Offener Brief zu EUMdP Hannes Swoboda aus türkischer Sicht "Sein Europa"

Wien (OTS) - EUMdP Hannes Swoboda (1996 Spitzenkandidat der SPÖ
und nun nicht mehr Listenführer) fühlt sich berufen, in seinem Buch "Mein Europa" dieses geistig zu verlassen und in andere, ihm vollkommen fremde Kulturkreise einzutauchen.

Dies beweist er schon eingangs durch seine totale Unkenntnis der türkischen Geschichte:

* Wer von sich gibt, Atatürk hätte den Zweiten Weltkrieg und sogar noch seine Folgen erlebt, dem kann man nur zurufen" Lernen's Geschichte, Herr EUMdP". Atatürk starb 1938, da gab es noch keinen Zweiten Weltkrieg.

* Swoboda kann oder will nicht zwischen den Kurden - sie stellen ein Siebentel der Bevölkerung der Türkei - und der PKK unterscheiden. Dem seriösen deutschen Wochenmagazin "Die Zeit" vom 18.02.1999 zufolge ist die PKK eine marxistisch-leninistische Kaderpartei. Kreisky, der ja zu Kommunisten immer ein gespanntes Verhältnis hatte, würde das massive Eintreten für eine "Ewig-gestrige-Partei", wie die PKK wohl verdammen. Warum ist Europaparlamentarier Swoboda so ein heftiger Freund der Kommunisten, einer Ideologie die offensichtlich versagte?

* 1993 erließ das deutsche Bundesministerium für Inneres ein Betätigungsverbot für die PKK und deren Propagandaorganisation ERNK, Dies ist bis heute in der rot-grünen Koalition nicht aufgehoben. Sich Informationen von wem immer zu holen, bleibt Hannes Swoboda unbenommen. Nachdenklich hätte ihn das deutsche Verbot schon stimmen sollen, bevor er zu seiner Kurdenkonferenz genau jene "Radikalkurden" aus PKK und ERNK einladen wollte. Hat Herr Swoboda bereits vergessen, wie sein SPD-Genosse in Deutschland von PKK-Anhängern aus dem Fenster seiner Parteizentrale gehängt wurde. Will er auch so einen spektakulären Auftritt - dann hat er mit PKK und ERNK die richtigen Freunde.

* Swoboda unterstellt Atatürk ein Zitat, in dem "Mohammed als alter Araber-Scheich" bezeichnet wird. Atatürk hat ein sehr umfangreiches Werk hinterlassen. Da wäre es wohl sinnvoll und seriös, ein derartiges Zitat auch mit Werkangabe zu versehen. Hier rächt sich, wenn man nie akademisch-wissenschaftlich gearbeitet hat.

* Sich als Politiker in innenpolitische Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen, widerspricht der in Mitteleuropa gepflegten "political correctness". Die einen tragen Kopftücher und die anderen Kreuze - wieder andere den Davidsstern. All dies als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. EUMdP Hannes Swoboda trägt hoffentlich ein EU-Banner am Revers. Vielleicht verletzt er damit die Gefühle eines Serben, Es ist gut so, daß wir unsere Zugehörigkeit nach außen hin dokumentieren,

* Zugegebenermaßen wird die Türkei - in der übrigens Atatürk fast ausschließlich westliches Recht eingeführt hat - noch einiges bei seiner Menschenrechtssituation verbessern müssen. Das müssen wir alle. Mittlerweile nennen einige Bundeskanzler Schröder einen Kriegskanzler und auch hierzulande sind - wie überall anders auch -Nachbesserung bei den Menschenrechten erforderlich. Aber das wäre Einmischung in innerösterreichische Angelegenheiten, die wir Türken uns versagen.

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