Hostasch bei ÖGB-Frauen: Trendwende am Arbeitsmarkt soll Dauererfolg werden

Hostasch unterstützt zwei Jahre Karenz für AlleinerzieherInnen

Wien (ÖGB). "Die ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern in der Politik, im Wirtschafts- und Berufsleben, aber auch in allen sonstigen gesellschaftlichen Bereichen ist ein Gebot der Demokratie", betonte heute Sozialministerin Lore Hostasch, beim
13. ÖGB-Frauenkongress im Austria Center Vienna.++++

Nach wie vor Tatsache sei die geringe Vertretung von Frauen in Entscheidungspositionen. Dies sei ein Verlust für die Gesellschaft und stehe einer vollen Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung entgegen. Hostasch: "Obwohl schon etliches in diesem Bereich geschehen ist, sind wir trotzdem von einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern, vor allem in Führungs- und Leitungspositionen, noch weit entfernt."

Positiv sei, da der Gender-Mainstreaming-Ansatz in alle Säulen der beschäftigungspolitischen Leitlinie integriert werden konnte und die Stärkung der vierten Säule, die ausschließlich der Chancengleichheit von Männern und Frauen vorbehalten ist, in den Mittelpunkt rückte.

Hostasch betonte, dass im Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung erstmals das Ziel der Erhöhung der Erwerbsquote von Frauen definiert wurde. Hostasch dazu: "Ein wichtiger und notwendiger Schritt, gerade weil Österreich im EU-Vergleich mit einer Frauenerwerbsquote von über 60 Prozent eine gute Position aufweist." Dies bedeute, dass 60 Prozent der 15- bis 60-jährigen weiblichen Bevölkerung in Österreich einer Erwerbstätigkeit nachgehen und Entscheidendes für Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität leisten.

Kritisch betrachtet Hostasch, dass ein Großteil der neu entstehenden Jobs Teilzeitarbeitsverhältnisse sind. Im internationalen Vergleich liegt die Teilzeitquote in Österreich
bei 29 Prozent bei den Frauen und bei zirka zwei Prozent bei den Männern; jedoch unter dem EU-Schnitt von knapp 32 Prozent für Frauen und etwa fünf Prozent für Männer.

Zur Reintegration arbeitsloser Frauen in den Arbeitsmarkt unterstrich Sozialministerin Hostasch, dass die stärkere Einbeziehung von Frauen in AMS-Massnahmen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans weiter aufrechterhalten werden soll. Bis zum Jahr
2002 soll die Maßnahmenquote bei den Frauen 22,8 und bei den Männern 18 Prozent betragen.

Bei der Frage des Karenzgeldes plädierte Hostasch für eine Anhebung des Karenzgeldes und eine einkommensorientierte Lösung.

Weitere Forderungen Hostaschs: Anhebung der Karenzdauer für Alleinerzieherinnen auf zwei Jahre, Ausweitung der bundesweiten Kinderbetreuungseinrichtungen für unter Dreijährige, Recht des Kindes auf einen Betreuungsplatz, Recht auf Teilzeit bis zum Schuleintritt des Kindes und Ausdehnung der Behaltefrist nach Inanspruchnahme der Karenzzeit. (bfm)

ÖGB, 9. Juni 1999 Nr. 269

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