Alleine vom Training im Sportstudio wachsen keine Muskelmassen

Apothekerkammer warnt vor Mißbrauch von Anabolika bei Jugendlichen

Wien (OTS) - Die Österreichische Apothekerkammer warnt vor dem Mißbrauch von Anabolika durch Jugendliche. Anlaß dafür sind Anrufe von besorgten Eltern in der Abteilung für Arzneimittelauskunft. Eltern finden immer öfter, vor allem in den Sporttaschen ihrer Töchter und Söhne, Tabletten unbekannter Herkunft. Dazu aus der Arzneimittelauskunft der Österreichischen Apothekerkammer: "Wenn junge Leute, die regelmäßig ins Sportstudio gehen, plötzlich ungewöhnlich rasches Muskelwachstum zeigen, liegt der Verdacht auf Mißbrauch mit Anabolika nahe. Allein mit Training ist dieses rasche Wachstum von Muskelmasse nicht erreichbar." Die Folgen von falscher Anwendung von Anabolika sind neben vermehrtem Muskelwachstum Herz-Kreislauferkrankungen, Nierenschädigung usw. "Anabolika für Sportler sind vorwiegend nur am Schwarzmarkt erhältlich. Daher kommt zum gesundheitlichen Schaden noch der finanzielle. Kostet doch eine einzelne Tablette manchmal bereits über hundert Schilling."

Anabolika sind an und für sich hochwirksame Medikamente, die nur nach ärztlicher Verordnung eingesetzt worden, wenn z.B. diätetische Maßnahmen nicht mehr ausreichen, einen Eiweißmangel zu beseitigen, oder bei malignen Tumoren, reduziertem Allgemeinzustand (infolge chronischer Infektionskrankheit, nach Operationen sowie im Alter) destruierenden Knochenprozessen und Muskeldystrophie (eine Form von Muskelschwund). Anabolika werden außerdem bei Osteoporose (Knochenbrüchigkeit), schlecht heilenden Knochenbrüchen, nach Röntgenbestrahlungen (Röntgenkater) und bei einer Zytostatika-Therapie gegeben. Allerdings ist wegen der vielen Nebenwirkungen eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen.

Mißbräuchlich werden Anabolika im Leistungssport zur Vermehrung der Muskelmasse in Form von Tabletten oder Injektionen angewendet, was in Folge zu verschiedensten z.T. schweren Erkrankungen führen kann. Typischen Nebenwirkungen sind z.B. Akne, eine Störung der Leberfunktion oder verminderte Spermatogenese. Bei Frauen kommt es zu einer Virilisierung (Vermännlichung), wobei als erstes Symptom eine irreversible Stimmveränderung bis hin zum Stimmbruch auftritt. Anabolika fördern bei Frauen außerdem den Haarwuchs, vor allem an Beinen und im Gesicht, was bis zum Bartwuchs führen kann. Werden Anabolika bei Kindern angewendet, so ist auf eine Beschleunigung der Knochenreife zu achten, die möglicherweise zu ciner Reduzierung der Endgröße führen könnte.

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