Ausstellung zum Steinkohlebergbau Schrambach-Lilienfeld

Grubenpläne, Schaustollen und Schmiede ermöglichen Einblick

St.Pölten (NLK) - Eine höchst interessante Ausstellung ist im Gymnasium Lilienfeld zu sehen: Die Schau gilt dem historischen Kohlebergbau Schrambach-Lilienfeld und der Schrambacher Schmiede-Kohle als hochwertiges Inlandsprodukt. Sie ist vom 12. bis 27. Juni an Samstagen und Sonntagen von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An Werktagen ist sie für Schulgruppen nach Voranmeldung zu sehen. Sonderführungen sind nach telefonischer Vereinbarung unter der Telefonnummer 02762/52380 möglich. Um einen Beitrag von 30 Schilling für Erwachsene und 10 Schilling für Schüler wird gebeten.

Die Schau über den Steinkohlebergbau in Schrambach-Lilienfeld bietet den Besuchern zum Beispiel Original-Grubenpläne, einen Schaustollen und eine kleine Schmiede. Die Zusammenarbeit des Paläontologischen Institutes, des Naturhistorischen Museums und der Ausstellungsleitung in Lilienfeld ermöglichten "Aufnahmen" des früheren Küstenstriches, wo die Kohlen von Schrambach und Lilienfeld vor ungefähr 226 Millionen Jahren entstanden. Auch wird die damalige Pflanzenwelt mit Zeichnungen und Versteinerungen verdeutlicht. Die Tierwelt wird etwa mit Lungenfischen und "Fliegenden Fischen" gezeigt.

Die Ausbeute der Schrambacher Schmiede-Kohle, so ein späterer Name für das Produkt, begann wahrscheinlich um 1790. Zahlreiche Besitzer bezeugen die komplizierte Struktur. 1832 wurde der Annastollen, 1838 der Carolusstollen angeschlagen, 1882 der Louisaschacht fertiggestellt. In der Blütezeit des Bergwerkes, zwischen 1890 und 1902, wurde das Grubenfeld mit rund 200.000 Quadratmetern angegeben. 1896 erfolgte ein mächtiger Wassereinbruch im östlichen Teil des Bergwerkes, der nur mühevoll wieder unter Kontrolle gebracht werden konnte. 1896 kam es zur Gründung der Steinkohlegewerkschaft, einer Gesellschaft der Eigentümer des Bergwerkes. 1902 folgte ein zweiter Wassereinbruch, der aber diesmal nicht mehr bewältigt werden konnte. Der Bergbau wurde Richtung Zögersbach verlegt, wozu neue Förderanlagen errichtet werden mußten. 1904 wurde der Edy-Weide-Stollen erschlossen, dann der Neucarolusstollen begonnen. 1919 kam es wieder zu einem Wassereinbruch. 1926 und 1927 geriet der Bergbau in arge finanzielle Probleme. Am 10. August 1927 sperrte die Wasserkraftanlage einer Firma die Stromzufuhr. In der Folge wurde der Konkurs eröffnet. Verschiedene Rettungsbemühungen scheiterten letztendlich. Nur wenige Arbeiter schufteten unter Tage. Erst 1930 bis 1935 florierte der Bergbau wieder. 1937 verschlechtete sich die Kohleführung wieder, und am 1. Jänner 1939 stellte die NS-Führung den Schrambacher Bergbau ein. Während des Krieges in Konkurs, versuchte man in den Jahren danach einen Wiederanfang. 1959 war dann endgültig Schluß. Am 27. Juni 1963 wurden die Bergwerksberechtigungen für erloschen erklärt.

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