HTV: Lehren aus der Tunnelkatastrophe ziehen Gesetzliche Berufsausbildung und strenge Kontrollen gefordert

Wien (ÖGB-HTV). Die schreckliche Katastrophe im Tauerntunnel nimmt die Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) neuerlich zum Anlass, um mit Nachdruck eine gesetzlich verankerte Berufsausbildung, strengere Kontrollen bei Überschreiten der Lenkzeiten und kein Aufweichen des in Österreich bestehenden Wochenendfahrverbotes einzufordern.++++

"Wie viele Tunnelkatastrophen müssen noch passieren, damit die Verantwortlichen endlich daraus die Lehren ziehen und reagieren?", fragt die Gewerkschaft HTV und verweist darauf, dass sich gestern neuerlich ein schwerer Verkehrsunfall mit einem mit
Tiefkühlfleisch beladenen italienischer Sattelschlepper bei Kirchdorf an der Krems ereignet hat, der vier Menschenleben forderte. Immer wieder sei der Lkw-Verkehr Auslöser für katastrophale Unfälle, die Menschenleben fordern oder gefährden, großen materiellen Schaden verursachen und Umweltschäden hinterlassen. "Es ist nicht einzusehen, dass die Allgemeinheit für immer billigere Frachttarife im Straßengüterverkehr diese Folgekosten bezahlen soll", sagt der Bundessekretär für Transport in der Gewerkschaft HTV, Georg Eberl.

Die Katastrophe im Tauerntunnel, aber auch der gestrige Unfall beweisen einmal mehr, wie problematisch der Transport von gefährlichen Gütern ist und wie wichtig eine gesetzlich verankerte Berufsausbildung und strengere Kontrollen durch die Exekutive
sind. Eberl: "Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Lkw-Lenker ist raschest erforderlich. Notwendig sind eine bessere Ausbildung, klare Information der Lenker über das Transportgut und vor allem die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Bei Verletzung der Vorschriften sollen die Transportunternehmen empfindlich bestraft werden, damit der Druck auf die LKW-Lenker endlich aufhört." Es müsse endlich Schluss damit sein, dass auf dem Rücken der Fahrer der Druck auf immer billigere Frachttarife ausgetragen werde. "Leider ist es oft Tagesordnung", so Eberl, "dass die vorgeschriebenen Lenkzeiten bei weitem überschritten werden und sich so selbst und andere Straßenverkehrsteilnehmer in
Lebensgefahr bringen."

Die Gewerkschaft HTV fordert daher mit Nachdruck und zum wiederholten Male:

o Verschärfte Kontrollen der Lenk- und Ruhezeiten;
o strengere Kontrollen des Schwerverkehrs hinsichtlich Sicherheit;
o bei Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeitenbestimmung zwangsweises Abstellen der Fahrzeuge;
o Strengere Strafen für die Unternehmer.
o gesetzlich verankerte Berufsausbildung der Lkw-Lenker;
o lückenlose Überprüfung der Transportkette bei Gefahrgütern;
o kein Aufweichen der strengen österreichischen Nacht- und Wochenendfahrverbote für Lkw, wie sie von der Frächerlobby gefordert werden. (ew)

ÖGB, 2. Juni 1999 Nr. 257

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