Gesamtschuldebatte: ÖVP für "pädagogisches Marktprinzip" – SPÖ zieht bei Scholz die Notbremse

Wien (ÖVP-Klub) "Die Aussagen von Präs. Scholz (SPÖ), in Wien keine weiteren Gesamtschulmodelle einzurichten, sind nicht nur vernünftig, sondern ganz eindeutig", meinte ÖVP-Bildungssprecher LAbg. Walter STROBL heute. Da nütze es nur wenig, wenn nun SPÖ-Abgeordnete Wehsely nun rasch die Notbremse ziehen möchte und beschwichtigt. "Die SPÖ muß nun Klarheit in ihren eigenen Reihen schaffen, bevor sie an die Öffentlichkeit geht", erklärte STROBL.***

Darauf zu hoffen, dass es auf Bundesebene zu einer Regelung komme, in der es in Zukunft flächendeckende Gesamtschulen geben werde, sei illusionistisch und weltfremd. "Scholz hat die gesellschaftliche Realität genau erkannt, wenn er sagt, die Gesamtschulidee sei ein Minderheitenprogramm für etwa 15 % der Bevölkerung", so STROBL weiter. Die SPÖ müsse sich daher von ihrer Zwangsbeglückungsideologie aus den 68-er Jahren verabschieden, empfahl der ÖVP-Bildungspolitiker.

"Warum sollten wir in Österreich ein ausgezeichnet funktionierendes, differenziertes Schulsystem zugunsten einer Einheitsschule aufgeben?" Nach allen OECD-Studien habe Österreich europaweit die geringste Jugendarbeitslosigkeit, weil man hierzulande über ein gut gegliedertes Schulsystem verfüge. "Österreich soll stolz darauf sein, dass es nicht die Dummheit anderer europäischer Staaten nachmacht, die Gesamtschulen eingeführt haben." Alle wissenschaftlichen Studien hätte gezeigt, daß z.B. in Deutschland Schüler von Gesamtschulen sowohl im Leistungsbereich als auch im sozialen Bereich deutlich schlechter abschneiden als Schüler von Realschulen und Gymnasien. In Wien und in Graz gebe es seit Jahren Schulversuche zur Gesamtschule (Schulverbund). Bis heute liegen keine Evaluationsergebnisse über irgendeine Form von Erfolg vor. "Die ÖVP hat zwar Schulversuchen zugestimmt, wird aber niemals generelle und flächendeckende Gesamtschulmodelle, so wie sich das die SPÖ wünscht, zulassen", stellte STROBL klar.

STROBL: "Wir bekennen uns zu einem gegliederten Schulsystem, in dem aus der Vielfalt der Angebote frei gewählt werden könne." Auf dieser Basis könne man auch über die speziellen Probleme im Wiener Schulbereich mit der ÖVP diskutieren und Lösungen suchen. "Wir werden uns keiner vernünftigen Überlegung verweigern. Wir wollen mündige Menschen, die selbst und frei entscheiden können. Wir lehnen daher sowohl den von den FPÖ-Bevormundern geforderten Überwachungsstaat ab und wir werden jede Nivellierungstendenz durch Einheits- und Gleichheitsideologien von links verhindern."

Die ÖVP hat als einzige Fraktion daher vor einem Jahr eine konkrete Gegenoffensive gestartet und ein eigenes, erfolgreiches Modell, die "Differenzierte Kooperationsschule" durchgesetzt, das von der SPÖ offiziell mit beschlossen wurde, in der Realität aber massiv boykottiert wird.
Das Modell ist keine Gesamtschule. Ab der 3.Klasse der Hauptschule werden Schüler nach vier Schwerpunkten (kaufmännisch, technisch, humanberuflich und allgemeinbildend) auf weiterführende Schulen, bis hin zur Matura (ORG oder HAK oder HTL) vorbereitet. Dabei unterrichten in den Schwerpunkten auch Lehrer der weiterführenden Schulen an der Hauptschule.
Die ÖVP bekennt sich zum Prinzip des "Pädagogischen Marktes" und wird daher keine flächendeckenden Schulmodelle (Gesamtschulen) zulassen. Einzelne Kooperationen sollen möglich sein, egal in welcher Form. Vielfalt und Wahlfreiheit müssen als wichtiges Bürgerrecht allerdings erhalten bleiben, schloss STROBL.***

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