LR Bauer: "Sittenwidrige" Vergabe von Ärzte-Kassenverträgen - Zeit für eine grundlegende Neuordnung der Vergabepraxis

St. Pölten, (SPI) - "Die gestern bekanntgewordene Einstweilige Verfügung des Handelsgerichts Wien, wonach die Bevorzugung von Ärztekindern bei der Vergabe von Kassenverträgen "sittenwidrig" sei, bestätigt einmal mehr die Notwendigkeit einer grundlegenden Neuordnung der Vergabepraxis der Kassenverträge", stellt Niederösterreichs Gesundheitslandesrat Dr. Hannes Bauer dazu fest. Kinder von Ärzten bekommen nämlich bei der "Punktewertung" automatisch 20 Punkte gutgeschrieben, was Jungärzte ohne entsprechende Familienbande klar benachteiligt. Das Urteil geht
auf eine Klage der Zahnärztin Eva Krampf-Farsky zurück, die seit 1996 in der SCS ohne Kassenvertrag eine Ordination betreibt.****

Niederlassungsfreiheit und ein leichterer Zugang zu
Kassenverträgen ist doch kein "unstatthafter" Wunsch, etwas mehr Konkurrenz unter den Ärzten würde sicherlich die Versorgung, aber auch das Service verbessern. In zahlreichen europäischen Ländern, wie Frankreich, Belgien oder Luxemburg, gibt es diese schon, warum also nicht in Österreich. "Weiters steht es für mich außer Frage, daß mit einem offenen und nachvollziehbaren Zugang zu Kassenverträgen den von vielen Seiten kritisierten langen Wartezeiten und den Mangel an Ärzten, vor allem von Fachärzten, ebenfalls abgeholfen werden könnte. Überregional meldeten die NÖ-Bezirkshauptmannschaften im Rahmen einer Erhebung des Gesundheitsressorts - wenn hier auch viele "Wunschvorstellungen" mittransportiert wurden - immerhin einen Mehrbedarf von mehr als
400 Ärzten.

"Ich fühle mich jedenfalls durch die Entscheidung des Handelsgerichtes Wien in meinen bisherigen Bemühungen nach einem leichteren Zugang zu Kassenverträgen bestätigt. Für mich als Gesundheitspolitiker steht das Interesse der Patienten im Vordergrund. Im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten wird das Gesundheitsressort alles unternehmen, um Unterversorgungen zu vermeiden bzw. um Anstöße zur Hebung des Service - auch unter dem Gesichtspunkt einer verstärkten Konkurrenz unter niedergelassenen Ärzten - zu geben. Die Ärztekammer ist hier sicherlich aufgerufen, ihre Haltung zu überdenken und damit eine gewisse Öffnung zu praktizieren - unabhängig von ´der Möglichkeit, daß Ärzte die Ordinationen an Kinder weitergeben können´", so Niederösterreichs Gesundheitslandesrat Dr. Hannes Bauer.
(Schluß) fa

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200/2794

Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/SPI