Afrika-Exporte überdurchschnittlich gewachsen

Winkler schätzt weitere Aussichten positiv ein - Exporte 1998 um 9,3 % gewachsen, Importe um 28,5 % gesunken

Wien (PWK) - Österreichs Ausfuhren nach Afrika konnten 1998 auf
7,9 Mrd Schilling gesteigert werden und verzeichneten damit einen Zuwachs von 9,3 Prozent, der höher als Österreichs weltweite Exportwachstumsrate von 8,4 Prozent liegt", berichtete Egon Winkler, Direktor für Außenwirtschaft und Europäische Integration der Wirtschaftskammer Österreich, bei der Außenhandelstagung "Afrika" in Wien. Gemeinsam mit den Handelsdelegierten in Johannesburg, Harare, Lagos, Casablanca, Algier, Tunis und Tripolis analysierte Winkler die Entwicklung der österreichischen Wirtschaftsbeziehungen mit dem afrikanischen Raum. ****

Die Exportzunahmen seien einerseits darauf zurückzuführen, daß sich Österreichs Exporteure aufgrund von Krisensituationen in anderen Weltregionen nun verstärkt dem afrikanischen Markt widmen, sagte Winkler. Andererseits hätten sich die Rahmenbedingungen im Außenhandel mit Afrika verbessert, wobei die EU-Abkommen mit den MEDA-Staaten hervorzuheben seien. Das jüngst ausverhandelte EU-Freihandelsabkommen mit Südafrika werde sich auf Österreichs Handel mit seinem weitaus wichtigsten Markt auf dem afrikanischen Kontinent positiv auswirken.

Die österreichischen Ausfuhren nach Südafrika, die schon 1997 um 20 Prozent angestiegen waren, wuchsen 1998 um weitere 8,8 Prozent an. "Mit einem Exportwert von fast 2,4 Mrd Schilling hält Österreich einen Marktanteil von 0,82 Prozent in Südafrika. Das ist ein deutlich höherer Marktanteil als auf den meisten anderen Überseemärkten", betonte Winkler. Österreichische Firmen haben sich bereits mit mehr als 20 Niederlassungen am südafrikanischen Markt plaziert. Die Importe aus Südafrika, vor allem Eisenerz, nahmen 1998 um 9,2 Prozent zu und erreichten 2,3 Mrd Schilling.

Österreichs Gesamtimporte aus Afrika sind 1998 stark zurückgegangen. Sie fielen um 28,5 Prozent auf rund 10 Milliarden Schilling. "Dieser Rückgang ist vor allem wertmäßig und nicht mengenmäßig zu sehen", führte Winkler aus. "Da wir aus Afrika in erster Linie Erdöl und Erdgas - sowie andere Rohstoffe wie Eisenerze, Kaffe, Kakao etc. - beziehen und der Erdölpreis 1998 sehr niedrig lag, kaufte Österreich billiger ein." Dadurch sowie aufgrund der beachtlichen Exportsteigerungen ist Österreichs Handelsbilanzdefizit mit Afrika 1998 von 6,7 auf 2,1 Mrd Schilling geschrumpft.

Österreichs Exportpalette nach Afrika wird vor allem von Maschinen und Fahrzeugen, Meßgeräten, Papier und Pappe, Eisen und Stahl sowie pharmazeutischen Produkten dominiert. Dies gilt auch für Libyen, wohin die Exporte 1998 zwar ein Minus von 8,8 Prozent aufwiesen, für die Zukunft aber mit steigenden Ausfuhrzahlen zu rechnen ist. "Dafür sprechen die Aufhebung der UN-Sanktionen und die wieder höheren Erdölpreise." (Winkler)

Kräftig angestiegen sind 1998 die österreichischen Ausfuhren nach Algerien, ebenfalls einer der wichtigen Märkte in Afrika, und zwar um 51,3 Prozent auf 670 Mio Schilling. Österreichische Firmen liefern dorthin vor allem pharmazeutische Erzeugnisse, LKW-Reifen, Papier und Holz. Eingeführt werden fast ausschließlich Erdölkondensate.

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