Anti-Atom-Gipfel doch noch diese Woche: Greenpeace und GLOBAL 2000 begrüßen Zusage der Bundesregierung in letzter Minute

"Nicht mehr mit Zustandekommen gerechnet. Positives Signal für Neubeginn in der Anti-Atom-Politik. Eindeutiger Regierungsbeschluß muß folgen"

Wien (OTS) - Die Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace begrüßten heute, Dienstag, in einer gemeinsamen Aussendung die Zusage der Bundesregierung, wonach der Anti- Atom-Gipfel unter Vorsitz von Bundeskanzler Klima - wie von Umweltschützern gefordert - noch diese Woche und damit vor dem EU-Wahltermin stattfinden werde. ”Zunächst konnte aufgrund der offensichtlichen Differenzen in der Regierung über die weitere Vorgangsweise nach der Pro-Temelin-Entscheidung Prags nicht mehr mit dem Zustandekommen des Gipfels gerechnet werden”, so GLOBAL 2000-Sprecher Lothar Lockl und Greenpeace-Sprecher Alexander Egit in einer Reaktion auf die Ankündigung erfreut. ”Die Bekanntgabe des Zustandekommens des Anti-Atom-Gipfels mit der Regierungsspitze kam erst in letzter Minute, ist aber dennoch ein positives Signal für einen möglichen Neubeginn in der österreichischen Anti-Atom-Politik. Offenbar hatte der einhellige Protest der Anti-Atom-Bewegung und der Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und Oberösterreich doch noch Wirkung gezeigt.” Greenpeace und GLOBAL 2000 präsentierten erst vor wenigen Tagen eine von ihnen in Auftrag gegebene Umfrage, wonach sich 86 Prozent der österreichischen Bevölkerung von grenznahen Atomreaktoren bedroht fühlen.

Nach Ansicht der Umweltorganisationen wird die Abhaltung des Gipfels alleine zuwenig sein, um im Kampf gegen grenznahe Atomkraftwerke wie Temelin, Mochovce, Bohunice oder Krsko tatsächlich erfolgreich zu sein. Greenpeace-Sprecher Egit und GLOBAL 2000-Sprecher Lockl: ”Der Gradmesser für die Glaubwürdigkeit der zukünftigen Aktivitäten der Regierung wird darin liegen, ob sie bereit ist, unsere zentrale Forderung nach der Stillegung von unsicheren Atomkraftwerken als unverzichtbare Bedingung für eine Aufnahme der EU-Beitrittswerber -bzw. in die erste Runde des Osterweiterungsprozesses - in einem umfassenden Regierungsbeschluß festzuschreiben und diese Position auch auf Ebene der Europäischen Union klar zu vertreten.” Laut GLOBAL 2000 und Greenpeace gebe es aber bei den diesbezüglichenden Verhandlungen mit der Regierung noch massive Differenzen. Die Umweltschützer stellten erneut die Möglichkeit der Durchführung eines Atom-Volksbegehrens noch vor den Nationalratswahlen im Herbst in Aussicht, falls kein ausreichender Regierungsbeschluß zustande komme.

Weitere Informationen: Greenpeace, Alexander Egit,
Tel.: 0664-32 62 555, - GLOBAL 2000, Lothar Lockl,
Tel. : 0664- 308 65 47

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