AK: Gefahrgüter gehören auf die Schiene

Bessere Bedingungen für Lkw-Lenker schaffen

Wien (OTS) – Begrenzte Fahrverbote für Gefahrguttransporte auf den Hauptrouten während der Hauptreisezeit fordert heute, Montag, die AK als Konsequenz aus dem Tauernunglück. Dies liege in der österreichischen Kompetenz, so AK Verkehrsexpertin Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter. Für eine generelle Verlagerung von Gefahrgütern, die über längere Strecken transportiert werden, sei die EU zuständig, "und hier muß endlich etwas getan werden". Als ganz besonders wichtig nennt die AK Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Lkw-Lenker: Notwendig seien eine
bessere Ausbildung, klare Information der Lenker über das Transportgut und vor allem die Einhaltung der Lenk- und
Ruhezeiten. Bei Verletzung der Vorschriften sollen die Transportunternehmen stärker bestraft werden, "damit der Druck auf die Lenker, über das Verkraftbare hinaus Kilometer zu fressen, endlich aufhört." ****

Der tragische Unfall im Tauerntunnel beweist einmal mehr, wie problematisch der Transport von gefährlichen Gütern auf der Straße ist.

Die AK fordert gerade bei Gefahrgütern:
- EU-weite Regelungen, die den Transport von Gefahrgütern auf längeren Strecken nur mehr auf der Schiene erlauben.
- Eine lückenlose Überprüfung der Transportkette bei Gefahrgütern – damit Exekutive und Feuerwehr rascher über das Gefahrenpotential und geeignete Gegenmaßnahmen bei Unfällen Bescheid wissen und dementsprechend schnell reagieren können.
- Die Einführung von strengeren Überwachungsmaßnahmen von Gefahrgütern in Tunnels – durch eine neue Tunnelverordnung, die die Durchfahrt nur zu bestimmten Zeiten und unter bestimmten Bedingungen erlaubt.
- Kein Aufweichen der strengen österreichischen Nacht- und Wochenendfahrverbote für Lkw, wie sie derzeit als EU-Richtlinie diskutiert wird.
- Keine weiteren Verzögerungen bei der Einführung der LKW-Maut.

Außerdem muß auf den großen österreichischen Transitrouten vor allem in den Hauptreisezeiten der Lkw- und der Pkw-Verkehr entflochten werden. Für Gefahrguttransporte sollten hier
jedenfalls zeitlich und streckenbedingte Fahrverbote ausgesprochen werden.

Der LKW-Verkehr ist immer wieder Verursacher von katatstrophalen Unfällen, die viele Menschenleben gefährden, großen materiellen Schaden verursachen und nicht selten auch bleibende Umweltschäden hinterlassen. Es ist nicht einzusehen, wieso die Allgemeinheit für immer billigere Frachttarife im Straßengüterverkehr diese Folgekosten bezahlen soll.

Bessere Bedingungen für Lkw-Lenker
Hauptleidtragende seien auch die Lkw-Lenker. Auf ihrem Rücken
werde der Druck auf immer billigere Frachttarife ausgetragen, kritisiert Sarreschtehdari-Leodolter. Die Hauptsünden der Transportunternehmen: Sie zwingen die Fahrer zum Fahren weiot über die vorgeschriebenen Lenkzeiten hinaus, enthalten ihnen oft
wichtige Informationen über das Transportgut und dessen Gefahrenpotential vor, sparen bei der Ausbildung der Fahrer – sodaß allzu oft Lenker mit Gütern unterwegs sind, deren Gefahrenpotential sie nicht richtig einschätzen können und so sich selbst und andere Straßenverkehrsteilnehmer in Lebensgefahr bringen.

Die AK fordert daher:
- Strengere Kontrollen des Schwerverkehrs hinsichtlich Sicherheit und Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten.
- Strengere Strafen für die Unternehmer.
- Bessere Ausbildung der Lkw-Lenker, die Kosten dafür müssen die Frächter tragen.

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