Geschäftsentwicklung der in Österreich tätigen Kreditinstitute im 1. Quartal 1999 1)

Wien (OTS) - 1) Aufgrund der Umstellung auf Euro kann wegen fehlender Vorjahresvergleichswerte keine Untergliederung der Position in Euro und Fremdwährung dargestellt werden.

- Die Bilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute wuchs
im 1. Quartal 1999 um +2,7%. Der Anteil des
Auslandsgeschäfts am Bilanzsummenzuwachs betrug 87%.

- Kreditwachstum ist trotz Zinsenanlastung nahezu
unverändert.

- Wieder stärkeres Mittelaufkommen aus Einlagen und eigenen Emissionen.

Die Bilanzsumme weitete sich im 1. Quartal 1999 mit
+13,02 Mrd EUR (+179,1 Mrd ATS) oder +2,7% im Vergleich zu
1998 (+3,1%) etwas geringer aus. Getragen wurde die Bilanzsummenausweitung - wie auch im Vorjahr - in erster Linie
vom Auslandgeschäft, dessen Anteil am Zuwachs im ersten
Quartal rund 87% betrug.

Die gesamten Einlagen von inländischen Nichtbanken in Euro
und Fremdwährung nahmen im ersten Quartal 1999 mit

+2,13 Mrd EUR (+29,3 Mrd ATS) oder +1,3% stärker zu als im Vergleichszeitraum 1998 mit 0,74 Mrd EUR (+10,1 Mrd ATS).

Der Umlauf eigener Inlandsemissionen an Nichtbanken, der im
1. Quartal 1998 mit 0,08 Mrd EUR (-1,1 Mrd ATS) leicht
gesunken war, stieg in den ersten 3 Monaten 1999 um
+4,15 Mrd EUR (+57,0 Mrd ATS) oder +9,9% an. Der Anstieg
resultiert hauptsächlich aus dem Zuwachs der begebenen Schuldverschreibungen um +3,14 Mrd EUR (+16,1%). Im Vorjahreszeitraum hatten die Kreditinstitute noch einen
Rückgang von -0,43 Mrd EUR (-1,9%) zu verzeichnen. Die anderen verbrieften Verbindlichkeiten erhöhten sich - ähnlich dem Vergleichsquartal des Vorjahres - um +0,53 Mrd EUR (+2,2%).

Die an inländische Nichtbanken vergebenen Direktkredite in
Euro und Fremdwährung verringerten sich im ersten Quartal 1999 marginal um -0,09 Mrd EUR (-1,2 Mrd ATS) gegenüber einer
Abnahme von -1,27 Mrd EUR (-17,5 Mrd ATS) bzw. -0,7% im Vorjahreszeitraum. Wie jedoch aus anderen Daten-Quellen
hervorgeht, kam es zu Substitutionen von Euro-Krediten durch Fremdwährungs-Kredite, insbesondere im Schweizer Franken- und Yen-Bereich. Während sich die Kontokorrentkredite erhöhten, meldeten die Kreditinstitute in allen sonstigen
Direktkreditarten einen Rückgang.

Im Gegensatz zum ersten Quartal des Jahres 1998
(+1,11 Mrd EUR (+15,2 Mrd ATS) oder +3,8%) haben die
titrierten Kredite an inländische Nichtbanken heuer mit
-0,19 Mrd EUR -2,6 Mrd ATS) bzw. -0,1% abgenommen. Der Anstieg
bei den Bundesschatzscheinen (+0,63 Mrd EUR oder +26,3%) wurde
durch Rückgänge vor allem bei anderen Schuldtiteln
öffentlicher Stellen (-0,62 Mrd EUR oder -3,0%) sowie bei Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen
Wertpapiere (-0,25 Mrd EUR oder -10,4%) überkompensiert.

Im Auslandgeschäft weiteten sich in der Berichtsperiode
sowohl die Forderungen mit +11,31 Mrd EUR (+155,6 Mrd ATS)
bzw. +10,2% als auch die Verpflichtungen mit +3,39 Mrd EUR
(+46,6 Mrd ATS) bzw. +2,7% schwächer aus als im
Vergleichszeitraum 1998. Betragsmäßig stiegen auf der
Aktivseite im ersten Quartal 1999 vor allem die Forderungen an ausländische Kreditinstitute sowie Forderungen an ausländische Kunden. Passivseitig wurden die betragsmäßig größten Zuwächse bei den Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen
Kreditinstituten sowie den sonstigen Auslandsverbindlichkeiten festgestellt. Der Anteil der Auslandsforderungen - gemessen am Bilanzsummenanstieg - betrug in den ersten 3 Monaten des
Jahres 1999 87% (Vergleichsperiode 1998: ebenfalls 87%).

Im Bereich der besonderen außerbilanzmäßigen Finanz-geschäfte war im 1. Quartal 1999 ein starker Zuwachs von
+85,60 Mrd EUR (+1.177,9 Mrd ATS) bzw. +19,7% zu verzeichnen
(1998: +22,60 Mrd EUR (+311,0 Mrd ATS) oder +5,0%).
Besonders stachen die Zinssatzverträge hervor, die im ersten Quartal sogar um +90,77 Mrd EUR (+1.249,3 Mrd ATS) bzw. +30,7% expandierten. Somit waren die besonderen außerbilanzmäßigen Geschäfte im März mit einem Stand von 519,72 Mrd EUR
(7.151,6 Mrd. ATS) heuer erstmals wieder größer als die Gesamtbilanzsumme von 493,88 Mrd EUR (6.795,9 Mrd. ATS).

Die Kreditinstitute meldeten in den ersten 3 Monaten des
Jahres 1999 einen Zuwachs der Eigenmittel von +1,17 Mrd EUR
(16,1 Mrd ATS) bzw. +3,5% und erreichten einen Stand von
34,39 Mrd EUR (473,2 Mrd ATS). In der Vergleichsperiode 1998
betrug der Zuwachs +2,48 Mrd EUR (34,1 Mrd ATS) bzw. +8,6%.

Geschäftsentwicklung der Kreditinstitute in Österreich

Stand KUMULATIVE VERÄNDERUNG 1) 1999/03 1999/Q 1 1998/Q 1
in Mrd EUR in % in Mrd EUR in % Einlagen von
inl.Nichtbanken ....... 168,84 +2,13 +1,30 +0,74 +0,50 Eigene inländische
Emissionen a.Nichtbanken 46,04 +4,15 +9,90 -0,08 -0,20 Geldkapitalbildung von
inl.Nichtbanken ....... 214,88 +6,27 +3,00 +0,66 +0,30 Direktkredite an
inl.Nichtbanken ....... 200,20 -0,09 0,00 -1,27 -0,70 Titrierte Kredite an
inl.Nichtbanken ....... 27,16 -0,19 -0,70 +1,11 +3,80 Gesamtkredite an
inl.Nichtbanken ....... 227,36 -0,28 -0,10 -0,16 -0,10 Auslandsaktiva ........ 122,05 +11,31 +10,20 +11,97 +11,40 Auslandspassiva ....... 130,32 +3,39 +2,70 +11,10 +9,30 Bilanzsumme ........... 493,88 +13,02 +2,70 +13,74 +3,10
Nicht bilanzwirksame
Geschäfte ............. 564,98 +86,37 +18,05 +23,23 +4,63

.hievon besondere
außerbilanzmäßige
Finanzgeschäfte ... 519,72 +85,60 +19,72 +22,60 +5,02 Eigenmittel absolut ... 34,39 +1,17 +3,50 +2,48 +8,60 Eigenmittel in % der
Bemessungsgrundlage 2) 14,55
1) Aufgrund der Umstellung auf Euro kann wegen fehlender

Vorjahresvergleichswerte keine Untergliederung der
Positionen in Euro und Fremdwährung dargestellt werden.
2) Betreffend jene Banken, die laut BWG zur Haltung von

Eigenmitteln verpflichtet sind.

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