Wer mehr Arbeitsplätze will, muß mehr Arbeitgeber wollen

WKÖ-Präsident skizziert Leitlinien für das 21. Jahrhundert

PWK - "Stellen wir klar, daß unsere Wirtschaft und ihre Innovationskraft der Motor für Wachstum und Wohlstand ist. Wer gegen die Wirtschaft ist, der ist gegen den Wohlstand. Stellen wir klar, daß die Internationalisierung der Wirtschaft eine entscheidende Quelle des Wohlstandes und damit eine Chance ist und keine "Falle". Stellen wir klar, daß es ohne wettbewerbsfähige Wirtschaft kein ausgebautes Sozialsystem geben kann und stellen wir klar, daß die Gründer von heute die Arbeitgeber von morgen sind. Wer mehr Arbeitsplätze will, der muß mehr Arbeitgeber wollen," erklärte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner in seinem Impuls-Referat am "Tag der Wirtschaft". ****

Um eine wettbewerbsfähige österreichische Wirtschaft auch im 21. Jahrhundert zu sichern, müßten folgende Leitlinien befolgt werden:
? Die Bemühungen um eine sparsame Haushaltspolitik dürfe nicht verwässert werden. Die ausgabenseitige Budgetkonsolidierung bleibe ein vorrangiges Ziel. Nur wenn die steigenden Ansprüche an den Staat weiter zurückgeschraubt werden und nur wenn es gelänge, die Dynamik der Transferleistungen deutlich zu bremsen, könne eine Sanierung auf Dauer gelingen. Das schaffe Raum für private Initiativen und für weitere Steuersenkungen, betonte Maderthaner.
? Die Zeit der kreditfinanzierten Beschäftigungsprogramme, der keynesianischen Geld- und Zinspolitik, sowie der Einflußnahme der Politik auf die Wirtschaft sei endgültig vorbei. Es müßten die optimalen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, daß private Unternehmen wettbewerbs- und leistungsfähig sind, denn nur allein sie schaffen das, wovon soviele in Europa nur reden:
Arbeitsplätze.
? "Wir müssen die Selbständigkeit in Österreich entfesseln. Wir brauchen unternehmerisch denkende Menschen, wir brauchen mehr Raum für die Berufsalternative Selbständigkeit. Also: Weniger Bürokratie, leichterer Zugang, weniger Steuern. Wenn wir das Potential der Selbständigkeit endlich ausschöpfen, wird der österreichische Arbeitsmarkt eine neue Dynamik erleben," kündigte der WKÖ-Präsident an.
? Der Staat müsse nicht alles in Eigenregie machen, wenn es von privater Seite besser und billiger erledigt werden kann. "Wir brauchen mehr Wettbewerb zwischen Staat und Privat. Der Staat
selbst muß unternehmerisch agieren: New Public Management macht
ihn effizienter, kostengünstiger und bürgernäher."
? Die notwendigen Ausgliederungen von Betrieben und Institutionen der öffentlichen Hand müßten weiter vorangetrieben werden. Schon allein die Telekom-Liberalisierung bringe den Konsumenten jährlich ein Mehrfaches des legendären "Ederer-Tausenders".
? Der zentrale Wettbewerbsvorteil unserer Unternehmen liege in ihrer Innovationskraft. Sie müsse gezielt gestärkt werden. "Unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung müssen daher deutlich steigen, wenn wir nicht den Anschluß an die Zukunft und die Wohlstandsentwicklung verlieren wollen. Die Anhebung der F&E-Quote auf 2,5 Prozent des BIP bis zum Jahr 2000 ist dazu ein erster,
aber hoffentlich nicht der letzte Schritt," forderte Maderthaner.
? Wir brauchen mehr Offenheit gegenüber neuen Technologien. Es könne nicht so sein, daß andere Länder neue Technologien entwickeln und wir dann nur die Ethik für deren Nichtgebrauch liefern.
? Was für den gesamten Staat gilt, gelte auch für unseren Sozialstaat: Er müsse schlanker und stärker werden, damit er in Zukunft seine Aufgaben erfüllen kann und finanzierbar bleibt.
Seine Grundlage ist eine gesunde Wirtschaft, die wir nicht über Gebühr belasten dürfen.

"Es entspricht nicht unserem Selbstverständnis, uns am 'Tag der Wirtschaft' selbst zu feiern. Wir wollen dafür arbeiten, daß die österreichische Erfolgs-Story Zukunft hat und der Wirtschaft jenen Stellenwert und jene Rahmenbedingungen geben, die sie braucht, um erfolgreich zu sein," erklärte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner abschließend.

Um 12 Uhr begannen vier Workshops (Arbeit&Bildung, Wirtschaft&EU-Erweiterung, Zukunft&Innovation, Virtuelle Märkte&Reale Chancen). Um 15 Uhr bittet ZIB2 Moderatorin Ingrid Thurnher, Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel, WKÖ-Präsident Leo Maderthaner und die EU-Abgeordneten Ursula Stenzel und Dr. Paul Rübig auf dem Heißen Stuhl Platz zu nehmen.
(Schluß) hv

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