Ein kurzer Auszug aus Artikeln des am Mittwoch, den 2. Juni 1999, neu erscheinenden Wirtschaftsmagazin GEWINN.

Wien (OTS) - Milleniums-Tower: Baukosten mit 900 Millionen Schilling wesentlich geringer, als angenommen

Baukosten von zwei Milliarden wurden bisher für den Milleniums-Tower kolportiert. Tatsache ist, daß die Kosten in der Endabrechnung für das gesamte Projekt, also inklusive der Wohnungen nur etwa 1,3 Milliarden Schilling ausmachen, berichtet das Wirtschaftsmagazin GEWINN in seiner Juni-Ausgabe. Ohne die Wohnungen, die nicht von Georg Stumpf finanziert wurden, sondern von den Genossenschaften, könnte man sogar unter 900 Millionen Schilling bleiben. Damit liegt man deutlich unter den bisher angenommenen Kosten.

Gelungen ist dies dem Bauindustriellensohn mit straffem Kostenmanagement, mit dem er sich in der Branche nicht beliebt gemacht hat. Sein Ruf unter Kollegen und Maklern ist denkbar schlecht. Es gibt kaum eine ihm gestellte Rechnung, die Stumpf nicht sofort beeinsprucht und runterverhandelt hat, kaum ein Vertrag der so hieb und stichfest abgefaßt wurde, daß Stumpf nicht doch noch im nachhinein aus einer Lücke Kapital geschlagen hat.

Das nächste Projekt, die Milleniums-City, ist schon in Planung. Die Baustufe zwei wird ein Entertainment-Center der Superlative. Der Mietvertrag mit UCI für ein "Giga-Plex"-Kino für 4.500 Besucher ist bereits unter Dach und Fach. Dazu gibt es Erlebnisgastronomie, Fitness-Center plus einen Eislaufplatz als Highlight auf dem Dach. Die Fertigstellung ist für Ende 2000 vorgesehen.

Wieviel Knauf und Wiener Hafen wegen dem Kosovo-Krieg verlieren

Rund eine Million Verlust pro Monat fährt laut Wirtschaftsmagazin GEWINN derzeit die Knauf Gruppe Österreich (Baustoffe, Innenausbau-, Putzsysteme) ein. Die Gruppe, die fast überall in Osteuropa vertreten ist und im letzten Jahr über 1,2 Milliarden Schilling Osteuropa-Umsatz erwirtschaftete (davon 57 in Jugoslawien), hat während des Krieges zwei komplett neue Werke eröffnet. Eines in der südmazedonischen Stadt Debar, das zweite 20 Kilometer von der serbischen Grenze entfernt im bulgarischen Vidin. Geschäftsführer Manfred Winkler: "In Mazedonien, wo wir 150 Leute haben, die wir nicht einfach so heimschicken können, produzieren wir derzeit auf Lager, da der jugoslawische Markt weggebrochen ist. Anders liegt das Problem in Vidin, wo zu 95 Prozent für den westeuropäischen Markt produziert wird. Der Schiffsweg über die Donau ist gesperrt, so mußte vom Schiff auf den teureren Transport via Lkw umgestiegen werden. Pro Lkw entstehen zusätzliche Kosten von 1.000 DM. Bei 100 Lkws pro Monat entstehen Zusatzkosten von rund 100.000 DM."

Durch die Zerstörung der Donaubrücken im jugoslawischen Teilstück, wird nach Schätzungen das Geschäftsergebnis des Wiener Hafen rund 30 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr. Der Schiffsweg zum Schwarzen Meer, der vor allem von der Grundstoff- und Schwerindustrie gern benutzt wird, kann nicht mehr befahren werden. Wer nach Beendigung des Krieges den Wiederaufbau der Donaubrücken übernimmt, ist offen. Klar ist, daß die jugoslawische Regierung es sich nicht leisten wird können.

Neue Dritte-Welt-Produkte in Interspar-Märkten

Ab Juni werden in den 45 Interspar-Märkten zwölf Dritte-Welt-Produkte (statt bisher zwei oder drei) verkauft ? vier Kaffee-, zwei Tee- und sechs Schokoladesorten. Mit einem eigenen "Transfair-Regal" soll der Käufer in konzentrierter Form angesprochen werden. Für ein halbes Jahr ist für die Produkte ein Platz im Regal reserviert. Dann wird geprüft, ob sie die Vorgaben erreicht haben. Seit 25 Jahren werden in Österreich "fair" gehandelte Produkte aus der dritten Welt angeboten, allerdings bisher vor allem über Dritte-Welt-Läden. In den rund 60 Dritte-Welt-Läden werden jährlich rund 70 Millionen Schilling Umsatz erwirtschaftet. "Große Umsatzzuwächse sind nur noch über die Supermärkte zu lukriieren", berichtet Helmut Adam, Geschäftsführer von Transfair Österreich. Transfair Österreich führt derzeit insgesamt 18 Produkte mit dem "Transfair-Gütesiegel", das 1993 entwickelt worden ist.

Ralph Acampora revidiert seine Prognosen: "Dow-Jones wird auf 25.000 Punkte ansteigen

"Meine Annahme von 11.500 Punkten, die ich ursprünglich für diese Jahr prognostiziert habe, werde ich wohl demnächst nach oben korrigieren müssen. Langfristig sehe ich den Dow-Jones innerhalb der kommenden fünf bis sieben Jahre auf 20.000 bis 25.000 ansteigen" prophezeit Börsenspezialist Ralph Acampora, Direktor of Global Equity Research von Prudential Securities, in einem Interview mit GEWINN. "Als die 10.000-Punkte-Hürde Anfang April erreicht wurde, war das einer kleinen Gruppe von Aktien, allen voran den Blue chips und ein paar Technologiewerten, zu verdanken. Aber jetzt sind auch die anderen Titel angesprungen. Die Schere zwischen den überbewerteten Titeln und den schlafenden Werten war dramatisch. In den letzten Wochen sind große Summen in diese im Verhältnis billigen Titel geflossen und haben sie aus ihrem Wartezustand geholt. So hat der Markt wieder eine breite Basis erreicht."

Ralph J. Acampora hat 30 Jahre Erfahrung in der technischen Analyse. Er ist Spezialist auf seinem Gebiet und wird vom Institutional Investor seit Jahren als einer der drei besten Technicians der USA gereiht.

Bausparzinsen für Darlehen ab 4,5 Prozent

Bisher zahlte man einheitlich sechs Prozent Nominalzinsen für den Kredit, effektiv waren das etwa 6,5 Prozent. Ab 1. Juli senken die Allgemeine Bausparkasse der Volksbanken (ABV) und die Raiffeisen die Darlehenszinsen auf 4,75 Prozent für die restliche Laufzeit. Bei der Hypo kosten Altdarlehen ab Juli noch fünf Prozent, ab 2001 sinkt der Zinssatz auf 4,5 Prozent. Bei Wüstenrot gelten für bestehende Verträge über 500.000 Schilling 4,9 Prozent. Die s-Bausparkasse kassiert 4,65 Prozent für größere Darlehenssummen (rund 500.000 Schilling). Für kleinere Summen werden 4,9 Prozent verrechnet.

Wienerberger beteiligt 85 Manager mit Aktien-Optionen

Derzeit liegt der Firmenwert Wienerberger bei 21 Milliarden Schilling, bis zum Jahr 2001 soll dieser auf 29 Milliarden Schilling gesteigert werden. Wenn das funktioniert, so kann ein beteiligter Manager daraus einen Kursgewinn von 60.000 Euro erwarten, sofern der angepeilte Aktienkurs von 240 Euro erreicht wird. DDr. Erhard Schaschl, Wienerberger-General: "Wir werden in einem ersten Schritt 85 Manager beteiligen. Diese müssen zuerst eigenes Geld in Wienerberger-Aktien investieren. Dafür erhalten Sie Optionen, die dann gewinnbringend werden, wenn wir unseren Firmenwert bis zum Frühjahr 2001 neuerlich um 50 Prozent erhöhen." Das Modell soll dann auf möglichst alle Mitarbeiter ausgeweitet werden.

Schilling-Briefmarken ab 2002 "wertlos"

Für Sammler gilt: Marken ab 1960 werden an Wert verlieren. Aufgrund der hohen Auflagen und der vielen Sammlerabonnements, gibt es eine Unmenge von Sammlungen dieser Art, die noch über Generationen weniger wert bleiben. Derzeit haben die Marken noch ihren reellen Wert, ab 2002 müssen sie sich auf dem Sammlermarkt behaupten, und dieser wird beim Überangebot auf den Preis drücken. Klassische Briefmarken, das heißt abgeschlossene Gebiete wie Kaiserreich, Altösterreich, Deutsches Reich, Drittes Reich und Zweite Republik werden von der Währungsumstellung nicht betroffen.

Ab dem 1. Jänner 2002 werden nur noch auf Euro lautende Marken ausgegeben. Im Unterschied zu den Münzen können die neuen Briefmarken nur in Österreich verwendet werden. Für die ab diesem Zeitpunkt ungültigen Schilling-Briefmarken wird es eine allgemeine Umtauschfrist von neun Monaten geben. Diese Frist läuft vom 1. Oktober 2001 bis Juli 2002.

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