Gehrer: Lehrpläne werden modernisiert

...Wien (OTS) "Seit Jahrzehnten wird über die so genannte "Ent-rümpelung´ der Lehrpläne diskutiert - wir setzen die Stoffentla-stung jetzt um", sagte heute Unterrichtsministerin Elisabeth Geh-rer bei der Präsentation des Lehrplans 99. "Bei der Modernisie-rung der Lehrpläne handelt sich zugleich um die größte Reform seit der Einführung der wortidenten Lehrpläne 1984/85."****

Als Beispiel, was Schüler künftig nicht mehr auswendig lernen müssen, nannte Gehrer die Verwandtschaftsverhältnisse der römi-schen Kaiser. Zielführender sei es, so die Ministerin, dass die Schüler am Beispiel ausgewählter Namen und Epochen Staatsmodelle in der Antike vergleichen können.

Der Lehrplan "99 gliedert sich in zwei Abschnitte, den allge-meinen Teil und die Fachlehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegen-stände. Schule muss sich auf die Vermittlung von gutem Grundla-genwissen und von Schlüsselqualifikationen konzentrieren. Die
neuen Lehrpläne werden daher rund 50 Prozent gekürzt.Die Fach-lehrpläne geben für jeden einzelnen Unterrichtsgegenstand und für jeden Jahrgang die Kernbereiche für das einzelne Fach an. Damit soll klar gemacht werden, dass nicht jedes Detail, das in den früheren Lehrplänen enthalten war, im Unterricht gelehrt werden muss. Damit bleibt Zeit für Projektarbeit, fächerübergreifendes Arbeiten, Festigung, Vertiefung sowie für die Förderung von Be-gabten.

Seit 1997/98 wurden die Entwürfe zum Lehrplan 99 an mehr als 50 Hauptschulen und AHS-Unterstufen erprobt. Das Ergebnis dieser Diskussion wird nun nochmals zur Begutachtung ausgeschickt. Die Begutachtungsfrist endet am 2. November 1999. Die Umsetzung er-folgt stufenweise, damit genügend Vorbereitungszeit für die ein-zelnen Schulen bleibt. Die Fachlehrpläne werden ab 1. September 2000 aufsteigend umgesetzt, d.h. beginnend mit der ersten Klasse Hauptschule und ersten Klasse AHS.

Die Verpflichtung zur Qualitätsentwicklung und zur Erstellung eines Schulprogramms wird ab 1. September 2002 gültig sein. Ab September 1999 werden bereits umfangreiche Materialien unter dem Titel "Q.I.S.´ im Internet vorhanden sein. Eine intensive Weiter-bildung der Lehrer ist vorgesehen.

Im allgemeinen Teil wird festgelegt, dass 2/3 der Unterrichts-zeit für den Kernbereich reserviert sind, 1/3 für den Erweite-rungsbereich. Der einzelne Lehrer setzt fest, wann er den Kernbe-reichsstoff unterrichtet und wann er den Erweiterungsbereich ver-wirklicht. Der allgemeine Teil des Lehrplans betont die Entwick-lung dynamischer Fähigkeiten, wie zum Beispiel Verantwortung übernehmen, eigene Lösungswege suchen, Initiativen entwickeln, etc.

Der allgemeine Teil definiert fünf Bildungsbereiche für die projektbezogene Zusammenarbeit. Die Bildungsbereiche benennen grundsätzliche Zielsetzungen der Allgemeinbildung, schaffen die Möglichkeit des Bezugs der Fachlehrpläne auf allgemeine Ziele und bilden eine Grundlage für fächerübergreifendes und fächerverbin-dendes Arbeiten.

Die Schulen erhalten den Auftrag, die Qualität ihrer Arbeit zu überprüfen und ein Schulprogramm zu erarbeiten.
(Schluss)

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