AK Tumpel: Beruf und Familie – nicht auf eines verzichten müssen, sondern beides vereinbar machen

Debatte um Karenzgeld darf keine endlose Geschichte werden

Wien (OTS) – Die berufliche und soziale Lage von Frauen hat sich zwar eindeutig verbessert, dennoch sind Frauen auf vielen Ebenen nach wie vor benachteiligt, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel anläßlich der heute beginnenden ÖGB-Frauenkonferenz. Frauen verdienen noch immer weniger als Männer, haben es im Berufsleben schwerer und sind stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen. Hauptverantwortlich dafür: Die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Tumpel fordert daher bessere Bedingungen, um im Beruf verbleiben zu können: "Frauen wollen Beruf und Familie – und zwar nicht entweder oder, sondern sowohl als auch." ****

Im Durchschnitt verdienen Frauen um ein Drittel weniger als
Männer, weil Frauen nach wie vor hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig sind und somit keine durchgehenden Berufsverläufe haben bzw auf Teilzeitarbeit angewiesen sind. Diese Doppelbelastung Beruf und Familie ist ein Hemmschuh für die berufliche Entwicklung. "Weniger Einkommen, weniger Versicherungszeiten schlagen sich auch in den Pensionen nieder",
so Tumpel. Unselbständig erwerbstätige Frauen erreichen nur 54 Prozent der mittleren Männerpension, rund 400.000 Frauen hätten überhaupt keinen eigenen Pensionsanspruch. Auch seien die Frauen viel stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen. Denn wegen ihrer Betreuungspflichten hätten viele enorme Probleme, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden.

Die AK habe klare Forderungen für die Eltern kleiner Kinder, erklärt AK Präsident Tumpel:
+ Mehr Kinderbetreuungsplätze, die den Bedürfnissen der Erwerbstätigen angepaßt sind, mit dem Ziel, ein Recht auf einen Betreuungsplatz zu sichern.
+ Anspruch auf flexible Arbeitszeiten für Eltern kleiner Kinder, mit dem Ziel eines Rechts auf Teilzeit für Eltern kleiner Kinder, mit dem Recht, auf Vollzeit rückkehren zu können.
+ Maßnahmen, die einen leichteren Wiedereinstieg ermöglichen. Dazu zählen Weiterqualifizierung, der Kontakt zum Betrieb und die Informationspflicht des Arbeitgebers über wichtige betriebliche Entwicklungen und Veränderungen auch während der Karenz sowie die konsequente Umsetzung des Nationalen Beschäftigungspaktes.
+ Eine bessere Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. "Wir brauchen Anreize, damit Männer stärker Betreuungspflichten übernehmen", so Tumpel. Dabei stehe an erster Stelle eine Anhebung des Karenzgeldes. Die Einführung eines einkommenabhängigen Karenzgeldes in der nächsten Legislaturperiode sei für Tumpel jedenfalls wünschenswert: "Ich will nicht, daß die Debatte um das Karenzgeld zur endlosen Geschichte wird. Denn zum Handkuß kommen nur die Frauen."

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