Wien fördert cineastische Vielfalt

Wien, (OTS) "Die Stadt Wien bekennt sich zum Kinostandort
Wien - wir wollen cineastische Vielfalt erhalten, ohne daß wir deshalb marktwirtschaftlichen Wettbewerb außer Kraft setzen", betonte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer anläßlich der Vorstellung der Wiener Kinoförderung in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kulturstadtrat Peter Marboe.
Bereits vor Installierung dieses neuen Förderinstrumentariums wurden entscheidende Schritte zur Erhaltung eines diversifizierten Kinoangebotes gesetzt. Einerseits wurde einer drohenden Monopolisierung der Kinobetreiber in Wien entgegengewirkt, andererseits reagierte man mit einer speziellen Kinoförderung auf die schwierige Situation für Innenstadtkinos angesichts der Multiplex-Entwicklung. Dieses Paket wird maßgeblich dazu
beitragen, die Kinovielfalt an verschiedenen Standorten in Wien aufrechtzuhalten. Neben der kulturpolitischen Bedeutung sind hier auch wirtschaftliche Faktoren in Betracht zu ziehen. Ein Schließen zahlreicher Kinostandorte würde auch naheliegende Infrastruktur, wie etwa zahlreiche Wiener Beisel oder Cafes in arge Bedrängnis bringen.****

Österreichische Lösung für KIBA-Kinos

"Als für den Verkauf der KIBA-Kinos zuständige Stadträtin habe ich mich von Beginn an für eine österreichische Lösung eingesetzt. Ich möchte hier nochmals in Erinnerung rufen, daß es gelungen ist, die für die Verhandlungen Zuständigen davon zu überzeugen, daß der Verkauf an eine Gruppe, die umfassende Erfahrungen mit Kino und Film hat, kulturpolitisch für Wien von großer Bedeutung ist" unterstrich Ederer. Damit wurde ein wesentlicher Grundstein für eine vielfältige Kinokultur gelegt.

Prädikatisierung bleibt in Diskussion

Als parallelen Schritt dazu hätte die Finanzstadträtin eine Veränderung des Vergnügungssteuergesetzes begrüßt, konkret die Abschaffung der Prädikatisierung, die in der derzeitigen Form ein nicht mehr adäquates Förderinstrumentarium darstellt. Denn es könne nicht sein, daß Blockbuster wie "Titanic", mit denen international Milliardenumsätze gemacht werden, auch noch Steuererleichterungen erhalten. Diese Maßnahme - der Wegfall der Prädikatisierung - hätte bedeutet, daß nahezu alle Innenstadtkinos nicht mehr von der Vergnügungssteuer erfaßt worden wären. "Leider mußte ich zur Kenntnis nehmen, daß ich mich in dieser Frage beim Koalitionspartner noch nicht durchsetzen konnte. Ich werde aber
den Diskussionsprozeß in diese Richtung nicht abreißen lassen", versicherte die Finanzstadträtin.

Finanzressort fördert mit 10 Millionen Schilling jährlich

Als Kompromißlösung könne man heute eine Kinoförderung präsentieren, die einerseits Unterstützungen für Investitionsleistungen gewährt und andererseits einen Schwerpunkt auf die inhaltliche Ausrichtung legt. Für diese Aktion stellt das Finanzressort in den nächsten drei Jahren jeweils 10 Mio Schilling zur Verfügung. Wichtig war bei Erstellung dieses Förderprogrammes die Unterstützung von kleineren Kinos, weshalb die Inanspruchnahme auf Kinos mit höchstens sechs Vorführsälen und höchstens 1.500 Sitzplätzen beschränkt ist.

Ein Problem der Wiener Kinos gegenüber entstehenden Multiplex-Zentren ist sicherlich ein geringerer technischer Standard. Ein Investitionskostenzuschuß für Umbauten, Renovierungen und technische Ausstattungen soll mithelfen, diesen Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Der höchstmögliche Investitionszuschuß ist hier mit 600.000 Schilling pro Standort limitiert, wobei 30 Prozent Investitionszuschuß für Mehrsaalkinos und 50 Prozent Investitionszuschuß für Einsaalkinos vorgesehen sind.

Der zweite Teil der Förderung betrifft eine Prämie für die Vorführung von Filmen, die bestimmten Kriterien entsprechen, etwa die Prämierung anläßlich eines anerkannten Filmfestivals, jugendfreien Filmen, österreichischen Filmen, Originalfassungen oder Filmen, die mit einer geringen Kopienzahl gezeigt werden.
Hier sind bei Einsaalkinos 200.000 Schilling pro Jahr vorgesehen, bei Mehrsaalkinos 90.000 Schilling pro Saal und Jahr, maximal
jedoch 350.000 Schilling pro Jahr.

Mit dieser Ausrichtung ist ein erster Schritt zur Aufweichung der Prädikatisierungsbestimmungen getan. Die Anträge werden von einer Kommission, die bei der MA 7 angesiedelt ist, bewertet, der neben den Vertretern der Stadt aus den Bereichen Kultur und Wirtschaft, einem Vertreter der Wirtschaftskammer auch unabhängige Experten angehören werden. Die Kommission vergibt außerdem jährlich eine Kinoauszeichnung für Wiener Kinos, die sich besonders um den österreichischen Film bemühen und deren technische Ausstattung vorbildlich ist. "Dieses Gesamtpaket gibt
dem Kinostandort Wien einen wichtigen Impuls, es bedeutet einen kräftigen Vitaminstoß für Pluralität in der Wiener Kinolandschaft", erklärte Ederer abschließend. (Schluß) sto

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