Österreichs Wirtschaft steht positiv zur EU-Erweiterung

Aber: gute Vorbereitung und klare Entscheidungen nötig- Rübig, Pecher und Ofner diskutierten am "Tag der Wirtschaft"

Vorgang - Österreichs Wirtschaft braucht sich vor der EU-Erweiterung nicht zu fürchten. Darin waren sich die Unternehmer Paul Rübig (der auch Mitglied des Europäischen Parlaments ist), Martina Pecher (Inzersdorfer GmbH) und Günter Ofner (BEWAG) bei einer Podiumsdiskussion am "Tag der Wirtschaft" einig. Die Diskutanten betonten jedoch auch nachdrücklich die Notwendigkeit von Vorbereitungsstrategien, Übergangsfristen und entsprechenden Rahmenbedingungen. ****

Rübig hob hervor, daß die Anhebung der Standards in den Beitrittsländern auf EU-Niveau besonders wichtig sei. Bei gleichen Rahmenbedingungen würden die "neuen" EU-Mitglieder keine Konkurrenz für die heimische Wirtschaft darstellen. Der "acquis communautaire" (die rund 5.000 Rechtsvorschriften der EU) müßte von den Erweiterungsländern nicht nur übernommen, sondern auch tatsächlich umgesetzt werden.

Martina Pecher forderte möglichst frühzeitige klare Entscheidungen. Der Integrationsprozeß bringe Chancen aber auch Risken. Die Risken könnten vermindert werden, wenn man sich früh genug auf die Veränderungen einstellen und vorbereiten könne. Dies sei für die österreichische Wirtschaft, die vorwiegend aus kleineren und mittleren Unternehmen besteht, besonders wichtig. Es sei sinnvoll, schon jetzt "einen Fuß" in den Erweiterungsmärkten zu setzen, so Pecher.

Auf eine Reihe von aktuellen Umfragen und Untersuchungen stützt Günter Ofner seine Überzeugung, daß "es nicht nur keinen rationalen Grund für die österreichische Wirtschaft gibt, sich vor der Erweiterung zu fürchten, sondern, daß Österreich jenes Land sein wird, daß von der Integration am meisten Nutzen ziehen wird." Die Erfahrung zeige, daß bisherige Kooperationen mit den Beitrittsländern in überwiegendem Maße gut funktioniert haben. Ofners Vorschlag: eine Kampagne der Positivbeispiele. Die Öffentlichkeit solle über die zahlreichen Erfolgsgeschichten österreichischer Unternehmen besser informiert werden.

In diesem Sinne äußerte sich auch WKÖ-Außenwirtschaftsdirektor Egon Winkler, der die Diskussion leitete. Österreichs Wirtschaft habe aus der Ostöffnung bisher überproportional profitiert. Unsere Handelsbilanz mit den Erweiterungsländern weise einen Überschuß von 30 Mrd S auf. In den letzten Jahren seien 15.000 Joint Ventures mit österreichischer Beteiligung in diesem Raum gegründet worden. Die Wirtschaftskammer Österreich stehe der EU-Erweiterung positiv gegenüber, weil sie den heimischen Unternehmen große Chancen bietet. Allerdings, so auch Winkler, sei eine entsprechende Vorbereitung der Kandidatenländer und eine Reihe von Übergangsmechanismen Bedingung. (Schluß) RL

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