Auflichtmikroskop erkennt Hautkrebs im Frühstadium und schützt Menschenleben

Seibersdorf (OTS) - Das von Spezialisten der Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) gemeinsam mit Hautfachärzten vom AKH-Wien entwickelte Auflichtmikroskop zur Früherkennung von Hautkrebs bietet entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Diagnose-methoden. Mit der Geräteinnovation kann man nicht nur die Hautoberfläche beobachten, sondern es ermöglicht auch Einblick in tiefere Hautregionen, wo sich pigmentierte Strukturen befinden. Die Auflichtmikroskopie eröffnet somit neue diagnostische Möglichkeiten in der Tumorfrüherkennung durch die Beurteilbarkeit von morphologischen Kennzeichen, Farben und Muster pigmentierter Hautläsionen. Die Universitätsklinik für Dermatologie in Wien leistete die Pionierarbeit bei der Entwicklung und Einführung dieser Methode. Werden die Veränderungen der pigmentierten Hautläsionen im Frühstadium erkannt, besteht noch eine 100%ige Heilungschance.

Kernstück des Auflichtmikroskops ist eine kleine Spezialfarbkamera mit einem eigens für dieses Gerät entwickelten Beleuchtungsring und Polarisationsfiltern, sowie dazugehöriger Elektronik und einzigartiger Auswertesoftware (EXPERTIZER(TM)-Programm). Diese Anordnung ermöglicht reproduzierbare Videoaufnahmen höchster Qualität. Damit kann das Gerät zur Visualisierung und Diagnoseunterstützung herangezogen werden. In weiterer Folge werden die Bilder in einer Patientendatenbank archiviert und stehen so für spätere Vergleiche zur Verfügung.

Kurze Entwicklungszeit bis zur Praxisreife

Der damalige Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie am AKH-Wien, Dr. Michael Binder hatte 1993 die Idee für die Entwicklung des Auflichtmikroskops zur Hautkrebsfrüherkennung. Dank der klinischen Unterstützung durch den Vorstand der Abteilung für Dermatologie, Herrn Univ.-Prof. Dr. Klaus Wolff, sowie Herrn Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger konnte Dr. Binder diese Idee weiterverfolgen. Gemeinsam mit den Experten des ARCS-Geschäftsbereiches Produktionsinformatik wurde ein Prototyp konzipiert, der nach einer einjährigen Testphase bei österreichischen Hautfachärzten spektakuläre Ergebnisse lieferte. Die Umsetzung bis zur Vorserienreife erfolgte wieder gemeinsam mit den ARCS. Das Vorseriengerät wurde von dem start-up Unternehmen DERMA INSTRUMENTS (http://www.derma.co.at) zur Weiterentwicklung, Produktion und Vermarktung übernommen.

"Das ist eines von vielen Beispielen aus Seibersdorf, wo österreichisches Wissen und Know How international vermarktbare Produkte geschaffen hat", resümiert DI Manfred Bammer, Leiter des ARCS-Geschäftsbereiches Produktionsinformatik.

Doppelter Nutzen: Sowohl für Arzt als auch für Patienten

Durch die einfache Geräte- und Softwarebedienung sowie die automatische patientenbezogene Bildspeicherung erfolgt eine Unterstützung der Diagnose. Bei unklaren Fällen kann der Arzt die Aufnahme zu einer Klinik für eine weitere Diagnose schicken. Dadurch ist eine sichere Dokumentation der Untersuchungen möglich.

Durch die gegenüber herkömmlichen Methoden weitaus zuverlässigere Frühdiagnose können unnötige Eingriffe vermieden werden. Zudem ist mit dem Auflichtmikroskop eine Mitverfolgung der Untersuchung am Bildschirm möglich. Ein Untersuchungsbericht mit den aufgenommen Bildern kann für den Patienten ausgedruckt werden.

Wer ist gefährdet ?

Personen, die sich privat oder beruflich häufig in der Sonne aufhalten, sollten regelmäßig einen Hautfacharzt konsultieren. Dies gilt speziell für Personen mit vielen Muttermalen bzw. Personen mit heller Haut. Jedes noch so unscheinbare Muttermal ist ein potentieller Gefahrenherd. Hautkrebs, der zu spät erkannt wird, kann nur mehr sehr aufwendig behandelt werden bzw. kann sogar zum Tod führen.

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Rückfragen & Kontakt:

Austrian Research Centers Seibersdorf
Geschäftsbereich Produktionsinformatik
DI Manfred Bammer
Tel: ++(0)2254/780/2765
E-Mail: manfred.bammer@arcs.ac.at

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