Wirtschaftsfaktor Entsorgungsbranche - Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe führt Branchenerhebung durch

Wien (OTS) - Erstmalig wurde im heurigen Frühjahr eine
umfangreiche Befragung der privaten Entsorgungs- und Abfallwirt-schaftsbetriebe in Österreich durchgeführt. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) - die Interessenvertretung der kommerziell geführten österreichischen Entsorgungswirtschaft - beauftragte dazu das Fessel-GfK-Institut mit der Durchführung einer Branchenstudie. Im Zeitraum März und April 1999 wurden über 1000 Unterneh-men kontaktiert, 582 beteiligten sich an der Untersuchung. Die nun vorliegenden Ergebnisse wurden im Rah-men der VÖEB-Jahreshauptversammlung am 29. Mai 1999 in Pörtschach von Prof. Dr. Rudolf Bretschneider präsentiert. Ergebnis: Die private österreichische Entsorgungswirtschaft stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor mit enormen Beschäftigungs- und Investitionsimpulsen dar.

"Wir wollten endlich einmal Klarheit haben und die Spekulationen rund um die wirtschaftliche Bedeutung unserer Branche beenden", faßt VÖEB-Präsident Ing. Peter J. Kneissl die Motive des Verbandes zur Durchführung einer Branchenun-tersuchung zusammen. Ein weiteres Ziel der Untersuchung war es, der Branche in der öffentlichen Darstellung transpa-rente Konturen zu verleihen.

Mehr als 20.000 Beschäftigte

In den privaten österreichischen Abfallwirtschaftsbetrieben sind laut Studienergebnis knapp über 20.000 Personen beschäftigt. Über die Hälfte davon in Großbetrieben mit 50 und mehr Beschäftigten, immerhin noch ein Drittel in Betrieben in der Größe zwischen zehn und 49 Mitarbeitern. Von der Anzahl der Betriebe stellen mit 70 % allerdings die Klein- und Mittelbetriebe (bis neun Mitarbeiter) die überwiegende Mehrheit. 21 % der Betriebe haben zwischen zehn und 49, rund 9 % über 50 Mitarbeiter.

Private Abfallwirtschaft entsorgt zwei Drittel des anfallenden Abfalls

Geht man davon aus, daß derzeit in Österreich rund 46 Mio. Tonnen (BAWPL 1998) verschiedenster Abfälle pro Jahr anfallen, so weist die Studie nach, daß rund zwei Drittel davon oder etwas mehr als 30 Mio. Tonnen von der privaten Entsorgungswirtschaft bearbeitet werden. Die private Entsorgungswirtschaft kann somit zu Recht als Herz und Rückgrat der österreichischen Abfallwirtschaft bezeichnet werden.

Entsorgungswirtschaft tätigt Milliardeninvestitionen

Daß die privaten Entsorgungsbetriebe auch einen wesentlichen Investitionsfaktor in Österreich darstellen, belegt die Untersuchung ebenfalls nachdrücklich. So wurde z. B. nach dem Fuhrpark sowie den in den Betrieben eingesetzten bzw. vorhandenen Containern und Mulden gefragt. Laut Hochrechnung sind es rund 8000 LKWs, die sich derzeit in den Betrieben im Einsatz befinden. Nimmt man ein durchschnittliches Investitionsvolumen von 2 Mio. Schilling (ca. 145.000 Euro) an, so handelt es sich allein im Hinblick auf den Fuhrpark der Entsorgungsbranche um ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 16 Mrd. Schilling (ca. 1,16 Mrd. Euro). Nimmt man die laut Untersuchung rund 77.000 Container und Mulden und rund 405.000 sonstige Abfallsammelbehälter hinzu, so wird deutlich, welch wichtiger Faktor die Branche im heimischen Investitionsgüterbereich darstellt. Hinzu kommen die in der Befra-gung nicht im Detail erhobenen Investitionen die in Recycling, Behandlung, Aufbereitungs-und Sortieranlagen bzw. in tech-nische Nachrüstungen ge-hen.

VÖEB als Branchenvertretung anerkannt

Erhoben wurde in der Untersuchung auch die Qualität der Interessenvertretung durch den VÖEB. Erfreuliches Ergebnis: Drei Viertel der befragten VÖEB-Mitglieder bewerten die Interessenvertretung mit sehr gut bis gut.

Auch erhoben wurden in diesem Zusammenhang die größten Branchenprobleme. Mit 55 % der Nennungen eindeutig an erster Stelle stand dabei der Preisverfall und der zum Teil existenzbedrohende Konkurrenzkampf der letzten Jahre.

Bereits an zweiter Stelle (29 % der Nennungen) stand die Kritik an der herrschenden Gesetzesflut im Abfallwirtschafts-/Umweltbereich sowie der damit einhergehende Bürokratismus.

VÖEB fordert Beibehaltung des AWG des Bundes

"Wir würden uns mehr Vereinfachungen im bürokratischen Aufwand aber insbesondere Rechtssicherheit wünschen, um unseren Aufgaben der Abfallentsorgung und letztendlich auch des Umweltschutzes gerecht werden zu können", plädiert VÖEB-Präsident Kneissl an Politik und Gesetzgebung.

Im Zuge der derzeit stattfindenden Diskussionen um UGBA - UVP -AWG fordert der VÖEB eine vollständige Konzentration bei Genehmigungsverfahren. Der vorliegende Entwurf des Anlagenrechts (UGBA) entspricht diesem Bestreben in keiner Weise. Daher fordert der VÖEB insbesonders:

- eine Reduzierung der UVP-pflichtigen Abfallbehandlungsanlagen auf das gemeinschaftsrechtlich gebotene Maß

- die Beibehaltung des AWG des Bundes, welches bezüglich seines Konzentrationsumfanges auf alle Rechtsmaterien auszudehnen wäre.

Für die Beibehaltung des AWG des Bundes spricht insbesondere die Tatsache, daß hier bereits ein eingespielter Vollzug auf landesbehördlicher Ebene besteht. Die Konzentration des AWG in den derzeit vorliegenden Entwurf des UGBA hätte für die Entsorgungswirtschaft - aber auch für alle anderen betroffenen Unternehmen - den Nachteil, daß dieser sensible Sektor den unweigerlich auftretenden Vollzugsunsicherheiten durch die Verlagerung auf Ebene der Bezirksbehörde ausgesetzt wäre.

Von seiten des VÖEB ist man seit jeher an guten Kontakten mit der öffentlichen Hand interessiert, um nachhaltig wirkende Entsorgungsstrukturen und gesetzliche Rahmenbedingungen, die eine effiziente Realisierung der abfallwirtschaftlichen Zielsetzungen ermöglichen, zu garantieren.

Die Fessel-GfK-Untersuchung zeigt jedenfalls in ihrer Gesamtheit, welch bedeutender Wirtschaftsfaktor die privaten Entsorgungs- und Abfallwirtschaftsbetriebe Österreichs darstellen. Besonders hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist die große Anzahl an Arbeitsplätzen sowie die Investitionsbereitschaft der heimischen Entsorgungsbetriebe. Von seiten des VÖEB zeigt man sich nicht nur mit den Inhalten zufrieden, sondern ist auch davon überzeugt, daß man mit diesen Ergebnissen der gesamten Branche nunmehr ein klares und unverwechselbares Profil geben kann. "Damit können wir gegenüber unseren Ansprechpartnern in Politik, Wirtschaft und Interessenverbänden als transparente und erkennbare Wirtschaftsgröße auftreten. Und auch gegenüber der Öffentlichkeit dokumentieren, welche Bedeutung unsere Unternehmen für die heimische Wirtschaft aber auch für die Erhaltung unserer Umwelt einnehmen", faßt VÖEB-Präsident Kneissl abschließend zusammen.

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