ARBÖ: Sind Haftpflicht-Versicherungssummen zu gering?

Nach Tauerntunnel-Katastrophe Vorstoß für unlimitierte Deckung

Wien (ARBÖ) - Einen Vorstoß für unlimitierte Deckungssummen in der Kfz-Haftpflichtversicherung unternahm Dienstag der ARBÖ. Das Beispiel der Katastrophe im Tauerntunnel zeige nach Ansicht des ARBÖ die höchst unbefriedigende Situation in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung auf: Die gesetzliche Mindestversicherungssumme von derzeit ATS 15 Millionen (EUR 1,09 Millionen) reicht zwar für den Großteil der Verkehrsunfälle aus, um Personen- und Sachschäden zu ersetzen (die Mindestversicherungssumme für Gefahrguttransporte ist höher als die allgemeine Deckungssumme und beträgt jeweils ATS 30 Millionen bei Verletzung oder Tötung mehrerer Personen sowie für Sachschäden). In den – zum Glück seltenen – Fällen von Katastrophen wie jene der vergangenen Woche entsprechen diese
Summen aber jedenfalls nur einem Bruchteil des tatsächlichen materiellen Schadens, betont der ARBÖ.

Die Mindestversicherungssumme wird in Österreich vom
Gesetzgeber vorgeschrieben. Nach oben sind den Angeboten der Versicherer für freiwillig erhöhte Deckungssummen keine gesetzlichen Schranken gesetzt. Gegen Prämienzuschläge von einigen Prozent bieten daher praktisch alle in Österreich tätigen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherer höhere Versicherungssummen
an, allerdings derzeit bis maximal EUR 8 Millionen bzw. ATS 110.082.400 (derzeit sind allerdings nur rund 15 Prozent der Versicherungsnehmer in dieser höchsten Deckungsklasse versichert).

Der tragische Anlaß sollte nun nach Ansicht des ARBÖ Anstoß für Überlegungen zu einer unbegrenzten Deckung geben. Unlimitierte Versicherungssummen für das gesamte Unfallereignis bestehen in Europa derzeit bereits in Belgien und Luxemburg, andere Länder,
wie etwa Frankreich, Großbritannien, Irland und Finnland haben die unlimitierte Deckung zumindest für Personenschäden vorgeschrieben und nur die Sachschadensummen begrenzt.

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