Vergabe von Kassenverträgen ist nicht sittenwidrig Aussagen von Gesundheitslandesrat Bauer unrichtig

Wien (OTS) - In einer Pressemitteilung hat der niederösterreichische Gesundheitslandesrat Dr. Bauer behauptet, daß aufgrund einer einstweiligen Verfügung des Handelsgerichtes Wien die Vergabe von Kassenverträgen "sittenwidrig" sei. Dies wird vom Präsidenten der Ärztekammer für Niederösterreich, MR Dr. Gerhard Weintögl, klar zurückgewiesen. "Die einstweilige Verfügung des Handelsgerichtes Wien nimmt keinerlei Wertung oder Bewertung vor. Die Aussagen von Landesrat Dr. Bauer sind inhaltlich nicht korrekt. Erstens gilt die einstweilige Verfügung nicht für alle Ärzte, sondern besagt lediglich, daß in einem Fall - nämlich bei einer Zahnärztin in Niederösterreich - die Punktebewertung bei einer zukünftigen Vergabe einer Kassenplanstelle nicht zur Anwendung kommen dürfe. Zweitens wurde seitens der Ärztekammer Widerspruch gegen diese einstweilige Verfügung erhoben, so daß dieselbe nicht rechtskräftig ist. Der Landesrat greift hier medial in ein schwebendes Verfahren ein." Der Präsident der NÖ Ärztekammer betont in diesem Zusammenhang auch, daß das Bewertungssystem für die Vergabe von Kassenplanstellen seit mehr als zehn Jahren - zur Zufriedenheit fast aller Ärzte - existiere. Es entstand einer Zusammenarbeit aller in der Ärztekammer vertretenen Arztgruppen - also sowohl Praxisinhabern als auch Jungärzten, die eine Praxis eröffnen wollen - um eine möglichst große Gerechtigkeit bei der Vergabe von Kassenplanstellen sicherzustellen. Weintögl:
"Jährlich gibt es ein bis zwei "Eltern-Kind-Nachfolgen" bei der Übergabe von Ordinationen - und dies bei 60 bis 70 Kassenplanstellen, welche durchschnittlich pro Jahr vergeben werden." In den wenigen Fällen einer Eltern-Kind-Nachfolge gibt es jedoch eine Vielzahl von Vorteilen, die sich aus der Weitergabe innerhalb der Familie ergeben.

1.Sicherung der hohen medizinischen Qualität: Die Investitionsfreudigkeit in moderne medizinische Ausstattung - auch in den letzten Jahren der aktiven Tätigkeit - ist zweifelsohne eine bessere, wenn man weiß, daß diese Geräte von der eigenen Familie zukünftig weiter genutzt werden können.

2.Informationsvorsprung: Meistens ist die nächste Generation bereits seit längerem in den Praxisalltag involviert und kennt die Patienten.

3.Patientenfreundlichkeit: Das Arzt-Patienten-Verhältnis beruht
in weiten Bereichen auf Vertrauen. Ein gewohntes Gesicht (bereits frühzeitige Mitarbeit in der Ordination) schafft Vertrauen der Patienten in den Arzt.

4.Patientenversorgung: Innerhalb der Familie steht der Praxisübergeber auch später noch zu Aushilfstätigkeiten zur Verfügung. Dies kann speziell im Krankheitsfall bzw. in Zeiten besonderen ärztlichen Bedarfs (Grippewelle) von enormen Vorteil für die Patienten sein.

5.Sicherung der Kontinuität in der medizinischen Versorgung.

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