ÖGB-Bachner: Mehr Frauen in Gewerkschaften

Selbst bestimmen heisst die Devise

Wien (ÖGB). "Wir müssen es schaffen, in den Gewerkschaften mehr Frauen in Entscheidungsfunktionen und mehr Frauen in Betriebsräte zu bekommen", so Roswitha Bachner, Zentralsekretärin der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst, heute bei einer Podiumsdiskussion am 13. ÖGB-Frauenkongress. Frauen brauchen auf allen Ebenen ausreichend Mitsprache und
Mitentscheidungsrechte, unterstrich Bachner.++++

Die ausschliessliche Vertretung der Frauen durch Männer sei zu wenig, denn Frauen müssten die Möglichkeit haben, ihre Interessen selbst zu bestimmen; die Vertretung durch andere sei zu wenig.

Auch Bachner sieht in der Umsetzung der gerechten Verteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit einen wesentlichen Schritt zur Chancengleichheit. Bachner: "Solange Frauen den Rucksack allein schleppen müssen, werden sie benachteiligt sein. Frauen brauchen mehr Zeit, sich für ihre Interessen einsetzen zu können."

Unternehmen und Betriebe müssten wesentlich frauen- und familienfreundlicher werden. Zur Verwirklichung einer
tatsächlichen Chancengleichheit müsse die Wirtschaft umdenken, ein Partner werden und wesentlich flexibler agieren. Wenn UnternehmerInnen das weibliche Potential erkennen, können sie nur profitieren, so Bachner.

Eva Wawara, Unternehmerin, äusserte den Wunsch nach einer verstärkten Kooperation von Unternehmerinnen und forderte zur Entwicklung von Zukunftsmodellen eine verstärkte Zusammenarbeit
mit der Gewerkschaft.

"Chancengleichheitsprogramme müssen differenziert werden",
forderte Regina Bendl vom Institut für Absatzwirtschaft der Wirtschaftsuniversität. Sie plädierte für die strikte Trennung von frauen- und familienfreundlichen Massnahmen, denn Frauenförderung sei nicht Familienförderung. Gleichzeitig sei es notwendig, die Sensibilität von Betrieben für Frauenchancen zu verbessern. (bfm)

ÖGB, 10. Juni 1999 Nr. 276

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