sei auch die Notwendigkeit von
Entwicklungshilfe auf nationaler sowie internationaler Ebene begründet.

"Die Ergebnisse dieser Konferenz", so die Staatssekretärin, "werden wir über die Vereinten Nationen, die UNESCO, den Europarat und die Europäische Union bekannt machen", und dazu beitragen "daß Grundsätze, die auf dem Papier so gut klingen und in der politischen Praxis oft so schwierig umzusetzen sind, tatsächlich
zu konkreten Lösungen beitragen". FERRERO-WALDNER abschließend:
"Im Hinblick auf das ausgehende 20. Jahrhundert, das mit zwei grauenvollen Weltkriegen begann und mit einen nicht minder
blutigen Konflikt im Kosovo endet, glaube ich, um mit Popper zu sprechen, daß wir anstatt schlimmes vorauszusagen, uns einsetzen müssen für jene Dinge die Zukunft besser machen."

Unter den Teilnehmern an der Konferenz finden sich unter
anderem die kanadische Frauen-Staatssekretärin Hedy Fry und der Direktor der philosophischen Abteilung der UNESCO, Yersu Kim. Die Konferenz wird am Sonntag, den 13. Juni mit einer Politmatinee im Volkstheater beendet. Staatssekretärin FERRERO-WALDNER wird dort
um 11:00 Uhr ihre Vorstellungen betreffend einer globalen Ethik präsentieren. George Soros wird das Hauptreferat zum Thema halten. (Schluß).

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