ÖGB-Frauenvorsitzende Csörgits für verpflichtende Frauenförderprogramme

Beseitigung der Hürden für Frauen am Arbeitsmarkt oberstes Prinzip

Wien (ÖGB). "Verpflichtende Frauenförderprogramme für Unternehmen" forderte heute die neugewählte ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits in ihrer Antrittsrede beim 13. ÖGB-Frauenkongress. Bei Nichtrealisierung solle es Sanktionen geben, die die Vergabe öffentlicher Aufträge und Förderungen an Betriebe untersagen. ++++

Csörgits will sich massiv für die Beseitigung von Hürden für Frauen am Arbeitsmarkt einsetzen. In der Praxis zeige sich, so Csörgits, dass die Einkommenssituation der Frauen durch
niedrigere Einstufung beim Arbeitsantritt einerseits und durch geringere Aufstiegsmöglichkeiten anderseits zementiert werde.

Gleichzeitig werde die Arbeit von Frauen nicht so hoch bewertet
wie die der Männer. Verpflichtende Frauenförderprogramme in Betrieben, die Anhebung der kollektivvertraglichen
Mindesteinkommen auf 15.000 Schilling, die Beseitigung von "versteckten" Diskriminierungen, die Schaffung von
Aufstiegschancen in typischen Frauenberufen seien einige Wege, um Chancengleichheit nun endgültig zu realisieren.

Csörgits: "Mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung ist weiblich, mehr als 43 Prozent aller unselbstständig Erwerbstätigen sind Frauen. Frauen stellen nicht nur einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Einzelne Branchen wären ohne weibliche Mitarbeiterinnen existenzunfähig. Daher ist es nur legitim, Frauen die selben Chancen im Beruf zu geben wie Männern."

Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie müsse verbessert werden, betonte Csörgits. Kritisch betrachtet sie Teilzeitarbeit für Frauen. "Denn sie ist ein zweischneidiges Schwert; sie bietet zwar die Möglichkeit, Beruf und Familie besser zu vereinbaren, gleichzeitig hat sie aber auch negative Auswirkungen: Geringeres Einkommen, weniger Leistungen aus der Sozialversicherung und unter Umständen geringere Pensionsleistungen", betont Csörgits. Teilzeit als "normale Arbeitszeitform" für Frauen werde daher auf das Schärfste abgelehnt.

Auch zur Erleichterung des Wiedereinstiegs für Frauen nach der Karenz müssten Unternehmer ihren Beitrag leisten, unterstrich Csörgits: "Es sei unakzeptabel, wenn Unternehmer sich dabei zurücklehnen und alles der öffentlichen Hand überlassen. Auch sie müssten Maßnahmen zum Wiedereinstieg und zur Weiterbildung ihrer ArbeitnehmerInnen setzen".

Csörgits abschließend: "Frauen haben ein Recht darauf, überall vertreten zu sein, mitbestimmen, mitverantworten und
mitentscheiden zu können. Um dieses Ziel zu verwirklichen, muss jede Gelegenheit genützt werden. Auch müssen wir noch mehr engagierte Frauen gewinnen, uns bei dieser Politik zu
unterstützen. Das müssen wir bei jeder Gelegenheit tun. Machen wir"s gemeinsam." (bfm)

ÖGB, 10. Juni 1999 Nr. 278

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