LH Klasnic heute vor dem Bundesrat zum Thema Grenzlandförderung in Vorbereitung auf die EU-Erweiterung und der Vision einer Zukunftsregion Süd-Ost

Graz (OTS) - "Um Brücken zu bauen brauchen wir ein starkes Fundament" "Meine Vision heißt: Zukunftsregion Süd-Ost. Wir stehen am Anfang des dritten Jahrtausends vor der einmaligen Chance, als Brücke in den Südosten eine wichtige Funktion im vereinten Europa zu übernehmen", bekannte LH Waltraud Klasnic heute in ihrer zweiten -zuvor schon 1997 zum Thema Föderalismus in Österreich - Erklärung vor dem Bundesrat. Schon jetzt sollen die Weichen für eine strategische Vernetzung des österreichischen Wirtschaftsraumes mit dem Südosten Europas, sprich Slowenien, Kroatien, Westungarn und Nordostitalien gelegt werden. Die Steiermark gestaltet diesen Raum - über alle Systemgrenzen hinweg - seit über 20 Jahren in der Arge Alpen Adria federführend mit. "Da ist unsere geopolitische Lage ein Auftrag. Wir konnten viele Entwicklungen für das Zusammenwachsen West-, Mittel-und Osteuropas, die Heimkehr unserer Nachbarn nach Europa vorbereiten und viele pionierhafte Schritte der Zusammenarbeit setzen", bekräftigte die steirische Landeschefin. "Wer Brücken bauen will muß auf ein gutes Fundament achten", lenkte Klasnic die Aufmerksamkeit auf die große Bedeutung des Themas Grenzlandförderung für Österreich und verdeutlichte mit Zahlen: "In fünf österreichischen Bundesländern, nämlich in Oberösterreich, Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und in Kärnten, sind 26 Bezirke unmittelbare Grenzregionen. In einer etwa 50 Kilometer breiten Grenzregion leben rund 50 % der Bevölkerung jener Bundesländer mit Außengrenzen zu mittel- und osteuropäischen Ländern. Jeder zweite in diesen Bundesländern hat also seine Heimat in einer Grenzregion. 46,5 % der Außengrenze Österreichs - also über 1259 Kilometer - verlaufen mit den Erweiterungskandidaten." Der Gedanke des Ausgleiches unterschiedlicher wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungen ist eine der Grundfesten der Europäischen Gemeinschaft. "Daher sehe ich es als Aufgabe aller Mitgliedsstaaten an, die Erweiterung um die angrenzenden Mitgliedsstaaten und ihre Folgewirkungen für die davon betroffenen Grenz-Regionen solidarisch mitzutragen", bekannte LH Klasnic ihr Motiv zur Initiative "Europäische Grenzlandförderung", die über einen breiten Bewußtseins- und Meinungsbildungsprozeß -zuerst bei der EU-Auschuß-der-Regionen Tagung 1997 in Graz und gezieltem Lobbying bei den nationalen Zentralstellen und der Europäischen Kommission - und die Erstellung eines Maßnahmenforderungskatalogs - als Ergebnis der beiden wegweisenden Ost-Regionen-Konferenzen in Graz und Hof/Bayern 1998 - rechtzeitig in die Verhandlungen zur Agenda 2000 einfließen konnte. "Anfangs nur belächelt und zum Teil heftig kritisiert, gibt es seit dem Rat von Berlin im März dieses Jahres den Beweis dafür, daß es möglich sein muß und kann, die Gestaltungskraft eines kleinen Mitgliedslandes wie Österreich aber besonders die einer Region wie der Steiermark europaweit durchzusetzen: Knapp 5 Milliarden Schilling Sonderdotation für die Gemeinschaftsinitiativen in Österreich", betonte Klasnic. Als Wegweiser zur bestmöglichen und nachhaltigen Umsetzung skizzierte die steirische Landes-chefin die Eckpfeiler zur umfassenden Einbindung in ein größeres Europa: *Vision Erweiterung: Die Anbindung und die Einbindung der MOEL bringen dauerhafte Sicherheit und Stabilität. *Vision Zukunftspartnerschaft: Durch gleichberechtigtes und gleichverpflichtendes Zusammenwachsen von Kulturen entstehen neue Unternehmensphilosophien. *Vision Arbeit schaffen:
Standortvorteile nützen der Region und ermöglichen ein sinnvolle Arbeitsteilung. *Vision Bildung, Forschung und Kommunikation:
Die mentale Vernetzung ermöglicht vielfältige gesellschaftliche und wirtschaftliche Kooperationen. *Vision Verkehr: Der Ausbau
der Verkehrsinfrastruktur unter Berücksichtigung aller Verkehrsmittel schafft gleichwertige Chancen für alle Regionen. "Wir werden daran arbeiten, und wir freuen uns auf die Mithilfe aller unserer Partner in der Europäischen Gemeinschaft. Gemeinsam kann es uns gelingen, die Erweiterung von einem Zukunftsprojekt zu einem Erfolgsprojekt für unser Österreich - und das sind seine 9 Bundesländer - werden zu lassen", betonte LH Waltraud Klasnic. Zweite Tunnelröhren in der Steiermark errichten ! Aus aktuellem Anlaß sprach sich LH Klasnic auch vehement für die sofortige Bauvergabe der zweiten Plabutschtunnelröhre aus. Die steirische Landeschefin verwies darauf, daß die Steiermark aus topographischen Gründen ein besonders hohes Maß an Autobahntunnels, die gegenwärtig einröhrig geführt werden, verfügt. Darüber hinaus habe das Land im Bewußtsein, daß leistungsfähige Verkehrsverbindungen mit bestmöglicher Anbindung an die großen Wirtschaftsräume für die Standortqualität wesentlich sind, 1,5 Mrd Schilling für die reine Bundesaufgabe Autobahnbau zur Verfügung gestellt. Seit Jahren fordert die Steiermark vor allem auch aufgrund der steigenden Verkehrsfrequenz den Bau der zweiten Tunnelröhren insbesondere am Plabutsch, der Pack, der Gleinalm und Selzthal. Gleichzeitig geht es um einen koordinierten Ausbau von Straße und Schiene und die Verlagerung vor allem des Güterverkehrs auf die Schiene. Klasnic betonte, daß sie diese Position am Dienstag auch mit aller Deutlichkeit dem Bundeskanzler und dem Ministerrat dargelegt hat: "Die Steiermark ist nicht bereit laufend Benachteiligungen hinzunehmen!"

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