ÖGB-Frauen fordern Mindesteinkommen von 15.000 Schilling

Arbeit auf Abruf soll gesetzlich verboten werden

Wien (ÖGB). Einkommen, Arbeitsbewertung, Arbeitszeit, Chancengleichheit, Beschäftigungspolitik stehen u.a. heute beim
13. ÖGB-Frauenkongress im Mittelpunkt der Beratungen über die zukünftige ÖGB-Frauenpolitik. Insgesamt liegen den Delegierten 11 Anträge zur Abstimmung vor. ++++

Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen haben sich seit 1994 wieder vergrößert, so die negative Bilanz der Entwicklungen für Frauen am Arbeitsmarkt; daher müsse es bei Kollektivvertragsabschlüssen zu einer deutlichen Anhebung der unteren Einkommen kommen. Gleichzeitig müsse ein Mindesteinkommen von 15.000 Schilling realisiert werden, so die Forderung der ÖGB-Frauen.

Eine Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich auf 35
Stunden - in der Folge auf 30 Stunden - pro Woche wird als
weiteres Ziel angestrebt. Die ÖGB-Frauen sehen in dieser Maßnahme eine effektive Möglichkeit, Arbeitslosigkeit abzubauen.

Im Bereich des Arbeitsrechts müsse es zur umfassenden Einbeziehung von atypischen Beschäftigten in alle arbeits- und
sozialrechtlichen Bestimmungen kommen. "Arbeit auf Abruf" sei gesetzlich zu verbieten.

Weiters müsse es zu Verbesserungen im Abfertigungsrecht kommen. Voller Anspruch für alle ArbeitnehmerInnen - auch bei Selbstkündigung - und sofortige Fälligkeit des Gesamtbetrages nach Beendigung des Dienstverhältnisses, so wesentliche Anträge.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern seien die Ausweitung der Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen sowie - als Alternativen - Tagesmütter/Tagesväter-Projekte zu fördern. Gleichzeitig fordern die ÖGB-Frauen den Rechtsanspruch auf Teilzeitkarenz und Teilzeitarbeit mit Rückkehrrecht auf einen Vollzeitarbeitsplatz. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle auf Basis betrieblicher und kollektivvertraglicher Vereinbarungen
sollen Beruf und Familie für Männer und Frauen möglich machen.

Auch zu Fragen der Chancengleichheit ist der Standpunkt der ÖGB-Frauen klar: Bei der Vergabe von Stellen müssen Frauen bevorzugt werden, wenn sie die erforderlichen Qualifikationen nachweisen,
und zwar so lange, bis sie in allen Bereichen und Hierarchiestufen entsprechend der zu erreichenden Quote repräsentiert sind. Gleichzeitig, so die Forderung, müssen bei jeder Stellenausschreibung Frauen ausdrücklich aufgefordert werden, sich für die ausgeschriebene Position zu bewerben. (bfm)

ÖGB, 8. Juni 1999 Nr. 265

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