Transporteure gegen verkehrspolitische Hüftschüsse

Österreich hat strengste Gefahrgutvorschriften in Europa - Unhaltbare Zustände durch einröhrigen Tunnel

Wien (PWK) - "Der Unfall am Tauerntunnel ist höchst bedauerlich", kommentiert der Vorsteher des Fachverbandes Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Adolf Moser. Die Hauptursache des Unfalls und deren schwere Auswirkungen liegen im Fehlen der zweiten Tunnelröhre, die seinerzeit aus wahltaktischen Gründen nicht gebaut wurde. Die Finanzierung war damals gesichert. Heute werde Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner eine "Notfinanzierung" auf die Beine stellen müssen. Selbst bei Einführung des Road Pricing werde dies nur schwer möglich sein, da Minister Hannes Farnleitner die Einnahmen des Road Pricing auf Grund seiner Versprechungen bereits für die nächsten zehn Jahre verplant hat, kritisiert Moser. ****

Der unhaltbare Zustand hat dazu geführt, daß im Tunnel Gegenverkehrsstrecken eingerichtet wurden. Leider wurde der Verkehr bekanntlich nicht vor dem Tunnel, sondern im Tunnel angehalten.

Der Fachverband Güterbeförderung wehrt sich massiv gegen den verkehrspolitischen Rundumschlag der Politiker. Österreich hat die strengsten Gefahrgutvorschriften in Europa. Auch der Sicherheitsstandard österreichischer Gefahrgutfahrzeuge ist seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau, unterstreicht Moser.

Der Verkehrsminister a.D. und jetzige Bundeskanzler Viktor Klima sei offenbar so mit dem Wahlkampf beschäftigt, daß er sämtliches Fachwissen beiseite schiebt. Er müßte nämlich über die hervorragende Qualität der europäischen Gefahrgutvorschriften bestens Bescheid wissen. Klima sollte außerdem wissen, daß nach dem neuen Gefahrgutbeförderungsgesetz die Mindeststrafen 10.000,- betragen. Kein Transporteur werde bei solchen Strafdrohungen seine Existenz mutwillig aufs Spiel setzen.

Im Zusammenhang mit der jetzt angelaufenen Diskussion über die Katastrophe im Tauerntunnel verweist Moser darauf, daß auch die Exekutive den "Vorschriftendschungel" rund um die Gefahrengut-transporte heftig kritisiert. Spediteure und Lenker seien überfordert, wird ein Sprecher des oberösterreichischen Landesgendarmeriekommandos zitiert. Die internationalen Bestimmungen für den Transport gefährlicher Güter ("ADR-Vorschriften") umfaßten rund 1.000 Seiten. Diese müßte jeder Spediteur im Kopf haben, was natürlich unmöglich ist, urteilt ein Gendarmerie-Experte. Selbst Profis würden langsam den Durchblick verlieren.

Zur Forderung, den Gefahrguttransport auf die Schiene zu verlagern, zitiert Moser den Vorsteher der Fachgruppe Oberösterreich der Transporteure, Komm.Rat Erich Meier, mit der Feststellung, daß Schienentransporte unter Umständen noch gefährlicher seien. In diesem Bereich habe es schon verschiedene Katastrophen und Beinahe-Katastrophen gegeben. Während Straßentransporte rigorosen Kontrollen durch Spezialeinheiten der Exekutive unterworfen sind, kontrollierten sich die Österreichischen Bundesbahnen selbst. Auf der Schiene verkehrten, "veralterte und desolate Wagons mit enormem Sicherheitsrisikos".

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