Verzetnitsch: Beim Krieg spielt Geld keine Rolle

Teilzeitbeschäftigte haben auch geringeren Stundenlohn

Wien (GdG/ÖGB). "Beim Krieg spielt Geld keine Rolle. Wenn wir aber als Gewerkschaften eine friedliche und soziale Entwicklung fordern, wird uns immer mit dem angeblich fehlenden Geld
gekontert", kritisierte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch in seinem Referat beim Gewerkschaftstag der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG). ++++

Verzetnitsch rief die Delegierten auf, sich "als Gewerkschaft
nicht nur auf die Tarifpolitik zu beschränken". Der schon ewigen Forderung der Unternehmer nach einer Senkung der Lohnnebenkosten stellte er entgegen: "Lohnnebenkosten sind Abgaben für Pensionen, Abfertigungen und die Krankenversicherung. Was soll hier
gestrichen werden?."

Eine Absage erteilte der ÖGB-Präsident all´ jenen, die glauben, dass durch Teilzeit die Arbeitsmarktprobleme gelöst werden können. Verzetnitsch: "Es ist keine Lösung, wenn alle nur Teilzeit
arbeiten und dann ein Einkommen haben, mit dem man nicht auskommen kann." Er präsentierte eine neue Untersuchung, aus der hervorgeht, dass Teilzeitbeschäftigte nicht nur wegen der geringen Arbeitsstunden weniger Einkommen haben, sondern auch deswegen,
weil die Arbeitgeber im Schnitt um 20 Prozent geringere Stundenlöhne bezahlen.

Der ÖGB-Präsident kritisierte die EU, da sie es beim Euro zwar geschafft habe, klare Kriterien zu erstellen, aber in der Frage
der Beschäftigungspolitik diesen Elan plötzlich nicht aufbringen wolle. Verzetnitsch: "Wenn es um Geld oder Technik geht, schafft
die EU gemeinsame Kriterien und Richtlinien, wenn es um Menschen geht die Arbeit wollen, schafft sie es plötzlich nicht."

Der ÖGB-Präsident stellte auch fest, dass ohne der von den Unternehmern immer wieder kritisierten Lehrlingsausbildung im öffentlichen Dienst heuer rund 3.000 Jugendliche auf der Straße stehen würden. Verzetnitsch: "Die privaten Unternehmer wollen
nicht mehr ausbilden, schreien aber ständig nach qualifizierten Arbeitskräften." (ff)

ÖGB, 10. Juni 1999 Nr. 280

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