Wiener Liberale: "Drogenkonzept ist wie eine Seifenblase!"

Für LiF-Bolena ist Maßnahmenkatalog bei weitem nicht konkret genug

Wien (OTS) Anläßlich der heutigen Gemeinderatsdiskussion über das Wiener Drogenkonzept 1999 zeigte sich die Gesundheitssprecherin des Liberalen Forums, Alexandra Bolena, mit dem vorgestellten Papier unzufrieden. "Es ist zwar erfreulich, daß die Regierung die Bedeutung der Suchtprävention erkannt hat, dennoch ist es eindeutig zu wenig." Für Bolena war schon der Bericht an sich ein "fauler Kompromiß", sie bezeichnete zudem auch den nachgereichten Maßnahmenkatalog als zu wenig konkret.

"Außer vagen Absichtserklärungen, denen sich niemand verschließen kann, enthält das Drogenkonzept keine relevanten Inhalte", sagte die liberale Gemeinderätin und verglich das Papier mit einer Seifenblase: "Näher hinsehen darf man nicht, sonst zerplatzt die Konstruktion." Das Konzept lasse einen zu großen Interpretationsspielraum zu und verspreche Dinge, die nicht eingehalten werden. "So wird der Grundsatz 'Kranke behandeln -Schaden begrenzen und zwar so, wie das auch bei anderen Erkrankungen selbstverständlich ist' zwar festgeschrieben, gleichzeitig hält Gemeinderat Pfeiffer von der ÖVP aber ausdrücklich fest, daß ein Heroinabgabeprogramm für ihn nicht in Frage kommt. Kollege Pfeiffer bezeichnet es als gescheitert, doch das Gegenteil ist der Fall, wie internationale Experten kürzlich im Auftrag der WHO festgestellt haben (vgl. NZZ, 17.4.1999)", so Bolena.

Auch der Maßnahmenkatalog wirke wie ein "Hüftschuß". Einerseits sei er nicht umfassend genug - einzelne Maßnahmen wie Einrichtung von Gesundheitsräumen, Ausweitung des Angebots der Drogenambulanzen oder Aktivierung des Selbsthilfepotentials der Betroffenen fehlen gänzlich - andererseits sei er auch nicht weitreichend genug. An konkreten Forderungen nannte Bolena den Ausbau und die Weiterführung des Pilotprojektes "Betreutes Wohnen für Suchtkranke" (derzeit nur 18 Plätze), Änderungen im Vollzug des Wiener Sozialhilfegesetzes sowie die Verstärkung der internationale Zusammenarbeit.

Symptomatisch sei, so Bolena, die geplante Einführung einer Hepatitis-ExpertInnengruppe, die unter völlig realitätsfernen Rahmenbedingungen wirken soll. "Dieses Gremium kommt mir vor wie eine hochkarätige Fachgruppe, die zusammensitzt und überlegt, was man gegen Schnupfen tun kann. Allerdings unter der Voraussetzung, daß keine Schirme und warmen Pullover vergeben werden dürfen. Plopp - und auch diese Seifenblase wird zerplatzen!", kritisierte Bolena und verwies auf die Notwendigkeit einer Ausweitung der Spritzentauschaktion - sowohl räumlich als auch zeitlich.

Zwar sei es erfreulich, daß der Prävention verstärkt Augenmerk geschenkt werde, dennoch bedürfe es im Bereich der Behandlung und der Problembewußtseinsbildung noch erheblicher Verbesserungen, so Bolena abschließend.

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