Wilhelminenspital: Rieder eröffnet modernstes Ganglabor

Institut für Physikalische Medizin für 13 Millionen Schilling modernisiert

Wien, (OTS) Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder eröffnete am Mittwoch im Pavillon 26 des Wilhelminenspitals das neuadaptierte Institut für Physikalische Medizin. Die Schwerpunkte des Institutes unter der Leitung von Prim. Univ. Doz. DDr. Helmut Kern liegen in der physikalischen Neuro-Rehabilitation, vor allem für querschnittgelähmte Patienten, der Behandlung behinderter Patienten und in der Sportmedizin. Neben dem kompletten physikalischen Diagnose- und Therapieangebot der physikalischen Medizin stehen zwei hochspezialisierte Therapieformen zur Verfügung:

Das modernste Ganglabor Österreichs, das eine genaue Analyse des Therapiefortschritts erlaubt und so die Therapie an sich
besser planbar macht. Sowie die Locomotions-Laufband-Therapie für Querschittgelähmte, Patienten nach Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfall oder Patienten mit angeborenen
Bewegungsstörungen.****

Modernstes Ganglabor Österreichs

Im Zuge der Neugestaltung des Institutes ist ein neues Ganglabor errichtet worden. Erstmalig wurde dabei das Laufband bodengleich eingebaut, wodurch für Patienten der Zugang zum Gerät enorm erleichtert wird. Sämtliche Bewegungsabläufe können mit Druckmessung und Videoerfassung dokumentiert werden. Ebenso
einmalig ist, daß das Laufband auf einer 5-Tonnen-Betonplatte schwenkbar angebracht wurde, und somit neben dem Gehen auf der
Ebene auch das Bergauf- und Bergabgehen geübt aber auch analysiert werden kann. (Gleiche Laufbänder gibt es in Europa nur noch an der Orthopädischen Universitätsklinik in Heidelberg und an der Sporthochschule in Köln.)

Gleichzeitig arbeitet das Team des Ganglabors mit den vorhandenen Systemen zur Erfassung des Therapiefortschritts an
einer Methode, die eine Therapieprognose für die Patienten zuläßt.

Umbau ermöglicht verbesserte Behandlungsabläufe

Neben generellen Sanierungsarbeiten am Gebäude - das Institut ist im Erdgeschoß und Kellergeschoß des Pavillon 26 untergebracht - wurden die diagnostischen und therapeutischen Einheiten räumlich besser angeordnet. Damit sind die Behandlungsabläufe einfacher zu organisieren, die Patienten können sich besser orientieren.

Die Kosten für den Umbau und die Einrichtung des neuadaptierten Institutes beliefen sich auf rund 13 Millionen Schilling.

Pro Jahr werden am Institut rund 150.000 Behandlungen an stationären Patienten und 150.000 Behandlungen an ambulanten Patienten geleistet.

Querschnittgelähmte Patienten lernen durch Lokomotionstherapie wieder gehen

Am Institut für Physikalische Medizin besteht ein umfangreiches Programm zur Rehabilitation Querschnittgelähmter, darunter die in Österreich einzigartige "Spinale Lokomotion" sowie die "funktionelle Elektrostimulation" für Aufstehen und Gehen. Mit einem Laufband wird versucht, bekannte Bewegungsmuster, die im Rückenmark trotz der Lähmung gespeichert sind, zu aktivieren. Dabei wird der Patient mit einer Gurtkonstruktion, die eine
Abnahme des Körpergewichts erlaubt, auf das Laufband gestellt. Die Grundlage für dieses motorische Lernen stellen die Erkenntnisse über ein "Gehzentrum" im Rückenmark, "Central pattern generator" genannt, dar, das über diese Therapie stimuliert werden kann. Das bedeutet, daß auch querschnittgelähmte Patienten wieder in der Ebene gehen und Stiegensteigen können. Diese Form der Rehabilitation ist besonders für inkomplette (nicht vollständig) querschnittgelähmte Patienten als weiterführende Therapieform geeignet.

In Österreich leben rund vier- bis fünftausend Menschen mit einer Querschnittlähmung. Jährlich erleiden etwa 150 Menschen eine Querschnittlähmung durch einen Unfall.

Umfangreiches Diagnose und Therapieangebot

Zum Leistungsprofil des Institutes gehören neben den bereits erwähnten Methoden auch umfangreiche Möglichkeiten auf dem Sektor Diagnostik - von der
Elektromyographie, (EMG), (Registrierung von Muskelaktionspotentialen mit Hilfe von Oberflächenelektroden) bis zur Funktionsdiagnostik am Stütz- und Bewegungsapparat.

Die Therapieformen umfassen u.a. alle Behandlungsarten der Elektrotherapie, Ultraschallbehandlung etc., Heilgymnastik, medikamentöse Therapie von rheumatischen, entzündlichen, schmerzhaften Krankheitsbildern, Heilmassagen, Unterwasser-Druckstrahlmassage, Manuelle Lympfdrainage, Thermotherapien, Ergotherapien (Funktionstraining, Schienenversorgung, Selbsthilfetraining, Berufsarbeit, Berufsarbeitstraining, Wahrnehmungstraining), neurophysiologische
Rehabilitationstechniken, Akupunktur und manuelle Medizin.

Die Therapie von ambulanten Patienten umfaßt u.a. ambulante Rehabiliation nach Spitalsaufenthalt und Schmerztherapie.

Die Hauptaufgaben im stationären Bereich liegen in der Remobilisierung und Rehabilitation unfallchirurgisch-orthopädischer Patienten nach Gelenksoperationen und Bandersatz. Ebenso werden neurologische, interne und geriatrische Patienten behandelt und betreut.

Bei neurologischen Patienten gehört z.B. die Mobilisierung
und Rehabilitation bei peripheren Lähmungen, Schlaganfall, Querschnitt Nervenwurzelläsionen (-schädigungen) zum Angebot.

Rund 300.000 Therapieleistungen pro Jahr

In den letzten Jahren konnte nicht nur aufgrund der medizinischen Fortschritte ein enormer Anstieg bei der Inanspruchnahme der Leistungen des Institutes für Physikalische Medizin verzeichnet werden. Wurden 1984 an stationären Patienten 27.000 Leistungen (Heilgymnastik, Remobilisation, Schmerztherapie, etc.) erbracht, so waren dies 1997 150.000 solcher Leistungen. Rechnet man die rund 150.000 Leistungen an ambulanten Patienten
pro Jahr dazu, so ergibt sich ein Gesamtjahressumme von 300.000 erbrachten Leistungen.

Leistungsvergleich 1992 – 1997 (stationäre Patienten):

1992 1997
Massagen 4.037 5.454 (+ 35%) Elektrotherapien 5.300 7.780 (+ 46%) Ergotherapien 8.733 21.253 (+143%) Heilgymnastik 82.710 105.581 (+127%)

Institut für Physikalische Medizin im Wilhelminenspital

Am Institut für Physikalische Medizin im Wilhelminenspital sind zur Zeit 8 Ärzte, eine Obersassistentin, 4 Stationsassistentinnen, 40 Physiotherapeutinnen und Medizinisch Technische Fachkräfte, 4 Heilmasseure, 12 Ergotherapeuten und 4 HausarbeiterInnen beschäftigt.

Neun städtische Krankenhäuser und Geriatriezentren mit Instituten für Physikalische Medizin

Derzeit gibt es an folgenden städtischen Wiener Spitälern/Geriatriezentren Institute für Physikalische Medizin:

o Kaiser-Franz-Josef-Spital
p Krankenhaus Lainz
o Krankenanstalt Rudolfstiftung
o Wilhelminenspital
o Kaiserin-Elisabeth-Spital
o Donauspital
o Allgemeines Krankenhaus
o Pflege- und Sozialzentrum Sophienspital
o Geriatriezentrum Am Wienerwald
(Schluß) mmr

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